5.07.2026 · Von Tobias Rehermann
Kartenzahlung in der Gastronomie: Das richtige Terminal für Restaurant, Café und Imbiss

Kurz zusammengefasst:
- In der Gastronomie entscheidet nicht der niedrigste Prozentsatz über das passende Terminal, sondern Dein Betriebs-Szenario: Bon-Höhe, Kartenumsatz, Saisonverlauf und die Frage, ob am Tisch oder am Tresen kassiert wird.
- Bei kleinen Bons zwischen 8 und 15 € wird die Stückgebühr zur versteckten Kostenfalle: 0,10 € pro Transaktion entsprechen auf einem 10-€-Bon einem vollen Prozentpunkt, das Nexi-Mindestentgelt von 0,40 € sogar 4 %. Café und Imbiss fahren deshalb mit reinen Prozent-Tarifen ohne Transaktionsgebühr besser.
- Ab grob 2.000 € Kartenumsatz im Monat lohnt der Wechsel zum Grundgebühr-Modell: Im Restaurant-Beispiel mit 12.000 € Kartenumsatz kostet SumUp 166,80 € im Monat, ZahlungsWERK mit A920 Pro 100,75 €, ein Abstand von 66 € monatlich oder rund 790 € im Jahr. Die PAYONE-Flatrate ist nochmals knapp 16 € günstiger, bindet Dich aber 60 Monate.
- Wer am Tisch kassiert, braucht ein SIM-Terminal, weil reines WLAN im Gastraum oder auf der Terrasse oft abreißt; Saisonbetriebe wie Biergarten und Eiscafé wählen monatlich kündbare Miete oder ein Kaufgerät, damit im Winter keine Grundgebühr für ein ungenutztes Terminal anfällt.
Kein Umfeld stellt ein Kartenterminal so auf die Probe wie die Gastronomie: Zahlung am Tisch statt am Tresen, Stoßzeiten mit vollem Laden, kleine Bons im Café und volle Terrassen nur von Mai bis September. Das passende Terminal für Restaurant, Café oder Imbiss findest Du nicht über den niedrigsten Prozentsatz, sondern über Dein Betriebs-Szenario: Bon-Höhe, Umsatz und Saisonverlauf entscheiden. Dieser Guide rechnet die typischen Gastro-Fälle mit echten Konditionen durch (Stand 05.07.2026).
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Warum die Gastronomie eigene Regeln hat
Ein Einzelhändler stellt sein Terminal neben die Kasse und ist fertig. In der Gastronomie drehen vier Faktoren die Terminal-Wahl: der Ort der Zahlung (am Tisch kassieren heißt mobiles Gerät), die Bon-Höhe (ein Imbiss mit 12 € Durchschnittsbon rechnet anders als ein Restaurant mit 45 €), der Umsatzverlauf (Biergarten gegen Stadtcafé) und die Frage, ob der Betrag automatisch aus der Kasse ans Terminal wandert. Erst das Szenario klären, dann den Anbieter wählen. Einen Überblick über alle Anbieter-Typen findest Du im Anbieter-Vergleich.
Zahlen am Tisch: Ohne mobiles Terminal geht nichts
Sobald Deine Gäste am Tisch zahlen, ist ein stationäres Gerät raus. Du brauchst ein Terminal mit Akku und eigener Datenverbindung. Hier lohnt der genaue Blick, denn reines WLAN reicht im Gastraum oft nicht. Dicke Altbauwände, Terrasse, Kellerausschank: Dort reißt die Verbindung ab, und der Gast wartet mit gezückter Karte. Geräte mit SIM-Karte wechseln bei WLAN-Ausfall ins Mobilfunknetz und kassieren weiter. So sehen die Zahlen bei den geprüften Tarifen aus: ZahlungsWERK verlangt für das mobile Verifone V400m mit SIM 15,50 €/Monat Miete, für das A920 Pro sind es 17,95 €/Monat. Wer lieber kauft statt mietet, zahlt bei SumUp einmalig 79 € für das Solo mit SIM. Für Stoßzeiten zählen außerdem Akkulaufzeit über die komplette Schicht, ein eingebauter Bondrucker für den Beleg am Tisch und schnelle kontaktlose Zahlungen. Welche mobilen Geräte es im Detail gibt, liest Du im Ratgeber Mobile Kartenlesegeräte.
Kleiner Bon: Die Cent-Gebühren-Falle für Café und Imbiss
Bei Kaffee, Döner und Mittagstisch liegt der Durchschnittsbon meist zwischen 8 und 15 €. Genau hier schlagen Tarife mit fester Stückgebühr pro Transaktion zu, härter als der Prozentsatz vermuten lässt. Eine Transaktionsgebühr von 0,10 € macht auf einem 10-€-Bon einen vollen Prozentpunkt aus. Zwei Beispiele aus den geprüften Tarifen zeigen das Ausmaß: speedy pay classic berechnet 0,079 € je Transaktion, der PAYONE Classic Tarif 0,08 €. Auf einem 12-€-Bon macht das jeweils rund 0,66 bis 0,67 Prozentpunkte, die zum Disagio dazukommen. Noch deutlicher wird es beim aktuellen Nexi-SmartPay-Aktionstarif mit seinem Mindestentgelt von 0,40 € pro Transaktion: Auf einem 10-€-Bon entspricht das 4 %. Betriebe mit kleinem Bon fahren deshalb mit reinen Prozent-Tarifen ohne Stückgebühr besser, etwa SumUp mit 1,39 %, ready2order mit 1,23 % oder ZahlungsWERK mit 0,69 %. Wie sich Disagio, Stückgebühren und Grundgebühren generell zusammensetzen, erklärt der Ratgeber Kartenzahlung-Gebühren.
Hoher Abendumsatz: Ab wann sich Grundgebühr rechnet
Im Restaurant mit vollem Abendgeschäft dreht sich die Logik. Als Faustregel gilt: Ab grob 2.000 € Kartenumsatz im Monat lohnt sich der Wechsel von reinen Flat-Anbietern zu Modellen mit Grundgebühr. Deren niedrigeres Disagio holt die Fixkosten schnell wieder herein. Am einfachsten lässt sich das an einem Miet-Modell zeigen: ZahlungsWERK berechnet 0,69 % auf alle Kartenarten plus Terminal-Miete ab 12,50 €/Monat, monatlich kündbar. Die Alternative ist eine Umsatz-Flatrate wie die PAYONE All Card Flat mit festem Monatsbetrag je Umsatzstaffel, etwa 76,90 €/Monat für die Staffel bis 12.000 € bei 60 Monaten Laufzeit. Damit werden Deine Kosten komplett planbar, allerdings bindest Du Dich lange. Das Miet-Modell bleibt dagegen flexibel. Wie groß der Unterschied in der Praxis ausfällt, zeigt die Beispiel-Rechnung weiter unten.
Saisonbetrieb und Biergarten: Kündbar bleiben
Biergarten, Eiscafé, Strandbar: Wenn Dein Umsatz von Oktober bis März gegen null geht, zahlst Du bei Laufzeitverträgen die Grundgebühr sechs Monate lang für ein Terminal, das niemand benutzt. Sinnvoll sind hier vor allem Modelle ohne feste Bindung. ZahlungsWERK etwa vermietet ohne Laufzeit, sodass Du das Terminal zum Saisonende zurückgeben und im Frühjahr neu starten kannst. Zum Anbieter ZahlungsWERK Wer stattdessen ein Gerät kauft, umgeht die Grundgebühr komplett: Ein SumUp Solo Lite kostet einmalig 39 € und im Winter schlicht nichts, weil nur pro Transaktion 1,39 % anfallen. Zum Anbieter SumUp Je stärker Deine Hochsaison ausfällt, desto eher lohnt sich trotzdem das Miet-Modell mit dem niedrigeren Disagio, weil sich die Monatsgebühr in den umsatzstarken Betriebsmonaten schnell auszahlt.
Kasse und Terminal: Wenn der Bon automatisch wandert
In jedem Betrieb mit Kassensystem gibt es eine unterschätzte Fehlerquelle: den Zahlbetrag von Hand ins Terminal eintippen. Im Freitagabend-Stress werden aus 47,80 € schnell 44,80 €, und die Differenz fällt erst beim Kassensturz auf. Bei Terminals mit Kassen-Anbindung wandert der Bon direkt von der Kasse ans Terminal, Tippfehler sind ausgeschlossen und der Tagesabschluss stimmt. Zwei Anbieter aus unserem Vergleich denken von der Kasse her. speedy pay, das Payment-Modul des Kassenherstellers speedy, bietet das A920-Terminal ab 79,95 € im Tarif start (1,39 %) und deutlich niedrigere Sätze im Vertragstarif classic (0,25 % girocard, 0,89 % Debit-, 1,19 % Kreditkarten plus 0,079 € je Transaktion bei 9,95 €/Monat). ready2order geht den Weg über ein Kombigerät: Beim readyMini für 279 € stecken Kasse und Terminal in einem Gehäuse, und pro Zahlung fallen 1,23 % an.
Die Gastro-Szenarien im Überblick
| Szenario | Worauf es ankommt | Passendes Modell | Beispiele aus dem Vergleich |
|---|---|---|---|
| Café / Imbiss (Bon 8 bis 15 €) | Keine Stückgebühr pro Transaktion | Prozent-Tarif ohne Transaktionsgebühr | SumUp (1,39 %), ready2order (1,23 %), ZahlungsWERK (0,69 % + Miete) |
| Restaurant mit Service am Tisch | Mobiles SIM-Terminal, ab ca. 2.000 € Umsatz Grundgebühr-Modell | Miete oder Umsatz-Flatrate | ZahlungsWERK V400m/A920 Pro, PAYONE All Card Flat |
| Biergarten / Saisonbetrieb | Keine Kosten in der Nebensaison | Monatlich kündbar oder Kaufgerät | ZahlungsWERK (mtl. kündbar), SumUp (Kauf, keine Grundgebühr) |
| Betrieb mit Kassensystem | Betrag wandert automatisch von Kasse ans Terminal | Payment aus dem Kassensystem | speedy pay, ready2order readyMini |
Zwei Beispiel-Rechnungen mit echten Konditionen
Beide Rechnungen nutzen das gleiche Modell wie unser Rechner oben: Kartenumsatz mal Disagio, plus Stückgebühren mal Zahl der Transaktionen, plus Grundgebühr. Alle Sätze stammen aus den von uns geprüften Tarifdaten.
Fall 1: Imbiss mit 3.000 € Kartenumsatz, Durchschnittsbon 12 €
Das sind 250 Kartenzahlungen im Monat, kassiert am Tresen. Bei SumUp Solo Lite ergibt das 3.000 € × 1,39 % = 41,70 €/Monat, dazu einmalig 39 € fürs Gerät. Mit ready2order readyMini sind es 3.000 € × 1,23 % = 36,90 €/Monat, das Gerät kostet einmalig 99 €. ZahlungsWERK kommt auf 3.000 € × 0,69 % = 20,70 € plus 12,50 € Miete, macht 33,20 €/Monat, dafür monatlich kündbar. Bei der PAYONE All Card Flat liegt die Staffel bis 3.000 € bei 25,90 €/Monat, allerdings mit 60 Monaten Laufzeit. Schon bei 3.000 € Umsatz liegt zwischen teuerster und günstigster Variante dieser Rechnung ein Abstand von rund 16 € im Monat. Und zur Einordnung der Stückgebühren-Falle: Im speedy pay classic Tarif würden allein die 250 Transaktionen à 0,079 € schon 19,75 €/Monat kosten, noch bevor ein Cent Disagio gerechnet ist.
Fall 2: Restaurant mit 12.000 € Kartenumsatz, Durchschnittsbon 45 €
Das sind rund 267 Kartenzahlungen im Monat, kassiert mobil am Tisch, also mit SIM-Gerät. Für SumUp Solo (SIM) stehen 12.000 € × 1,39 % = 166,80 €/Monat zu Buche. ZahlungsWERK mit A920 Pro kommt auf 12.000 € × 0,69 % = 82,80 € plus 17,95 € Miete, zusammen 100,75 €/Monat. Bei der PAYONE All Card Flat für die Staffel bis 12.000 € mit mobilem SIM-Gerät sind es 76,90 € plus 8 € Geräteaufschlag, also 84,90 €/Monat, bei 60 Monaten Laufzeit. Zwischen SumUp und ZahlungsWERK liegen hier 66 € im Monat, aufs Jahr gerechnet rund 790 €. Die Flatrate von PAYONE ist noch einmal knapp 16 € günstiger als das Miet-Modell, dafür bindest Du Dich fünf Jahre. Ob Dir diese Ersparnis die Bindung wert ist, hängt daran, wie sicher Du Deinen Standort und Umsatz planst.
Trinkgeld per Karte: Kurz gedacht, oft falsch gebucht
Mit dem Terminal am Tisch wandert auch das Trinkgeld auf die Karte. Freiwilliges Trinkgeld Deiner Gäste an Angestellte ist zwar nach § 3 Nr. 51 EStG lohnsteuerfrei, es landet aber erst auf Deinem Geschäftskonto und muss getrennt vom Umsatz erfasst und vollständig weitergegeben werden, damit das so bleibt. Dazu ein Kostendetail, das oft übersehen wird: Der Payment-Anbieter zieht sein Disagio auch auf den Trinkgeldanteil, Du zahlst also Gebühren auf Geld, das Du komplett weiterreichst. Wie Du Kartentrinkgeld sauber abwickelst und was für Inhaber gilt, steht im Ratgeber Trinkgeld bei Kartenzahlung.
Häufige Fragen zur Kartenzahlung in der Gastronomie
Welches Kartenlesegerät eignet sich für ein kleines Café?
Für kleine Bons zählt vor allem: keine Stückgebühr pro Transaktion. Ein Prozent-Tarif ohne Grundgebühr wie SumUp (1,39 %) oder ready2order (1,23 %) passt, solange der Kartenumsatz überschaubar bleibt. Läuft regelmäßig mehr als etwa 2.000 € im Monat über Karte, rechnet sich ein Miet-Modell wie ZahlungsWERK mit 0,69 %. Rechne am besten mit Deinem eigenen Bon-Schnitt im Rechner oben nach.
Funktioniert Kartenzahlung am Tisch auch ohne stabiles WLAN?
Ja, mit einem Terminal mit SIM-Karte. Solche Geräte kassieren über das Mobilfunknetz weiter, wenn das WLAN auf der Terrasse oder im hinteren Gastraum abreißt. Beispiele sind das Verifone V400m und das A920 Pro bei ZahlungsWERK sowie das SumUp Solo. Reine WLAN-Geräte sind fürs Zahlen am Tisch nur eine Option, wenn Dein Netz jeden Winkel des Gastraums abdeckt.
Ab welchem Umsatz lohnt sich ein Vertrag mit Grundgebühr?
Als Faustregel ab rund 2.000 € Kartenumsatz im Monat. Darunter fährst Du mit einem Kaufgerät ohne Fixkosten meist entspannter. Darüber holt das niedrigere Disagio die Grundgebühr rein: In unserer Restaurant-Rechnung mit 12.000 € Kartenumsatz liegt der Unterschied zwischen Flat-Anbieter und Miet-Modell bei 66 € im Monat. Für Saisonbetriebe gilt zusätzlich: nur monatlich kündbare Modelle oder Kaufgeräte wählen.
Muss ich den Betrag von der Kasse ins Terminal abtippen?
Nur bei Standalone-Terminals ohne Kassen-Anbindung. Lösungen wie speedy pay oder der readyMini von ready2order übernehmen den Betrag automatisch aus der Bonierung, was Tippfehler im Stoßzeiten-Stress ausschließt. Nutzt Du bereits ein Kassensystem, prüfe zuerst, welche Terminals es direkt anbinden kann, bevor Du den Payment-Anbieter wählst.
Was passiert mit Trinkgeld, das per Karte gezahlt wird?
Es landet zunächst auf Deinem Geschäftskonto. Freiwilliges Trinkgeld an Angestellte bleibt nach § 3 Nr. 51 EStG lohnsteuerfrei, wenn Du es getrennt vom Umsatz erfasst und vollständig weitergibst. Beachte: Der Anbieter berechnet sein Disagio auch auf den Trinkgeldanteil. Details mit Buchungspraxis und Inhaber-Sonderfall: Ratgeber Trinkgeld bei Kartenzahlung.