29.07.2026 · Von Tobias Rehermann

Tap to Pay in Deutschland: Welcher Anbieter kann iPhone, Android und girocard

Kurz zusammengefasst:

  • Tap to Pay macht Dein Smartphone zum Kartenterminal, und Stand 05.07.2026 bieten das in Deutschland zehn Anbieter an. Der rote Faden der Matrix: Die girocard, mit der viele Deiner Kunden im Alltag zahlen, läuft auf dem Handy fast nirgends.
  • girocard auf dem Smartphone gibt es nur bei zwei Anbietern: Auf Android listet allein ZahlungsWERK (Softpay) die girocard ausdrücklich, auf dem iPhone geht sie nur über die Sparkassen-App S-POS (0,79 % plus 0,10 € je Transaktion, live seit 03.09.2024). Alle anderen verarbeiten Debitzahlungen über die internationalen Systeme, sofern die Kundenkarte ein Co-Badge trägt.
  • Der Haken für die Praxis: Hält ein Kunde eine girocard ohne funktionierendes Co-Badge an Dein Handy, kommt die Zahlung nicht zustande. Gerade bei Laufkundschaft ist jede abgelehnte Karte verlorener Umsatz; im Zweifel passt ein klassisches Terminal mit voller girocard-Akzeptanz besser.
  • Alle Angaben stammen von den Produkt- und Hilfeseiten der Anbieter sowie Apples offizieller DE-Anbieterliste; „nicht gelistet“ heißt, dass wir keine Unterstützung behaupten. Die Matrix wird bei jedem Rollout aktualisiert, offene Punkte wie die PayPal/Apple-Diskrepanz dokumentiert das Änderungs-Log.

Stand 05.07.2026: Neun Anbieter bieten Tap to Pay in Deutschland an, aber die girocard läuft fast nirgends auf dem Handy. Wer sein Smartphone als Kartenterminal nutzt, akzeptiert in den meisten Fällen Visa, Mastercard und Wallets, nicht aber die Karte, mit der viele Deiner Kunden im Alltag zahlen. Diese Seite ist unsere gepflegte Verfügbarkeits-Matrix: Anbieter für Anbieter, iPhone, Android, girocard, jede Angabe mit Beleg von den Produktseiten. Wir aktualisieren die Tabelle bei jedem Rollout, das Änderungs-Log findest Du am Ende.

Worum es hier geht (und worum nicht)

Tap to Pay macht Dein Smartphone per App zum Kartenterminal: Der Kunde hält Karte oder Handy an Dein Gerät, die NFC-Antenne übernimmt den Rest. Wie die Technik funktioniert, was sie kostet und wo ihre Grenzen liegen, liest Du im Ratgeber Handy als Kartenterminal. Hier zählt nur eine Frage: Welcher Anbieter unterstützt welche Plattform und welche Karten, Stand heute.

Nicht verwechseln: Es geht um die Händler-Seite, also darum, Zahlungen anzunehmen. Ob Deine Kunden per Apple Pay oder Google Pay bezahlen können, steht auf einem anderen Blatt. Das behandeln wir unter Apple Pay und Google Pay annehmen.

Die Verfügbarkeits-Matrix

Alle Angaben stammen von den Produkt- und Hilfeseiten der Anbieter sowie von Apples offizieller Anbieterliste für Deutschland, abgerufen am 05.07.2026. „Nicht gelistet“ bedeutet: Der Anbieter nennt die girocard in seiner Kartenliste nicht. Wir behaupten dann keine Unterstützung, auch wenn andere Quellen das tun.

Anbieter (Stand 05.07.2026) Tap to Pay iPhone Tap to Pay Android girocard
SumUp ja ja nicht gelistet
PayPal Zettle ja laut PayPal¹ ja nicht gelistet
PAYONE Tap on Mobile ja ja unklar, nicht gelistet
Revolut ja nein nein
Stripe ja ja nicht gelistet
Mollie ja ja nicht gelistet
Nexi SoftPOS ja ja nur Co-Badge
ZahlungsWERK (Softpay) nein ja ja
speedy pay softPOS nein ja nein, explizit ausgeschlossen
Sparkasse S-POS ja nein, nur iPhone-App ja, auf dem iPhone

¹ PayPal führt Tap to Pay auf dem iPhone auf seinen deutschen Produktseiten als verfügbar. Auf Apples offizieller Liste der deutschen Zahlungsanbieter steht PayPal allerdings nicht. Wir führen die Zeile deshalb als „ja laut PayPal“ und prüfen die Diskrepanz beim nächsten Update erneut.

Kostenrechner

Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?

8.000 €
35 €
70 % girocard

Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.

Gerätetyp
Vertragsbindung

    Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.

    Die Anbieter in zwei, drei Sätzen

    SumUp: Launch-Partner beim deutschen iPhone-Start, Android ab Version 11. Standardsatz 1,39 % je Transaktion, mit dem Zusatzpaket „Zahlungen Plus“ für 19 € im Monat sinkt der Satz für inländische Verbraucherkarten auf 0,79 %. Die girocard taucht in der Kartenliste nicht auf.

    PayPal Zettle: Der Pionier. Zettle brachte Tap to Pay auf Android schon am 25.10.2022 nach Deutschland, als erster Anbieter überhaupt. Heute laufen laut PayPal beide Plattformen, zu 1,39 % je Zahlung ohne Grundgebühr. girocard steht nicht in der Kartenliste.

    PAYONE Tap on Mobile: Beide Plattformen, 0 € Grundgebühr, monatlich kündbar. Debitkarten kosten 0,89 %, Kreditkarten 1,90 %, mindestens 0,15 € je Transaktion. Wichtig: Die 0,89 % gelten für Debitkarten wie Visa Debit oder Debit Mastercard. Die girocard selbst listen die Produktseiten nicht, wir führen sie deshalb als unklar.

    Revolut: Reine iPhone-Lösung, Android gibt es in Deutschland nicht. Voraussetzung ist ein Business-Konto (ab 10 € im Monat). EWR-Verbraucherkarten kosten 0,8 % plus 0,02 €, dazu kommen 0,08 € Tap-to-Pay-Zuschlag je Zahlung. Details im Revolut-Test.

    Stripe: Beide Plattformen, Android allerdings erst ab Version 13. Regionale Kartensysteme unterstützt Stripe bei Tap to Pay nur in Australien, Kanada und Frankreich. Die girocard fehlt.

    Mollie: iPhone seit dem DE-Rollout 2024 (iOS 17.4 oder neuer), Android seit dem Start der „Mollie Tap“-App am 20.03.2026. Ohne Grundgebühr zahlst Du je nach Kartentyp 1,20 % bis 2,90 %, im Pro-Tarif für 20 € im Monat ab 0,85 % plus 0,10 €. girocard nennt Mollie nicht.

    Nexi SoftPOS: Beide Plattformen. Bei der girocard formuliert Nexi präzise: Akzeptiert werden nur Karten mit Co-Badge, etwa Debit Mastercard, Visa Debit, V Pay oder Maestro. Die Zahlung läuft dann über das internationale System, nicht über das girocard-Verfahren. Im Nexi-Shop startet der Kauf bei 1,19 % Disagio mit 48 Monaten Laufzeit.

    ZahlungsWERK: Die Ausnahme in dieser Tabelle. Die Softpay-basierte Android-Lösung listet die girocard ausdrücklich, neben Visa, Mastercard, Amex und weiteren. Kostenpunkt: 99,99 € einmalig, 5 € Servicegebühr im Monat und 0,69 % zuzüglich der Kartensystem-Gebühren, also nicht direkt mit Pauschalpreisen vergleichbar. Ob die Lösung auf Deinem eigenen Smartphone läuft oder ein Gerät mitgeliefert wird, geht aus der Produktseite nicht eindeutig hervor. Wir klären das nach.

    speedy pay softPOS: Android ab Version 11, kein iPhone. 24,95 € Einrichtung, 7,99 € im Monat, Einheitssatz 1,39 %. Die Produktseite schließt die girocard für den softPOS ausdrücklich aus, anders als bei den klassischen Terminals desselben Anbieters.

    Sparkasse S-POS: Der girocard-Sonderweg auf dem iPhone, live seit dem 03.09.2024. Konditionen: 0,79 % für girocard und Debitkarten, 1,90 % für Kreditkarten, dazu 0,10 € je Transaktion und 1 € Einrichtungsgebühr.

    Klassische Terminals derselben Anbieter, oft mit breiterer Kartenakzeptanz, findest Du in unserer Anbieter-Übersicht.

    Der girocard-Engpass

    Der rote Faden dieser Tabelle: Auf dem Handy kann fast niemand girocard. Unter den Android-Lösungen listet mit ZahlungsWERK genau ein Anbieter die girocard. Auf dem iPhone gibt es sie nur über die Sparkassen-App S-POS. Alle anderen verarbeiten Debitzahlungen über die internationalen Systeme, sofern die Karte des Kunden ein Co-Badge trägt.

    Für Dich heißt das: Hält ein Kunde eine girocard ohne funktionierendes Co-Badge an Dein Smartphone, kommt die Zahlung nicht zustande. Wie oft das passiert, hängt von Deiner Kundschaft ab. Gerade bei Laufkundschaft, die Du nicht kennst und die spontan zahlen will, ist jede abgelehnte Karte ein verlorener Umsatz. Wer überwiegend Stammkunden per Rechnung kassiert, kann den Punkt entspannter sehen. Wer auf dem Wochenmarkt oder im Laden steht, sollte ihn ernst nehmen und im Zweifel ein klassisches Terminal mit voller girocard-Akzeptanz wählen oder gezielt zu einer der beiden girocard-fähigen Handy-Lösungen greifen.

    Kurze Rollout-Historie

    Tap to Pay kam in zwei Wellen nach Deutschland. Android zuerst: Zettle startete am 25.10.2022. Apple folgte am 25.06.2024 mit den Launch-Partnern Adyen, Commerz Globalpay, myPOS, Nexi, SumUp und Viva; Mollie, PAYONE, Revolut, Stripe und die Sparkassen zogen im Laufe des Jahres nach. Am 03.09.2024 brachten die Sparkassen mit S-POS als erste die girocard aufs iPhone. Zuletzt kam am 20.03.2026 die Mollie-Tap-App für Android dazu. Apples offizielle Anbieterliste für Deutschland umfasst aktuell 13 Zahlungsdienstleister.

    Häufige Fragen

    Kann ich mit dem iPhone girocard-Zahlungen annehmen?

    Ja, aber Stand 05.07.2026 nur über die App S-POS der Sparkassen-Finanzgruppe. Sie ist seit dem 03.09.2024 live und rechnet girocard-Zahlungen mit 0,79 % plus 0,10 € je Transaktion ab. Alle anderen iPhone-Anbieter in unserer Matrix listen die girocard nicht.

    Funktioniert Tap to Pay auf jedem Android-Handy?

    Nein. Du brauchst immer NFC, und die Mindest-Android-Version unterscheidet sich je nach Anbieter: Zettle begnügt sich mit Android 8, SumUp, PAYONE, Mollie und speedy pay verlangen Android 11, Stripe sogar Android 13. Die PIN-Eingabe erfolgt bei Bedarf direkt auf Deinem Display.

    Was bedeutet „nur Co-Badge“ bei der girocard?

    Viele girocards tragen zusätzlich ein internationales Zahlverfahren wie Debit Mastercard, Visa Debit, V Pay oder Maestro. Anbieter wie Nexi akzeptieren solche Karten, wickeln die Zahlung aber über das Co-Badge-System ab, nicht über das deutsche girocard-Verfahren. Eine girocard ohne Co-Badge wird abgelehnt, und die Gebühren richten sich nach dem internationalen System.

    Wie aktuell ist diese Übersicht?

    Jede Zeile trägt das Datum der letzten Prüfung, aktuell den 05.07.2026. Wir aktualisieren die Matrix bei jedem relevanten Rollout, etwa wenn ein Anbieter eine neue Plattform freischaltet oder die girocard ergänzt. Was sich wann geändert hat, dokumentiert das Änderungs-Log direkt hier drunter.

    Änderungs-Log