3.07.2026 · Von Tobias Rehermann
ready2order readyPay: Kartenzahlung aus der Kasse im Kosten-Check

Kurz zusammengefasst:
- readyPay gehört zum ready2order-Kassensystem: Das readyMini-Terminal kostet 279 € einmalig, bringt eine eigene SIM mit, hat keine Grundgebühr und rechnet pauschal 1,23 % auf alle Kartenarten ab, inklusive aller Kartennetz-Gebühren.
- Für ready2order-Kassennutzer mit gemischtem Kartenmix passt das gut: Der Betrag wandert automatisch aus der Kasse ins Terminal, und die 1,23 % unterbieten die 1,39 % von SumUp und Zettle.
- Zwei Haken: Ohne das ready2order-Kassensystem (eigene Monatsgebühr) ergibt das Modell wenig Sinn, und zahlt Deine Kundschaft überwiegend mit girocard, sind Spezialtarife um 0,24 bis 0,26 % trotz Grundgebühr oft günstiger.
- Bei Trustpilot hält ready2order 4,4 von 5 bei 557 Bewertungen (Stand Juli 2026), allerdings gespalten: rund 70 % vergeben 5 Sterne, 20 % nur einen, vor allem wegen kurzfristig angekündigter Preiserhöhungen und schneller Inkasso-Eskalation; 2020/21 lag das Profil noch bei 2,7 bis 2,8, der heutige Score ist also auch Ergebnis aktiven Review-Managements.
- Für ready2order-Nutzer eine runde Ergänzung, Preisänderungen solltest Du aber im Blick behalten.
Die meisten Kartenterminals leben neben der Kasse her: Der Betrag wird an der Kasse getippt, dann noch einmal ins Terminal, und irgendwann vertippt sich jemand. ready2order löst das an der Wurzel. Mit readyPay kommt die Kartenzahlung direkt aus dem ready2order-Kassensystem: Das readyMini-Terminal kostet 279 € einmalig, hat keine Grundgebühr und rechnet einheitlich 1,23 % auf alle Kartenarten ab. Ein Detail für girocard-Kunden: In ready2orders offizieller Kartenliste taucht die girocard nicht auf, deutsche Girokarten laufen über das Maestro- oder V-Pay-Co-Badge. Ob das zu Deinem Umsatzprofil passt, haben wir nachgerechnet, mit Stand 03.07.2026.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Das readyPay-Modell: Kartenzahlung aus der Kasse heraus

ready2order ist zuerst ein Kassensystem-Anbieter aus Österreich, der auch in Deutschland aktiv ist. readyPay ist die hauseigene Kartenzahlung, readyMini das dazugehörige Terminal. Kasse und Terminal sprechen miteinander, das ist der entscheidende Punkt an dieser Kombination. Du bonierst den Verkauf in der Kasse, der Betrag erscheint automatisch auf dem readyMini, der Kunde hält die Karte hin, fertig. Das manuelle Eintippen des Betrags ins Terminal entfällt, und damit auch die klassische Tippfehler-Quelle am Tresen, die Dir sonst Kassendifferenzen und Storno-Aufwand beschert.
Die Kostenstruktur dahinter ist kurz:
| Position | readyMini (Tarif „Keine Fixkosten“) |
|---|---|
| Gerätepreis | 99 € einmalig |
| Grundgebühr | 0 € / Monat |
| Disagio | 1,23 % einheitlich auf alle Kartenarten (girocard, Debit, Kredit) |
| Transaktionsgebühr | 0 € pro Zahlung |
| Laufzeit | Keine Bindung |
| Verbindung | SIM-Karte, funkt also auch ohne WLAN |
Die 1,23 % sind ein Blended-Endpreis. Interchange- und Scheme-Gebühren der Kartennetzwerke stecken bereits im Satz und tauchen nicht als Extraposten auf der Abrechnung auf. Abgewickelt werden die Zahlungen über den Acquirer hobex. Wie sich Disagio, Interchange und Transaktionsgebühren generell zusammensetzen, erklären wir im Ratgeber zu den Gebühren bei Kartenzahlung.
Ein Hinweis, bevor Du weiterrechnest: readyMini funktioniert im Zusammenspiel mit dem ready2order-Kassensystem, und dessen Kasse kostet eine eigene Monatsgebühr. Die steckt nicht in den Payment-Zahlen dieses Artikels, alle Rechnungen hier betreffen ausschließlich die Kartenzahlung. Spannend ist das Modell also vor allem, wenn Du das Kassensystem ohnehin nutzt oder gerade eines suchst.
Was das in echten Zahlen heißt
Ein Prozentsatz allein sagt wenig. Also haben wir zwei Umsatz-Szenarien durchgerechnet. Damit das Kauf-Gerät mit Miet- und Grundgebühr-Modellen vergleichbar wird, legen wir die 99 € Gerätepreis auf 24 Monate um: Das ergibt rechnerisch 4,13 € pro Monat. Diese Umlage ist eine Vergleichshilfe, keine echte Rate; tatsächlich zahlst Du die 99 € einmal am Anfang und danach nie wieder.
Szenario 1: 2.000 € Kartenumsatz im Monat
Bei 2.000 € Kartenumsatz fallen 24,60 € Disagio an (2.000 € × 1,23 %). Plus 4,13 € Geräteumlage macht das 28,73 € im Monat. Zum Einordnen mit derselben Umlage-Logik: Das SumUp Solo, ebenfalls ein SIM-Gerät ohne Grundgebühr, kommt beim selben Umsatz auf 31,09 € (27,80 € Disagio bei 1,39 % plus 3,29 € Umlage für 79 € Gerätepreis). Der Zettle Reader 2 liegt bei 29,01 €, allerdings als reines WLAN-Gerät. Unter den SIM-Geräten ohne Grundgebühr schneidet readyMini in diesem Rechenbeispiel am günstigsten ab. Das Miet-Modell von ZahlungsWERK unterbietet alle drei mit 26,30 €, bindet Dich dafür an eine laufende Monatsmiete.
Szenario 2: 8.000 € Kartenumsatz im Monat
Bei 8.000 € Umsatz kostet readyPay 98,40 € Disagio (8.000 € × 1,23 %), mit Umlage 102,53 € im Monat. Das SumUp Solo liegt hier bei 114,49 € (111,20 € plus 3,29 €); readyPay spart also rund 12 € monatlich gegenüber dem bekannteren Konkurrenten. ZahlungsWERK kommt beim selben Umsatz aber auf 67,70 € (55,20 € Disagio bei 0,69 % plus 12,50 € Miete). Bei diesem Umsatzniveau kostet Dich der readyPay-Komfort gegenüber dem günstigsten Modell in unserem Vergleich knapp 35 € im Monat. Die Faustregel: Je höher Dein Kartenumsatz, desto stärker fällt der Prozentsatz ins Gewicht, und desto teurer wird die 1,23-%-Flat relativ zu Niedrig-Disagio-Modellen.
Was für readyPay spricht
- Der Betrag wandert automatisch von der Kasse ins Terminal. Kein doppeltes Eintippen, keine Zahlendreher. Bei hohem Kundenaufkommen spart das pro Zahlung ein paar Sekunden und pro Monat einige Nerven. Im Portfolio unseres Vergleichs verfolgt sonst nur speedy pay einen vergleichbaren Kassen-Integrations-Ansatz.
- Keine Fixkosten auf der Payment-Seite. 0 € Grundgebühr und 0 € Transaktionsgebühr heißt: In einem schwachen Monat oder während der Betriebsferien kostet Dich die Kartenzahlung schlicht nichts. Nur die 99 € für das Gerät zahlst Du einmal.
- 1,23 % schlägt die bekannten Flat-Anbieter bei Kreditkarten. SumUp Standard und Zettle rechnen beide 1,39 % ab. Pro 1.000 € Kartenumsatz sparst Du mit readyPay 1,60 €. Klingt wenig, summiert sich bei stabilem Umsatz aber Monat für Monat.
- Ein Satz für alles, ohne Kartenmix-Rechnerei. girocard, Debit oder Kreditkarte: alles 1,23 %, als Blended-Endpreis inklusive Interchange- und Scheme-Gebühren. Du kannst Deine Kosten direkt aus dem Umsatz hochrechnen.
- SIM statt WLAN-Abhängigkeit. Das readyMini funkt über Mobilfunk und funktioniert damit auch im Hinterhof, auf dem Markt oder beim Lieferservice an der Tür.
Die Konditionen im Detail findest Du direkt bei ready2order.
Die ehrlichen Gegenpunkte
Drei Punkte solltest Du kennen, bevor Du bestellst:
- 1,23 % auf girocard ist teuer, wenn Deine Kundschaft girocard-lastig zahlt. Spezialtarife rechnen die girocard deutlich günstiger ab: speedy classic mit 0,25 %, PAYONE Classic mit 0,26 %, Future Payments mit 0,24 %. Pro 1.000 € girocard-Umsatz zahlst Du bei readyPay 12,30 €, bei einem 0,25-%-Tarif nur 2,50 € Disagio (plus dessen Grund- und Transaktionsgebühren). Läuft bei Dir der Großteil über girocard, frisst das den Kreditkarten-Vorteil schnell wieder auf.
- Das Modell ergibt nur mit dem ready2order-Kassensystem Sinn. Die Monatsgebühr der Kasse kommt zu den Payment-Kosten hinzu und steckt nicht in unseren Rechnungen. Suchst Du nur ein Kartenlesegerät ohne Kassenbindung, vergleichst Du besser im EC-Kartenlesegerät-Vergleich.
- Bei hohem Kartenumsatz verliert die 1,23-%-Flat gegen Niedrig-Disagio-Modelle. Unser 8.000-€-Szenario zeigt den Abstand: knapp 35 € pro Monat gegenüber dem günstigsten Modell im Rechenbeispiel. Wer fünfstellige Kartenumsätze fährt und auf die Kassen-Integration verzichten kann, findet rechnerisch passendere Tarife.
Für wen readyPay passt und für wen nicht
Die Kernfrage ist nicht der Umsatz, sondern die Kasse: readyPay ist der Payment-Baustein des ready2order-Systems, kein Standalone-Kartenleser. Daraus ergeben sich zwei Profile.
readyPay passt zu Dir, wenn:
- Du das ready2order-Kassensystem bereits nutzt oder es gerade einführst und die Kartenzahlung nahtlos aus der Kasse heraus laufen soll
- Deine Kundschaft gemischt oder kreditkartenlastig zahlt, denn dann schlägt der 1,23-%-Satz die 1,39 % von SumUp und Zettle
- Du keine monatlichen Fixkosten auf der Payment-Seite willst und schwankende oder saisonale Umsätze hast
- Du mobil oder ohne stabiles WLAN kassierst und ein SIM-Gerät brauchst
readyPay passt eher nicht zu Dir, wenn:
- Deine Kundschaft überwiegend mit girocard zahlt, dann rechnen sich Spezialtarife im Bereich von 0,24 bis 0,26 % auf girocard trotz Grundgebühr oft schneller
- Du gar kein Kassensystem willst, sondern nur ein einzelnes Lesegerät
- Dein Kartenumsatz stabil hoch liegt und Du bereit bist, für ein niedrigeres Disagio eine Monatsmiete oder Grundgebühr zu akzeptieren
Wie sich readyPay gegen die gesamte Konkurrenz schlägt, siehst Du im großen Kartenzahlung-Anbieter-Vergleich.
Häufige Fragen zu readyPay und readyMini
Was kostet das readyMini?
Das readyMini kostet 279 € einmalig. Danach fallen keine Grundgebühr und keine Transaktionsgebühren an, nur das Disagio von 1,23 % auf Deinen Kartenumsatz. Eine Laufzeitbindung gibt es nicht (Stand 03.07.2026). Nicht enthalten ist die Monatsgebühr des ready2order-Kassensystems, mit dem das Terminal zusammenspielt.
Welche Gebühren fallen pro Kartenzahlung an?
Einheitlich 1,23 % vom Zahlbetrag, egal ob girocard, Debit- oder Kreditkarte. Der Satz ist ein Blended-Endpreis, Interchange- und Scheme-Gebühren sind also enthalten. Eine fixe Gebühr pro Transaktion gibt es nicht. Bei 2.000 € Kartenumsatz landest Du inklusive Geräteumlage bei 28,73 € im Monat, bei 8.000 € Umsatz bei 102,53 €.
Funktioniert readyMini ohne das ready2order-Kassensystem?
readyMini ist als integriertes Terminal des ready2order-Systems konzipiert. Die Beträge kommen direkt aus der Kasse, das ist der zentrale Vorteil des Modells. Wer ein Lesegerät ohne Kassenbindung sucht, ist mit einem Standalone-Gerät aus unserem Vergleich besser bedient.
Wer wickelt die Zahlungen ab?
Die Zahlungsabwicklung läuft über den Acquirer hobex. Für Dich als Händler bleibt es bei einer Abrechnung mit dem einheitlichen 1,23-%-Satz, die Netzwerkkosten der Kartensysteme sind darin bereits eingepreist.
Lohnt sich readyPay bei viel girocard-Umsatz?
Als reine Kostenentscheidung eher nicht: 1,23 % auf girocard liegt deutlich über Spezialtarifen wie speedy classic (0,25 %) oder Future Payments (0,24 %). Der Mehrpreis kauft Dir dafür die Kassen-Integration und den Verzicht auf Fixkosten. Ob dieser Tausch für Dein Profil aufgeht, kannst Du mit Deinen eigenen Zahlen direkt bei ready2order gegenprüfen.