3.07.2026 · Von Tobias Rehermann
ZahlungsWERK im Check: 0,69 Prozent flat, aber 48 Monate Vertrag

Kurz zusammengefasst:
- ZahlungsWERK vermietet Dir ein Profi-Terminal (Verifone oder PAX) ab 12,50 € im Monat und rechnet 0,69 % auf jede Kartenzahlung ab, girocard wie Kreditkarte, laut Anbieter inklusive aller Kartennetz-Gebühren.
- Anders als die Website nahelegt, bindet Dich der Vertrag lange: Die AGB nennen 48 Monate Mindestlaufzeit und drei Monate Kündigungsfrist. Monatlich kündbar ist ausschließlich die SoftPOS-App, nicht die Terminal-Miete.
- Preislich ist das Modell trotzdem stark: Bei 2.000 € Kartenumsatz zahlst Du 26,30 € im Monat, bei 8.000 € sind es 67,70 €. Unter etwa 1.800 € Umsatz fährst Du mit einem Kauf-Gerät günstiger, weil die Miete auch in schwachen Monaten weiterläuft.
- Dass Vertragspartner nicht ZahlungsWERK selbst ist, sondern die EDEKABANK AG, steht ebenfalls nur in den AGB.
- Zu wenige öffentliche Bewertungen für ein belastbares Bild: Trustpilot und ProvenExpert zeigen jeweils null Bewertungen, bei OMR steht eine einzige.
Terminal-Miete hat in der Payment-Branche einen festen Beigeschmack: Wer mietet, unterschreibt meist für Jahre und kommt aus dem Vertrag nicht mehr heraus. ZahlungsWERK wirkt auf den ersten Blick wie die Ausnahme, denn die Website betont Flexibilität. In den AGB steht etwas anderes: 48 Monate Mindestvertragslaufzeit. Wir haben die Konditionen nachgerechnet und die Vertragslage geprüft, Stand 25.08.2026.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Feineinstellungen
Legt fest, über wie viele Monate Geräte- und Anschlussgebühren umgelegt werden.
Steht „ab" vor dem Preis, fehlt uns eine Angabe, die ins Gewicht fällt. Am häufigsten ist das die Mindestgebühr je Kartenzahlung oder pro Monat, dazu kommen der Aufschlag für Firmenkarten und der Aufschlag für Karten von außerhalb des EWR. Diese Angaben veröffentlicht längst nicht jeder Anbieter. Wir schätzen sie nicht, sondern fragen bei den Anbietern nach; wie wir damit umgehen, steht unter So vergleichen wir.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren + feste Monats- und Jahresgebühren, dazu Gerätepreis und Anschlussgebühr anteilig auf den gewählten Betrachtungszeitraum umgelegt (Vorgabe 24 Monate, einstellbar unter Feineinstellungen). Bleibt dein Umsatz unter dem Mindestumsatz eines Tarifs, rechnen wir die Gebühr dafür anteilig mit. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Das ZahlungsWERK-Modell: Miete, 0,69 % und 48 Monate

Die Kostenlogik von ZahlungsWERK besteht aus zwei Bausteinen: einer monatlichen Gerätemiete und einem Disagio von 0,69 % auf Deinen Kartenumsatz. Mehr Positionen gibt es auf der Rechnung nicht, keinen Einmalpreis für das Gerät, keine Transaktionsgebühren pro Zahlung und keine unterschiedlichen Sätze je nach Kartenart. Girocard, Visa, Mastercard, Debit oder Kredit: alles läuft über denselben Satz von 0,69 %.
Die Laufzeit, über die die Website nicht spricht
Wer die Produktseiten liest, gewinnt den Eindruck eines flexiblen Angebots. Die AGB sagen das Gegenteil. Sie sind nicht als eigene Seite hinterlegt, sondern stecken im Kundenportal meinzahlungswerk.de. Dort heißt es in Ziffer 9.2.1 wörtlich:
„Die Mindest-Vertragslaufzeit beträgt 48 Monate für die unter der Rahmenvertragsvereinbarung abgeschlossenen Leistungsscheine ab Inbetriebnahme/Akzeptanzeinrichtung, sofern nichts anderes vereinbart wurde.“
Ziffer 9.2.2 ergänzt: Wird nicht mit drei Monaten Frist gekündigt, verlängert sich der Vertrag um jeweils zwölf weitere Monate. Und Ziffer 9.4 verlangt für die Kündigung Schriftform „im Original per Postversand oder per Fax“: E-Mail reicht ausdrücklich nicht.
Monatlich kündbar ist bei ZahlungsWERK nur die SoftPOS-App, also die Lösung ohne eigenes Terminal. Für sie wirbt der Anbieter mit „jederzeit zum Monatsende kündbar“, und in den zugänglichen AGB findet sich dazu keine abweichende Sonderregelung, die die 48-Monats-Klausel aufheben würde. Für die vier Miet-Terminals, um die es hier geht, gilt die Klausel.
AGB der Rahmenvertragsvereinbarung, abgerufen über das Kundenportal meinzahlungswerk.de am 25.08.2026. Konditionen geprüft am 25.08.2026.
Bei der Hardware setzt ZahlungsWERK auf Geräte von Verifone und PAX. Fünf Modelle stehen zur Auswahl:
| Gerät | Einsatz | Miete/Monat |
|---|---|---|
| Verifone P630 | Stationär an der Kasse (Flatrate-Tarif) | ab 12,50 € |
| Verifone V400c | Stationär mit WLAN | ab 12,50 € |
| Verifone V400m | Mobil mit SIM-Karte | ab 15,50 € |
| PAX A920 Pro | Mobil mit SIM-Karte, Android-Terminal | 17,95 € |
| CCV A960 Pro | Mobil, Android-Terminal | 17,95 € |
Für den Ladentresen reichen die beiden stationären Geräte ab 12,50 €. Kassierst Du im Service, auf Märkten oder beim Kunden vor Ort, greifst Du zu den mobilen Varianten ab 15,50 €. Der Aufpreis von rund 3 € pro Monat kauft Dir die Unabhängigkeit vom WLAN.
Was das in echten Zahlen heißt
Prozentwerte und Mietpreise sagen wenig, solange Du sie nicht auf Deinen Umsatz umlegst. Also haben wir zwei Szenarien mit dem günstigsten Terminal (ab 12,50 € Miete) durchgerechnet und gegen die Konkurrenz aus unserem Vergleich gestellt.
Szenario 1: 2.000 € Kartenumsatz im Monat
Bei 2.000 € Kartenumsatz fallen 13,80 € Disagio an (0,69 %). Dazu kommen 12,50 € Miete, macht zusammen 26,30 € im Monat. Zum Einordnen: SumUp Standard, ein Kauf-Gerät ohne Grundgebühr, kommt beim selben Umsatz auf 27,80 € reine Kartengebühr. ZahlungsWERK liegt hier knapp darunter, obwohl die Miete mitläuft.
Szenario 2: 8.000 € Kartenumsatz im Monat
Bei 8.000 € Umsatz kostet ZahlungsWERK insgesamt 67,70 € im Monat (55,20 € Disagio plus 12,50 € Miete). Der Preisvorteil ist real, die Flexibilität ist es nicht. Über die vollen 48 Monate summiert sich die Miete allein auf 600 €, und in Monaten ohne Umsatz läuft sie weiter. Wer die Laufzeit gedanklich einpreist, vergleicht ZahlungsWERK sinnvollerweise mit anderen Laufzeitverträgen, nicht mit Kauf-Geräten ohne Bindung.
Als Faustregel aus unseren Rechenbeispielen: Ab grob 2.000 € Kartenumsatz im Monat schlägt das ZahlungsWERK-Modell die Kauf-Geräte ohne Grundgebühr. Darunter dreht sich das Bild um, dazu gleich mehr. Wie sich Disagio, Miete und Transaktionsgebühren generell zusammensetzen, erklären wir im Ratgeber zu den Gebühren bei Kartenzahlung.
Was für ZahlungsWERK spricht
Aus den Konditionsdaten ergeben sich ein paar Argumente, die das Modell von anderen Miet-Angeboten unterscheiden:
- Ein sehr niedriger Satz für ein Miet-Modell. Die 0,69 % liegen etwa bei der Hälfte dessen, was SumUp Standard berechnet: Dessen 27,80 € bei 2.000 € Umsatz entsprechen 1,39 %. Den niedrigen Satz erkaufst Du Dir hier wie sonst auch mit einer mehrjährigen Bindung, nur nennt die Website sie nicht.
- Die 0,69 % gelten laut Anbieter wörtlich „inkl. Interchange- und Scheme-Gebühren“. Diese belegte Zusage heißt: Die Kartennetzwerk-Kosten stecken beim Terminal-Angebot schon im Satz und tauchen nicht als separate Posten auf der Abrechnung auf. Aufpassen musst Du nur bei der SoftPOS-App-Variante: Dort werden Interchange- und Scheme-Gebühren zusätzlich berechnet.
- Gerät und Service stecken in der Miete. Du zahlst keinen Einmalpreis für die Hardware und trägst kein Defekt-Risiko für ein gekauftes Gerät. Geht das Terminal kaputt, ist das Sache des Anbieters, nicht Deine.
- Flat statt Kartenarten-Roulette. Viele Tarife rechnen Girocard günstig, Kreditkarten teuer und internationale Karten noch teurer ab. Bei 0,69 % auf alles kannst Du Deine Kosten aus dem Kartenumsatz direkt hochrechnen, ohne den Kartenmix Deiner Kundschaft schätzen zu müssen. Ausgenommen sind allerdings American Express, Diners Club, China UnionPay, JCB und Discover. Sie laufen laut Anbieter „zu abweichender Kondition“, deren Höhe nirgends öffentlich steht.
Die Konditionen im Detail und den Bestellprozess findest Du direkt bei ZahlungsWERK.
Die ehrlichen Gegenpunkte
Ein Modell, das in zwei Rechenbeispielen stark abschneidet, verdient trotzdem den kritischen Blick. Sieben Punkte solltest Du kennen, bevor Du bestellst:
- 48 Monate Bindung, und die Website sagt es nicht. Das ist der Punkt, der uns beim Nachprüfen am meisten gestört hat. Wer sich auf die Produktseiten verlässt, unterschreibt einen Vierjahresvertrag im Glauben, flexibel zu bleiben. Lies die AGB im Kundenportal, bevor Du unterschreibst.
- Ordentlich kündbar ist der Vertrag gar nicht. Ziffer 9.2.3 der AGB schließt das jederzeitige Kündigungsrecht nach § 675h Absatz 1 BGB ausdrücklich aus. Endet der Vertrag vorzeitig, weil Du in Zahlungsverzug gerätst, darf die EDEKABANK laut Ziffer 9.5 für die verbleibende Mindestlaufzeit 80 % der Monatsmieten und 80 % der Netzservice-Grundpauschalen verlangen, abgezinst mit 4 % im Jahr.
- Einen zweiten Anbieter darfst Du nicht parallel betreiben. Ziffer 9.6 verpflichtet Dich, während der gesamten Laufzeit alle Kartenumsätze Deines Betriebs ausschließlich bei der EDEKABANK einzureichen. Ein Zweitgerät für den Marktstand oder ein Testlauf mit einem anderen Anbieter ist damit vertragswidrig.
- Kündigen geht nur per Post oder Fax. Drei Monate vor Ablauf, im Original, schriftlich. Wer die Frist verpasst, hängt zwölf weitere Monate drin.
- Die Miete läuft auch im Null-Umsatz-Monat weiter. Machst Du Betriebsferien oder hast einen schwachen Monat, zahlst Du trotzdem mindestens 12,50 €. Ein gekauftes Gerät ohne Grundgebühr kostet in so einem Monat schlicht nichts. Über 48 Monate ist das ein Unterschied, den man vorher durchrechnen sollte.
- Unter etwa 1.800 € Kartenumsatz im Monat sind Kauf-Geräte günstiger. Der Vorteil des halbierten Disagios wiegt die Miete erst ab dieser Schwelle auf. Für Nebengewerbe, Marktstände mit wenig Kartenzahlung oder Gründer in der Anlaufphase lohnt sich das Modell noch nicht.
- ZahlungsWERK ist eine deutlich weniger bekannte Marke als SumUp oder PayPal. Zur Firmengröße, zu Kundenzahlen oder zur Supportqualität liegen uns keine belastbaren Daten vor. Dein Vertragspartner ist laut AGB ohnehin nicht ZahlungsWERK, sondern die EDEKABANK AG, und auch das erklärt die Website an keiner Stelle.
Wie wir solche Konditionen erheben und nachrechnen, dokumentieren wir transparent unter So vergleichen wir.
Für wen ZahlungsWERK passt und für wen nicht
Zwei Linien entscheiden: die Umsatzschwelle von grob 1.800 bis 2.000 € Kartenumsatz pro Monat und die Frage, ob Du Dich vier Jahre binden willst. Daraus ergeben sich zwei Profile:
ZahlungsWERK passt zu Dir, wenn:
- Du stabil über 2.000 € Kartenumsatz im Monat liegst und das halbierte Disagio die Miete deutlich überkompensiert
- Du ohnehin planst, vier Jahre am selben Standort mit demselben Anbieter zu arbeiten
- Du einen Flatrate-Satz über alle Kartenarten bevorzugst, statt den Kartenmix Deiner Kundschaft zu kalkulieren
- Du kein Kapital in Terminal-Hardware binden und kein Defekt-Risiko tragen willst
ZahlungsWERK passt eher nicht zu Dir, wenn:
- Du flexibel bleiben willst. Für ein saisonales Geschäft, einen geplanten Standortwechsel oder eine Testphase ist ein Vierjahresvertrag das falsche Werkzeug. Sieh Dir dann ein Kartenlesegerät ohne Grundgebühr an
- Dein Kartenumsatz regelmäßig unter etwa 1.800 € im Monat liegt
- Du längere Null-Umsatz-Phasen hast, in denen die Miete weiterläuft
- Dir eine etablierte Marke mit langer öffentlicher Historie wichtiger ist als der Konditionsvorteil
Die Grundsatzfrage dahinter behandeln wir in einem eigenen Artikel: EC-Terminal mieten oder kaufen geht die Entscheidung systematisch durch, und wer gezielt nach Alternativen zum Marktführer sucht, findet sie in unserem Überblick der SumUp-Alternativen.
Häufige Fragen zu ZahlungsWERK
Was kostet ZahlungsWERK im Monat?
Die ZahlungsWERK-Kosten setzen sich aus Gerätemiete und Disagio zusammen: ab 12,50 € für die stationären Terminals (Verifone P630 und V400c) und ab 15,50 € für das mobile Verifone V400m; PAX A920 Pro und CCV A960 Pro liegen bei 17,95 €. Dazu kommen jeweils 0,69 % auf den Kartenumsatz, laut Anbieter inkl. Interchange- und Scheme-Gebühren. Bei 2.000 € Kartenumsatz landest Du mit dem günstigsten Gerät bei 26,30 € im Monat, bei 8.000 € Umsatz bei 67,70 €. Einen Geräte-Einmalpreis oder Transaktionsgebühren gibt es nicht.
Gibt es eine Vertragsbindung?
Ja, und zwar eine lange. Die AGB nennen 48 Monate Mindestvertragslaufzeit, danach verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils zwölf Monate, wenn Du nicht drei Monate vorher schriftlich kündigst. Die Website wirbt an mehreren Stellen mit Flexibilität, das bezieht sich aber auf die SoftPOS-App ohne Terminal. Für die Miet-Terminals gilt die Vierjahresbindung.
Welche Terminals bietet ZahlungsWERK?
Fünf Geräte der Hersteller Verifone, PAX und CCV: das Verifone P630 für den stationären Einsatz im Flatrate-Tarif, das Verifone V400c mit WLAN, das mobile Verifone V400m mit SIM-Karte sowie die Android-Terminals PAX A920 Pro und CCV A960 Pro. Alle Geräte sind in der jeweiligen Monatsmiete enthalten, gekauft wird nichts.
Ab welchem Umsatz lohnt sich die Miete?
Als Faustregel aus unseren Rechenbeispielen: ab grob 2.000 € Kartenumsatz im Monat. Ab dieser Marke schlägt die Kombination aus 12,50 € Miete und 0,69 % Disagio die Kauf-Geräte ohne Grundgebühr, deren höherer Prozentsatz dann stärker ins Gewicht fällt. Unterhalb von etwa 1.800 € Umsatz dreht sich der Vergleich um. Rechne die Laufzeit mit: Bei 48 Monaten summiert sich allein die Miete auf 600 €. Liegst Du über der Schwelle und ist Dir die Bindung recht, kannst Du Dir Dein Angebot direkt bei ZahlungsWERK zusammenstellen.