5.07.2026 · Von Tobias Rehermann
Kartenlesegerät bei MediaMarkt kaufen: Warum das Gerät allein nicht reicht

Kurz zusammengefasst:
- Ein bei MediaMarkt, Saturn oder Amazon gekauftes Kartenlesegerät kassiert nicht aus dem Karton heraus: Ohne Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister (Acquirer) nimmt kein Terminal eine einzige Zahlung an, und dieser Vertrag liegt dort nicht bei.
- SumUp- und Zettle-Reader aus dem Elektromarkt sind exakt dieselben Geräte wie im Direktvertrieb, fest an den jeweiligen Anbieter gebunden und mit denselben 1,39 % pro Kartenzahlung. Du kaufst also nur dieselbe Eintrittskarte an einer anderen Kasse.
- Vorsicht bei der Suche: Unter „Kartenlesegerät“ tauchen auch Chipkartenleser fürs Online-Banking auf, die keine Kundenzahlungen annehmen können, sowie nackte Profi-Terminals, die ohne Freischaltung durch einen Acquirer nutzlos bleiben.
- Der Gerätepreis (29 bis 279 € einmalig) ist ohnehin der kleinste Kostenblock; das Disagio läuft dauerhaft mit und kostet bei 3.000 € Kartenumsatz im Monat schon 41,70 € monatlich. Wähle deshalb erst den Tarif, dann das Gerät.
Du stehst bei MediaMarkt oder Saturn vor dem Regal oder scrollst durch Amazon, und da liegt es: ein Kartenlesegerät für 30 oder 40 €. Kaufen, auspacken, kassieren? So einfach ist es leider nicht. Ein Kartenterminal kassiert erst dann Geld von Deinen Kunden, wenn dahinter ein Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister steht, und genau dieser Vertrag liegt bei MediaMarkt, Saturn oder Amazon nicht mit im Karton. Was Du im Elektromarkt tatsächlich bekommst, wann der Kauf dort trotzdem in Ordnung ist und warum die eigentliche Entscheidung ohnehin nicht das Gerät, sondern der Tarif ist, liest Du hier. Stand 05.07.2026.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Warum das Gerät allein keine einzige Zahlung annimmt
Ein Kartenlesegerät ist technisch gesehen nur die Eingabestation. Die eigentliche Arbeit passiert dahinter: Ein Zahlungsdienstleister, im Fachjargon Acquirer, prüft die Karte Deines Kunden, holt das Geld bei dessen Bank ab und überweist es auf Dein Konto. Dafür brauchst Du einen Vertrag, in dem Deine Firmendaten, Dein Geschäftskonto und Deine Konditionen hinterlegt sind.
Ohne diesen Acquiring-Vertrag ist jedes Kartenterminal ein Briefbeschwerer mit Display. Es schaltet sich ein, es sieht professionell aus, aber es kann keine einzige girocard- oder Kreditkartenzahlung abwickeln. Bei Anbietern wie SumUp oder PayPal Zettle merkst Du davon kaum etwas, weil Gerät und Vertrag aus einer Hand kommen: Du bestellst den Reader, eröffnest dabei das Konto, fertig. Genau diese Kopplung ist der Punkt, den die Produktseiten bei MediaMarkt und Amazon selten erklären.
Für Dich heißt das: Die Frage ist nicht, wo Du die Hardware am günstigsten bekommst. Die Frage ist, bei welchem Zahlungsdienstleister Du Kunde wirst. Das Gerät folgt aus dieser Entscheidung, nicht umgekehrt.
Die drei Dinge, die Du bei MediaMarkt wirklich bekommst
Wer bei MediaMarkt, Saturn oder Amazon nach „Kartenlesegerät“ sucht, landet bei drei sehr unterschiedlichen Produktgruppen. Nur eine davon ist für Dich als Unternehmer ohne Einschränkung brauchbar, und auch die nur mit einem Haken.
1. Fintech-Reader wie SumUp oder Zettle: dasselbe Gerät, derselbe Vertrag
So einheitlich, wie die Suchergebnisse es nahelegen, ist der Handel hier allerdings nicht. SumUp verkauft tatsächlich breit über den Elektronikhandel: MediaMarkt und Saturn gehören zur selben Handelsgruppe und führen nachweislich dasselbe SumUp-Sortiment, vom Solo Lite über das Solo bis zum Terminal, teils sogar noch das Altmodell Air. Bei Amazon betreibt SumUp einen offiziellen Marken-Store. PayPal Zettle suchst Du bei MediaMarkt und Saturn dagegen vergeblich, die Reader gibt es offiziell nur im Direktvertrieb. Was bei Amazon unter dem Namen Zettle auftaucht, sind Drittanbieter-Angebote mit der Vorgänger-Generation, ein offizieller Store steht nicht dahinter.
Am wichtigsten Punkt ändert der Kaufort ohnehin nichts: Das Gerät ist anbietergebunden. Ein bei Amazon gekaufter SumUp-Reader funktioniert ausschließlich mit einem SumUp-Konto. Danach zahlst Du dieselben 1,39 % Disagio pro Kartenzahlung wie jeder Direktkunde, denn Du kaufst keinen Weg am Anbieter vorbei, sondern nur dieselbe Eintrittskarte an einer anderen Kasse. Prüfe auf Marktplätzen außerdem das angebotene Modell: Altmodelle wie der SumUp Air oder Plus kursieren dort ganz regulär, bei Kaufland stand der eingestellte Air zuletzt zum etwa doppelten Preis seines Nachfolgers Solo Lite im Angebot. Was die beiden Anbieter im Detail kosten und können, haben wir in unseren Tests zu SumUp und PayPal Zettle aufgeschlüsselt.
2. Chipkartenleser für Online-Banking
Auf den Produktfotos sieht diese zweite Gruppe ähnlich aus, hat mit Kassieren aber nichts zu tun: HID- und TAN-Chipkartenleser von Herstellern wie Reiner SCT oder Identiv lesen Deine eigene Bankkarte oder Signaturkarte aus, zum Beispiel für das Online-Banking mit chipTAN oder für elektronische Signaturen. Kundenzahlungen können sie in keiner Konfiguration annehmen. Weil beide Produktgruppen unter dem Suchbegriff „Kartenlesegerät“ auftauchen und preislich im selben Bereich liegen, verwechseln Käufer sie häufig. Steht im Datenblatt etwas von USB-Anschluss, chipTAN oder Personalausweis, bist Du in der falschen Kategorie gelandet.
Wie real diese Falle ist, zeigt Conrad: Dort findest Du unter „Kartenlesegerät“ praktisch nur solche Banking-Chipkartenleser von Reiner SCT und Co., aber keine Zahlungsterminals. Bei Otto wiederum hat ein Marktplatz-Händler ein SumUp Solo Lite wörtlich als „HBCI-Chipkartenleser“ gelistet, selbst die Händler werfen die Kategorien also durcheinander. Es gibt noch eine dritte Verwechslungsgruppe: Speicherkartenleser für SD-Karten heißen im Handel ebenfalls „Kartenleser“ und stehen teils in denselben Shop-Kategorien. Mit Bezahlen haben sie erst recht nichts zu tun.
3. Nackte Profi-Terminals ohne Freischaltung
Auf Marktplätzen kursieren außerdem professionelle Zahlungsterminals bekannter Hersteller, neu oder gebraucht, oft zu scheinbar attraktiven Preisen. eBay führt dafür eine eigene Kategorie voller gebrauchter Einzelgeräte. Diese Geräte sind reine Hardware ohne Vertrag, und damit ein solches Terminal Zahlungen abwickelt, muss ein Acquirer es erst in seinem Netz freischalten. Die meisten Zahlungsdienstleister tun das nur mit Geräten aus eigener Auslieferung, mit eigener Software-Konfiguration und aktuellem Sicherheitsstand. Ein gebraucht gekauftes Profi-Terminal, das kein Anbieter freischaltet, bleibt am Ende einfach ein gebraucht gekauftes Terminal. Bei Gebrauchtgeräten kommt zudem das Risiko dazu, dass sie noch auf das Konto des Vorbesitzers registriert oder nach einem Diebstahl gesperrt sind.
Ein Profi-Terminal ist deshalb kein Fehlkauf an sich, es kommt auf den Kanal an. EC-Cash-Fachhändler verkaufen dieselben Terminals mit Netzbetriebs- und Servicevertrag im Paket: fertig konfiguriert, freigeschaltet, mit monatlicher Servicepauschale und Transaktionsgebühren. Wer wirklich ein stationäres Profi-Gerät braucht, geht diesen Weg, nicht den über den Elektromarkt oder die Gebrauchtbörse.
Die eigentliche Entscheidung: Der Tarif schlägt den Gerätepreis
Angenommen, Du hast die richtige Produktgruppe gefunden und vergleichst jetzt Gerätepreise zwischen Elektromarkt und Direktvertrieb. Auch dann lohnt ein Schritt zurück, denn die Hardware ist der kleinste Kostenblock der ganzen Rechnung. Die verifizierten Direktpreise: Der Zettle Reader 2 kostet 29 €, das SumUp Solo Lite 39 €; teurer wird es erst, wenn wie beim readyMini von ready2order (279 €) gleich eine komplette Kasse im Gehäuse steckt, einmalig zu zahlen.
Das Disagio dagegen läuft für immer mit. Bei 1,39 % und 3.000 € Kartenumsatz im Monat zahlst Du 41,70 € an Gebühren, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Ob Du beim Gerät 10 € sparst, ist nach wenigen Wochen bedeutungslos, der Prozentsatz auf Deinen Umsatz entscheidet die Rechnung. Deshalb solltest Du Deine Energie nicht in die Schnäppchenjagd beim Reader stecken, sondern in die Tarifwahl: Einheitssatz ohne Grundgebühr, gesplittete Sätze nach Kartenart oder Mietmodell mit niedrigem Disagio. Wie sich diese Gebühren zusammensetzen, erklären wir im Ratgeber zu den Gebühren bei Kartenzahlung, und welche Anbieter komplett ohne Monatsgebühr auskommen, zeigt unsere Übersicht der Kartenlesegeräte ohne Grundgebühr.
Entscheidungshilfe: Wann der Marktplatz-Kauf passt und wann nicht
Der Kauf bei MediaMarkt, Saturn oder Amazon ist keine schlechte Idee an sich. Er passt nur für einen einzigen Fall: Du hast Dich bereits für einen Anbieter entschieden, und der Händler hat exakt dessen aktuelles Gerät, idealerweise günstiger oder sofort im Markt verfügbar. Dann bekommst Du dieselbe Hardware und richtest sie mit Deinem Konto ein wie ein direkt bestelltes Gerät.
Direkt beim Anbieter fährst Du in den übrigen Fällen entspannter:
- Aktuelle Hardware-Revision: Im Direktvertrieb bekommst Du das laufende Modell. Bei Marktplatz-Restposten kann eine ältere Gerätegeneration im Karton liegen, der eingestellte SumUp Air wird bei mehreren Händlern weiter verkauft.
- Support und Rückgabe aus einer Hand: Bei Problemen mit Konto, App oder Gerät ist der Anbieter direkt Dein Ansprechpartner, ohne Zuständigkeits-Pingpong zwischen Händler und Zahlungsdienstleister.
- Aktionen: Die Anbieter fahren regelmäßig eigene Rabattaktionen auf die Hardware, die den Marktplatz-Preisvorteil aufheben können.
- Kein Gebrauchtgeräte-Risiko: Gebrauchte Reader können an das Konto des Vorbesitzers gebunden oder gesperrt sein. Bei Geräten für unter 40 € neu steht das Ersparte in keinem Verhältnis zum möglichen Ärger.
Wenn Du noch keinen Anbieter hast, ist die Reihenfolge klar: erst den Tarif wählen, dann das Gerät dort kaufen, wo es für dieses Modell am meisten Sinn ergibt. Den Direktweg zu den beiden bekanntesten Einsteiger-Anbietern findest Du bei SumUp und PayPal Zettle, den kompletten Marktüberblick inklusive Miet- und Abo-Modellen in unserem EC-Kartenlesegerät-Vergleich.
Häufige Fragen zum Kartenlesegerät aus dem Elektromarkt
Kann ich ein Kartenlesegerät bei MediaMarkt kaufen und sofort kassieren?
Nein, nicht direkt aus dem Karton. Auch ein bei MediaMarkt oder Saturn gekaufter SumUp-Reader braucht erst ein Konto bei SumUp, inklusive Registrierung mit Deinen Firmendaten und Deinem Geschäftskonto. Zettle-Geräte findest Du dort gar nicht, PayPal verkauft seine Reader nur direkt. Die Freischaltung dauert je nach Anbieter und Prüfung von wenigen Minuten bis zu einigen Tagen. Erst danach nimmt das Gerät Zahlungen an.
Funktioniert ein bei Amazon gekaufter SumUp-Reader auch mit einem anderen Anbieter?
Nein. Die Reader von SumUp, Zettle und vergleichbaren Anbietern sind fest an die Plattform des jeweiligen Herstellers gebunden. Ein SumUp-Reader funktioniert nur mit einem SumUp-Konto und dessen Konditionen von 1,39 % pro Zahlung im Standard-Tarif. Der Kaufort ändert daran nichts, Du kaufst bei Amazon dasselbe geschlossene System wie beim Anbieter selbst.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kartenterminal und einem Chipkartenleser?
Ein Kartenterminal nimmt Zahlungen Deiner Kunden an und leitet sie über einen Zahlungsdienstleister auf Dein Konto weiter. Ein Chipkartenleser, oft als HID- oder TAN-Leser verkauft, liest dagegen nur Deine eigene Karte aus, etwa für das Online-Banking per chipTAN oder für elektronische Signaturen. Beide tauchen in den Shops unter dem Begriff „Kartenlesegerät“ auf, erfüllen aber komplett verschiedene Aufgaben. Zum Kassieren taugt nur das Kartenterminal mit Zahlungsvertrag.
Ist ein gebrauchtes Kartenlesegerät eine sinnvolle Sparoption?
In den meisten Fällen nicht. Gebrauchte Fintech-Reader können noch mit dem Konto des Vorbesitzers verknüpft oder vom Anbieter gesperrt sein, gebrauchte Profi-Terminals schaltet ohne passenden Vertrag in der Regel kein Acquirer frei. Gemessen an Neupreisen ab 29 € für den Zettle Reader 2 oder 39 € für das SumUp Solo Lite ist das Sparpotenzial klein und das Risiko unverhältnismäßig groß.
Worauf sollte ich statt auf den Gerätepreis achten?
Auf das Disagio, also den Prozentsatz pro Kartenzahlung, und auf die Frage Grundgebühr ja oder nein. Die Gerätepreise liegen zwischen 29 € und 279 € und fallen genau einmal an, die Transaktionsgebühren dagegen bei jeder einzelnen Zahlung. Rechne mit Deinem monatlichen Kartenumsatz durch, welcher Tarif für Dich günstiger ist. Unser Rechner oben auf der Seite und der EC-Kartenlesegerät-Vergleich nehmen Dir die Rechenarbeit ab.