3.07.2026 · Von Tobias Rehermann

speedy pay: Die Kartenzahlung aus dem Kassensystem im Check

Kurz zusammengefasst:

  • speedy pay ist das Bezahl-Modul des speedy-Kassensystems und staffelt vier Tarife ohne Vertragsbindung: vom Kauf-Terminal start (A920 ab 79,95 € einmalig, 1,39 % flat) über classic (9,95 €/Monat, 0,25 % girocard plus 0,079 € pro Zahlung) und classic plus (19,95 €/Monat, mobil) bis softPOS auf dem eigenen Android-Gerät (7,99 €/Monat).
  • Interessant ist das vor allem, wenn Du die speedy-Kasse nutzt oder planst; zahlt Deine Kundschaft überwiegend mit girocard, rechnet sich der classic-Tarif schon ab gut 1.000 € Kartenumsatz im Monat.
  • Der Haken: Seinen vollen Nutzen, die automatische Betragsübergabe von der Kasse ans Terminal, spielt speedy pay nur im speedy-Ökosystem aus, und der Kassentarif kostet separat obendrauf.
  • Zu wenige öffentliche Bewertungen für ein belastbares Bild: kein Trustpilot- und kein ProvenExpert-Profil (Stand Juli 2026), nur vereinzelte positive Stimmen im Google Play Store, die Bedienung und schnellen Support loben.
  • Als Payment-Baustein für speedy-Nutzer schlüssig, als Solo-Terminal gibt es naheliegendere Optionen.

Ein Kassensystem hier, ein Kartenterminal dort: Viele Betriebe jonglieren mit zwei Verträgen, zwei Abrechnungen und zwei Support-Hotlines. speedy pay macht das anders. Das Payment-Modul des Mannheimer Kassensystems speedy holt die Kartenzahlung direkt ins Kassensystem, mit vier Tarifvarianten von der Einsteiger-Flat bis zum Handy-Terminal. Wir haben die Konditionen durchgerechnet: Was kostet speedy pay wirklich, für wen rechnet sich welcher Tarif, und wo liegen die Grenzen? Ein Fakten-Check auf Basis der Konditionsdaten, Stand Juli 2026.

Bevor du in die Tarifdetails einsteigst, lohnt ein Blick auf deine eigenen Zahlen: Mit unserem Rechner findest du in zwei Minuten heraus, welches Gebührenmodell zu deinem Kartenumsatz passt.

Kostenrechner

Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?

8.000 €
35 €
70 % girocard

Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.

Gerätetyp
Vertragsbindung

    Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.

    Die vier speedy-pay-Tarife im Überblick

    speedy pay auf Smartphone und PAX A920
    speedy pay: softPOS auf dem Smartphone und A920-Terminal, Produktbild: speedy

    speedy pay staffelt sein Angebot in vier Varianten. Die Logik dahinter: Wer wenig Kartenumsatz hat, zahlt keine Grundgebühr und dafür einen höheren Prozentsatz. Wer viel Umsatz macht, drückt mit einer Monatsgebühr die Prozente nach unten. Alle vier Tarife kommen ohne Vertragsbindung aus, du kannst also monatlich wechseln oder kündigen.

    Tarif Gerät Einmalig Monatsgebühr girocard Debit/Kredit TA-Gebühr
    speedy pay start PAX A920 (mobil, mit SIM) ab 79,95 € 0 € 1,39 % 1,39 % keine
    speedy pay classic Kartenterminal (stationär) 24,95 € 9,95 € 0,25 % 0,89 % / 1,19 % 0,079 €
    speedy pay classic plus PAX A920 (mobil, mit SIM) 24,95 € 19,95 € 0,25 % 0,89 % / 1,19 % 0,08 €
    speedy pay softPOS eigenes Android-Gerät 24,95 € 7,99 € 1,39 % 1,39 % keine

    Zur Einordnung: Wie wir Konditionen prüfen und gewichten, dokumentieren wir transparent auf unserer Seite So vergleichen wir. Die aktuellen Konditionen findest du direkt beim Anbieter: speedy pay ansehen.

    start: Der Einsteiger-Tarif

    Mit speedy pay start bekommst du das mobile PAX A920 für einmalig ab 79,95 € laut aktueller Anbieter-Preisliste, danach fällt keine Monatsgebühr an. Dafür zahlst du auf jede Kartenzahlung pauschal 1,39 %, egal ob girocard oder Kreditkarte. Kommt dir bekannt vor? Von SumUp kennst du das Modell vielleicht: Dort kostet der Standard-Tarif ebenfalls 1,39 % ohne Monatsgebühr, das Einsteiger-Gerät Solo Lite ist mit 39 € allerdings deutlich günstiger in der Anschaffung. Fairerweise: Das A920 bringt eigene SIM und Belegdrucker mit, der Solo Lite nicht.

    Der Unterschied steckt im Gerät und im Ökosystem. Das A920 ist ein vollwertiges Android-Terminal mit eingebauter SIM-Karte, du bist also nicht auf WLAN oder ein gekoppeltes Smartphone angewiesen. Die Zahlung kommt zudem direkt aus der speedy Kasse, ohne dass du Beträge von Hand ins Terminal tippst. Wer ohnehin mit speedy kassiert, spart sich damit eine typische Fehlerquelle im Alltag. Für alle anderen bleibt start ein solider, aber eben kein günstiger Einsteiger-Tarif.

    classic und classic plus: Wenn der Umsatz wächst

    Ab einem gewissen Kartenumsatz wird die 1,39-%-Flat teuer. Genau hier setzen classic und classic plus an: 0,25 % für girocard, 0,89 % für Debitkarten und 1,19 % für Kreditkarten, dazu kommen 0,079 € (classic) beziehungsweise 0,08 € (classic plus) pro Transaktion. classic bringt ein stationäres Kartenterminal mit und kostet 9,95 € im Monat, classic plus liefert das mobile PAX A920 mit SIM ab 19,95 € monatlich.

    Als Faustregel gilt: Ab grob 2.000 € Kartenumsatz im Monat beginnen sich Grundgebühr-Modelle zu rechnen. Bei speedy pay hängt die Schwelle allerdings stark am Kartenmix. Ein Rechenbeispiel: Bei 2.500 € girocard-Umsatz mit durchschnittlich 40 € pro Bon zahlst du im start-Tarif rund 34,75 €. Im classic-Tarif sind es dank des girocard-Satzes von 0,25 % nur etwa 6,25 € Disagio plus 9,95 € Grundgebühr plus knapp 5 € Transaktionsgebühren, zusammen also rund 21 €. Bei girocard-lastigem Geschäft rechnet sich classic damit schon ab gut 1.000 € Monatsumsatz. Je höher dagegen der Debit- und Kreditkartenanteil, desto später lohnt der Wechsel, denn bei Kreditkarten liegen nur 0,2 Prozentpunkte Differenz zur Flat.

    Zum Vergleich mit dem Markt: ZahlungsWERK bietet 0,69 % flat auf alle Karten, verlangt dafür aber ab 12,50 € monatliche Gerätemiete. Bei hohem Kreditkartenanteil rechnet sich das oft schärfer als die 1,19 % von speedy pay classic. Wie du Disagio, Transaktionsgebühren und Grundgebühren sauber gegeneinander rechnest, zeigen wir ausführlich im Ratgeber zu den Kartenzahlungs-Gebühren.

    Bleibt die Frage, wann sich classic plus überhaupt lohnt. Die 20 € Aufpreis gegenüber classic kaufen dir ausschließlich die Mobilität des A920 samt SIM, mehr nicht. Wer stationär an der Theke kassiert, braucht das nicht. Wer im Biergarten, am Tisch oder auf Märkten kassiert und gleichzeitig hohen Umsatz hat, bekommt hier die Kombination aus niedrigen Prozenten und mobilem Gerät.

    softPOS: Das Handy als Terminal

    Die vierte Variante verzichtet komplett auf zusätzliche Hardware: Bei speedy pay softPOS wird dein eigenes Android-Gerät zum Kartenterminal. Einmalig 24,95 €, dann 7,99 € im Monat, abgerechnet wird wie im start-Tarif mit 1,39 % auf alle Karten. softPOS lohnt sich vor allem dann, wenn du ohnehin ein Android-Gerät im Einsatz hast und kein weiteres Gerät mitschleppen willst. Rechnerisch überholt der start-Tarif die softPOS-Variante trotz des höheren Gerätepreises von ab 79,95 € nach rund sieben Monaten, weil danach keine Monatsgebühr mehr anfällt. Was die Handy-Lösung technisch kann und wo ihre Grenzen liegen, haben wir im Ratgeber Handy als Kartenterminal aufgeschrieben.

    Die ehrlichen Grenzen

    So klar das Tarifmodell ist, so klar sind auch die Einschränkungen. Den vollen Nutzen entfaltet speedy pay nur innerhalb des speedy-Kassen-Ökosystems. Die nahtlose Übergabe des Betrags von der Kasse ans Terminal, der gemeinsame Support, die eine Abrechnung, all das setzt voraus, dass du auch mit speedy kassierst. Der Kassentarif kommt dabei separat obendrauf, die Preise dafür findest du beim Anbieter. Wer speedy pay isoliert betrachtet, sieht also nur die halbe Rechnung.

    Zweiter Punkt: die Transaktionsgebühr von 0,079 € in den classic-Tarifen. Bei einem Bäcker mit vielen 3-€-Bons macht sie allein schon rund 2,6 % des Bonwerts aus, obendrauf kommt noch das Disagio. Kleinbetrag-lastige Geschäfte sollten deshalb genau nachrechnen, ob die niedrigeren Prozentsätze den Transaktionsaufschlag überhaupt wettmachen.

    Und drittens: Wer gar kein neues Kassensystem sucht, sondern nur ein Kartenlesegerät für den bestehenden Betrieb, findet einfachere Wege. Anbieter ohne Kassen-Anbindung sind schneller eingerichtet und lassen sich freier kombinieren. Einen Überblick über diese Kategorie gibt unser EC-Kartenlesegerät-Vergleich. Umgekehrt gilt übrigens auch: speedy zwingt dich nicht zu speedy pay, Kartenterminals anderer Anbieter lassen sich alternativ an die Kasse anbinden.

    Für wen speedy pay passt und für wen nicht

    Die Kombination aus Kasse und Kartenzahlung aus einer Hand ist die eigentliche Stärke, nicht der reine Preis. Daraus ergibt sich eine ziemlich klare Zielgruppen-Trennung.

    speedy pay passt gut zu dir, wenn:

    speedy pay passt eher nicht zu dir, wenn:

    Wo speedy pay im Gesamtfeld steht, siehst du in unserem großen Kartenzahlung-Anbieter-Vergleich.

    Häufige Fragen zu speedy pay

    Was kostet speedy pay?

    Die speedy pay Kosten hängen vom Tarif ab: start kostet ab 79,95 € einmalig ohne Monatsgebühr bei 1,39 % auf alle Karten. classic kostet 24,95 € einmalig plus 9,95 € im Monat, classic plus 24,95 € plus 19,95 € monatlich, beide mit 0,25 % girocard, 0,89 % Debitkarte und 1,19 % Kreditkarte; pro Transaktion kommen 0,079 € (classic) beziehungsweise 0,08 € (classic plus) dazu. softPOS liegt bei 24,95 € einmalig plus 7,99 € im Monat mit 1,39 % auf alle Karten. Der Tarif des speedy-Kassensystems selbst kommt separat hinzu, die Preise dafür nennt der Anbieter. Details: aktuelle Konditionen bei speedy pay.

    Brauche ich das speedy-Kassensystem dazu?

    speedy pay ist als Payment-Modul des speedy-Kassensystems konzipiert, seinen Hauptvorteil, die direkte Übergabe der Beträge von der Kasse ans Terminal, spielt es nur dort aus. Ohne die speedy Kasse fehlt dir genau die Integration, die das Angebot von reinen Kartenlesern unterscheidet. Umgekehrt bist du nicht eingesperrt: An das speedy-Kassensystem lassen sich auch Kartenterminals anderer Anbieter anbinden, falls du bei deinem bestehenden Payment-Dienstleister bleiben willst.

    Welcher Tarif lohnt sich bei wenig Umsatz?

    Bei geringem Kartenumsatz fährst du mit speedy pay start am entspanntesten: keine Monatsgebühr, keine Transaktionsgebühr, dafür 1,39 % auf jede Zahlung und einmalig ab 79,95 € für das Gerät. Solange dein Kartenumsatz klein bleibt, frisst jede Grundgebühr deinen Prozentvorteil auf. Bei girocard-lastigem Geschäft lohnt sich der Wechsel zu classic wegen des girocard-Satzes von 0,25 % dagegen schon ab rund 1.000 € im Monat, bei hohem Debit- oder Kreditkartenanteil entsprechend später. softPOS ist bei wenig Umsatz nur dann interessant, wenn du bewusst auf ein zusätzliches Gerät verzichten willst und dir das 7,99 € im Monat wert ist.

    Gibt es eine Vertragsbindung?

    Nein. Alle vier speedy-pay-Tarife kommen laut Konditionsdaten ohne Vertragsbindung aus. Das gilt für start genauso wie für classic, classic plus und softPOS. Du kannst also mit dem Einsteiger-Tarif starten und später in einen Grundgebühr-Tarif wechseln, wenn dein Kartenumsatz wächst, ohne an eine Mindestlaufzeit gebunden zu sein. Beachte nur: Die einmaligen Gerätekosten können bei einem Wechsel des Tarifs beziehungsweise Geräts erneut anfallen, und der Kassentarif von speedy ist ein eigenes Vertragsverhältnis.