5.07.2026 · Von Christian Jansen

Revolut Kartenzahlung im Check: Tap to Pay am iPhone statt Terminal

Kurz zusammengefasst:

  • Revolut verkauft in Deutschland aktuell gar keine Kartenterminals mehr: Der einzige Weg, vor Ort zu kassieren, ist Tap to Pay auf dem iPhone (ab iPhone XS mit iOS 16.4), Android bleibt außen vor, und die girocard wird nicht unterstützt.
  • Die beworbenen 0,8 % gelten nur für EWR-Kundenkarten und nie allein: Dazu kommen effektiv 0,10 € Pauschale pro Zahlung und ein verpflichtendes Business-Konto ab 10 € im Monat. Bei 2.000 € Kartenumsatz macht das rund 31,71 € (effektiv etwa 1,59 %), während SumUp dort 27,80 € kostet, girocard inklusive.
  • Gewerbliche und internationale Karten schlagen mit 2,6 % zu Buche; der Trustpilot-Wert von 4,7 von 5 bei rund 417.000 Bewertungen stammt vor allem von Privatkunden der Banking-App und sagt über die Händler-Lösung wenig aus.
  • Stimmig ist das Ganze eigentlich nur, wenn Du ohnehin ein Revolut-Business-Konto nutzt, mit dem iPhone kassierst und Deine Kundschaft mit Visa oder Mastercard zahlt; als Kartenleser-Ersatz für den deutschen Laden taugt es nicht, weshalb Revolut auch nicht in unserem Rechner steht.

Revolut taucht in vielen Empfehlungslisten als günstige Terminal-Alternative auf, oft mit Sätzen ab 0,8 % beworben. Ein Blick in die deutschen Revolut-Seiten zeigt ein anderes Bild: Revolut verkauft in Deutschland aktuell gar keine Kartenterminals mehr. Der einzige Weg, vor Ort Karten anzunehmen, ist Tap to Pay auf dem iPhone. Dazu kommen ein verpflichtendes Business-Konto ab 10 € pro Monat und der komplette Verzicht auf die girocard. Was mit Revolut in Deutschland wirklich geht, was es unterm Strich kostet und für wen sich das trotzdem lohnen kann, liest Du hier. Stand: 05.07.2026, alle Angaben stammen direkt von den deutschen Revolut-Seiten und dem Gebührenverzeichnis.

Kostenrechner

Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?

8.000 €
35 €
70 % girocard

Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.

Gerätetyp
Vertragsbindung

    Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.

    Kein Reader, kein Terminal: Was Revolut in Deutschland anbietet

    Anders als oft dargestellt, bekommst Du bei Revolut in Deutschland derzeit keine Terminal-Hardware. Den mobilen Kartenleser Revolut Reader gab es hier eine Zeit lang. Verkauft wird er inzwischen nicht mehr. Das deutsche Help-Center formuliert es wörtlich: „Wir verkaufen Revolut Reader nicht mehr in Deutschland.“ Bestandsgeräte funktionieren weiter, neu kaufen kannst Du keins. Auch das stationäre Revolut Terminal, das es in Großbritannien gibt, fehlt hierzulande. Das Help-Center dazu: „Revolut Terminals werden derzeit nicht in deiner Region unterstützt.“

    Damit bleibt genau ein Weg, mit Revolut vor Ort Kartenzahlungen anzunehmen: Tap to Pay auf dem iPhone. Dein iPhone wird dabei selbst zum Terminal. Deine Kundschaft hält Karte, Smartphone oder Smartwatch einfach an Dein Gerät, die PIN-Eingabe erfolgt bei Bedarf auf Deinem Display. Voraussetzung ist ein iPhone XS oder neuer mit iOS 16.4 oder höher. Android unterstützt Revolut für die Zahlungsannahme nicht. Wie diese Technik grundsätzlich funktioniert und welche Anbieter sie sonst noch ermöglichen, liest Du in unserem Ratgeber Handy als Kartenterminal.

    Für Dich heißt das ganz praktisch: Ohne aktuelles iPhone ist Revolut als Kassenlösung keine Option. Und selbst mit iPhone solltest Du wissen, was die Kundschaft damit nicht kann: mit girocard zahlen. Revolut akzeptiert vor Ort kontaktlose Visa- und Mastercard-Zahlungen sowie Apple Pay und andere Wallets. Die girocard taucht in keiner Akzeptanz-Liste auf, und gerade die ist im deutschen Alltag die meistgenutzte Bankkarte.

    Die Konditionen im Detail

    Die beworbenen 0,8 % gibt es tatsächlich, aber nur für einen Teil der Zahlungen und nie allein. Zu jedem Satz kommt eine Transaktionspauschale, und ohne kostenpflichtiges Business-Konto läuft gar nichts. Das Händlerkonto selbst kostet nichts extra, setzt aber ein Revolut-Business-Abo voraus. Der günstigste Plan Basic liegt bei 10 € pro Monat, einen kostenlosen Plan gibt es auf der deutschen Abo-Seite nicht. Diese 10 € sind der Fixkostenblock, den das 0,8-%-Framing gern unterschlägt.

    Position Kondition
    Hardware 0 € (Dein iPhone ist das Terminal)
    EWR-Kundenkarten (Visa/Mastercard) 0,8 % + 0,02 €
    Tap-to-Pay-Zuschlag + 0,08 € pro Zahlung (effektiv also 0,10 € Pauschale)
    Gewerbliche und internationale Karten 2,6 % + 0,02 €
    Amex-Kundenkarten 1,7 % + 0,02 €
    girocard nicht unterstützt
    Business-Konto Pflicht, günstigster Plan 10 €/Monat
    Auszahlung binnen 24 Stunden, auch am Wochenende
    Rückbuchung (Chargeback) 15 € (Erstattung bei gewonnenem Streitfall)
    Vertrag monatlich kündbar, kein Mindestumsatz

    Zwei Details lohnen den zweiten Blick. Erstens die EWR-Definition: Als europäisch gelten Karten aus dem EWR inklusive Island, Liechtenstein und Norwegen. Karten aus Großbritannien zählen ausdrücklich nicht dazu, sie kosten 2,6 %. Zweitens Amex: Die Preisliste nennt 1,7 % für Amex-Kundenkarten, die Tap-to-Pay-Hilfe führt aber nur Mastercard und Visa auf. Ob Amex über Tap to Pay in Deutschland tatsächlich funktioniert, lässt Revolut offen.

    Die ehrliche Rechnung: 2.000 € Kartenumsatz im Monat

    Rechnen wir das günstigste Szenario durch: 2.000 € Kartenumsatz, ausschließlich EWR-Kundenkarten, durchschnittlicher Bon 35 €. Das sind rund 57 Zahlungen im Monat.

    Und das ist der Idealfall. Sobald gewerbliche oder internationale Karten dabei sind, greift der 2,6-%-Satz. Zum Vergleich: Beim SumUp Solo Lite zahlst Du 39 € einmalig für das Gerät, danach pauschal 1,39 % ohne Monatsgebühr. Bei 2.000 € Umsatz sind das 27,80 € im Monat, und die girocard ist mit dabei. Der vermeintlich günstigere Prozentsatz von Revolut wird durch Kontogebühr und Pauschalen im Kleinbetrags-Szenario komplett aufgezehrt. Bei größerem Durchschnittsbon und höherem Umsatz verschiebt sich das Bild zugunsten von Revolut, weil die Fixanteile an Gewicht verlieren. Wie Du solche Kostenmodelle generell vergleichst, erklärt unser Ratgeber zu Kartenzahlungs-Gebühren.

    Pro und Contra

    Pro:

    Contra:

    Für wen Revolut passt und warum es nicht in unserem Rechner steht

    Es gibt eine Zielgruppe, für die diese Lösung stimmig ist: Du nutzt bereits ein Revolut Business-Konto, kassierst mit dem iPhone und Deine Kundschaft zahlt überwiegend mit Visa oder Mastercard. Dann fallen die 10 € Kontogebühr nicht zusätzlich an, weil Du sie ohnehin zahlst, und die schnelle Auszahlung aufs Händlerkonto spielt ihre Stärke aus. Denkbar etwa für Dienstleister mit internationaler Klientel, die ihr Banking schon bei Revolut gebündelt haben.

    Warum findest Du Revolut trotzdem nicht in unserem Rechner? Unser Vergleich stellt Kartenlesegeräte für den deutschen Markt gegenüber, und dazu gehört für uns die girocard-Akzeptanz als Grundanforderung. Revolut bietet weder ein kaufbares Gerät noch girocard, ein Rechner-Ergebnis würde also Äpfel mit Birnen vergleichen. Alle Anbieter, die wir vergleichen, findest Du in der Anbieter-Übersicht.

    Noch ein Wort zur Bewertungslage: Revolut kommt auf Trustpilot auf 4,7 von 5 Sternen bei rund 417.000 Bewertungen. Diese Zahl sagt über die Händler-Lösung allerdings wenig aus, denn das Profil sammelt vor allem Bewertungen von Privatkunden der Banking-App. Ein eigenes Bewertungsprofil für das Bezahl-Produkt existiert nicht.

    Häufige Fragen

    Kann ich den Revolut Reader in Deutschland noch kaufen?

    Nein. Revolut hat den Verkauf des Readers in Deutschland eingestellt und verweist im Help-Center darauf, dass Updates folgen, falls ein Gerät wieder verfügbar wird. Wenn Du bereits einen Reader besitzt, funktioniert er laut Revolut wie gewohnt weiter. Neukunden starten in Deutschland ausschließlich mit Tap to Pay auf dem iPhone.

    Funktioniert Revolut Tap to Pay auf Android?

    Nein. Die Zahlungsannahme läuft ausschließlich über iPhones, konkret ab dem iPhone XS mit iOS 16.4 oder neuer. Mit einem Android-Gerät brauchst Du also einen anderen Anbieter. Welche Tap-to-Pay-Lösungen auf Android laufen, zeigt unser Ratgeber zum Handy als Kartenterminal.

    Akzeptiert Revolut die girocard?

    Nein. Revolut nennt in seinen Akzeptanz-Listen kontaktlose Visa- und Mastercard-Zahlungen sowie Apple Pay und andere Wallets, die girocard kommt darin nicht vor. Für Deine Kundschaft heißt das: Wer nur die klassische Bankkarte ohne Visa- oder Mastercard-Funktion dabei hat, kann bei Dir nicht mit Karte zahlen. In Deutschland ist das ein relevanter Anteil.

    Was kostet die Kartenzahlung mit Revolut insgesamt?

    Pro Zahlung mit einer EWR-Kundenkarte zahlst Du 0,8 % plus effektiv 0,10 € Pauschale (0,02 € Grundpauschale plus 0,08 € Tap-to-Pay-Zuschlag). Gewerbliche und internationale Karten kosten 2,6 %, Amex-Kundenkarten stehen mit 1,7 % in der Preisliste. Dazu kommt das verpflichtende Business-Konto ab 10 € pro Monat. Rückbuchungen kosten 15 €, Erstattungen sind kostenlos.

    Wie schnell bekomme ich mein Geld?

    Revolut schreibt die Einnahmen innerhalb von 24 Stunden auf Deinem Händlerkonto gut, auch am Wochenende. Von dort schiebst Du das Geld manuell oder per automatischer Auszahlung auf Dein Business-Konto. Gegenüber Anbietern, die nur an Bankarbeitstagen auszahlen, ist das ein spürbarer Vorteil.