14.07.2026 · Von Christian Jansen
SumUp oder PayPal Zettle: Der direkte Vergleich

Kurz zusammengefasst:
- Im Standard-Tarif verlangen SumUp und PayPal Zettle exakt dieselbe Gebühr von 1,39 % auf alle Karten; den Unterschied machen Gerätepreis (Reader 2 für 29 €, Solo Lite für 39 €), Abo-Option, Ökosystem und Bewertungslage.
- Der strukturelle Vorsprung von SumUp ist das One-Abo: 0,79 % auf girocard und Debit plus 0 % auf Zahlungen bis 10 € für 19 € im Monat. Das amortisiert sich ab rund 3.200 € girocard-Umsatz monatlich, im 6.000-€-Szenario spart es 9,80 € pro Monat gegenüber Zettle. Etwas Vergleichbares bietet Zettle nicht an.
- Zettles Trustpilot-Score von 3,4 (gegenüber 4,2 bei SumUp) verdient Kontext: Ein erheblicher Teil der Negativ-Bewertungen betrifft PayPal-Konto-Themen wie Kontosperren und verzögerte Auszahlungen, nicht das Terminal selbst. Einpreisen solltest Du das Kontorisiko trotzdem.
- Bleibt Dein Kartenumsatz unter etwa 2.000 € oder arbeitest Du ohnehin im PayPal-Umfeld, passt der günstigere Reader 2; wächst Dein girocard-lastiger Umsatz darüber hinaus, spricht die Rechnung eher für SumUp.
SumUp und PayPal Zettle verlangen im Standard-Tarif exakt dieselbe Transaktionsgebühr: 1,39 % auf alle Kartenarten, Stand 05.07.2026. Trotzdem sind die beiden Einstiegs-Terminals nicht gleich: Sie unterscheiden sich beim Gerätepreis, bei der Abo-Option für girocard-lastige Betriebe, beim Ökosystem dahinter und bei der Bewertungslage. Diese vier Punkte geben am Ende den Ausschlag, welches Terminal zu Deinem Betrieb passt. Im Folgenden stellen wir SumUp Solo Lite und Zettle Reader 2 direkt gegenüber und rechnen zwei typische Szenarien auf den Cent genau durch.
Der Rechner zeigt Dir vorab, was beide Anbieter bei Deinem monatlichen Kartenumsatz tatsächlich kosten.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
SumUp und Zettle im direkten Vergleich
Die wichtigsten Eckdaten nebeneinander, verifiziert am 03.07.2026:
| Kriterium | SumUp | PayPal Zettle |
|---|---|---|
| Einstiegsgerät | Solo Lite, 39 € einmalig | Reader 2, 29 € einmalig |
| Monatsgebühr Standard | 0 € | 0 € |
| Gebühr Standard | 1,39 % auf alle Karten | 1,39 % auf alle Karten |
| Abo-Option | SumUp One: 19 € pro Monat (14,92 € bei 12 Monaten Bindung), dann 0,79 % auf girocard/Debit und 0 % auf Zahlungen bis 10 € | keine |
| Weitere Geräte | Solo mit eigener SIM (79 €), Solo mit Bondrucker (139 €) | nur Reader 2 |
| Ökosystem | eigene SumUp-Kassenprodukte zubuchbar | kostenlose Kassen-App-Grundfunktionen, enge PayPal-Anbindung |
| Trustpilot | 4,2 bei über 44.000 Bewertungen | 3,4 bei rund 5.700 Bewertungen |
| Vertragsbindung | keine (One wahlweise 12 Monate) | keine |
Beim Gerätepreis liegt Zettle vorn: Der Reader 2 kostet 29 €, das SumUp Solo Lite 39 €. Beide funken über WLAN oder Smartphone-Hotspot; ein eigenes Mobilfunkmodul hat keines der beiden Basisgeräte. Nur SumUp bietet eine Ausbaustufe für alle, die davon unabhängig sein wollen: das Solo mit eigener SIM-Karte für 79 €. Bei Zettle bleibt es dagegen bei einem einzigen Gerät.
Bei den laufenden Gebühren herrscht im Standard-Tarif Gleichstand, seit Zettle im Juli 2025 auf einheitliche 1,39 % umgestellt hat. Der strukturelle Unterschied steckt in der Abo-Option: SumUp One senkt den Satz für girocard und Debitkarten auf 0,79 % und macht Zahlungen bis 10 € komplett gebührenfrei, für 19 € im Monat oder 14,92 € bei 12 Monaten Bindung. Für Premium-, Firmen- und Nicht-EU-Karten bleiben auch im Abo 1,39 %. Zettle bietet nichts Vergleichbares an. Wer wächst, hat bei SumUp also einen internen Ausweg aus der Flat, bei Zettle nur den Anbieterwechsel.
Beim Ökosystem verlaufen die Linien anders. SumUp positioniert sich mit zubuchbaren Kassenprodukten als Komplettanbieter, sodass Du im selben System bleiben kannst, wenn aus dem Marktstand ein Laden mit Sortiment wird. Zettle punktet dafür mit kostenlosen Grundfunktionen seiner Kassen-App und der engen Anbindung an PayPal. Wickelst Du ohnehin Zahlungen über PayPal ab, fügt sich der Reader 2 nahtlos ein. Die Details zu beiden Anbietern findest Du in unseren Einzeltests zu SumUp und PayPal Zettle.
Bleibt die Bewertungslage. Die verdient etwas Kontext, bevor man sie liest. SumUp steht bei Trustpilot mit 4,2 von 5 Punkten aus über 44.000 Bewertungen deutlich besser da als Zettle mit 3,4 aus rund 5.700. Ganz so groß, wie die nackten Zahlen suggerieren, ist der Abstand aber nicht: SumUp lädt aktiv zu Bewertungen ein, was viele kurze 5-Sterne-Reviews erzeugt, wobei die Verzerrung insgesamt gering bleibt. Zettles Profil ist stark polarisiert, etwa 52 % vergeben 5 Sterne und 29 % nur einen. Ein erheblicher Teil der Negativ-Bewertungen bei Zettle betrifft PayPal-Konto-Themen wie Kontosperren und verzögerte Auszahlungen, nicht das Terminal selbst. Die reine Geräteerfahrung fällt also besser aus als der Score vermuten lässt, einpreisen solltest Du das PayPal-Kontorisiko trotzdem.
Zwei Szenarien, exakt durchgerechnet
Szenario 1: 2.000 € Kartenumsatz, Standard-Tarif
Ein kleiner Betrieb, 2.000 € Kartenumsatz im Monat, beide Anbieter im Standard-Tarif ohne Abo:
- SumUp Standard: 2.000 € × 1,39 % = 27,80 € im Monat
- Zettle: 2.000 € × 1,39 % = 27,80 € im Monat
Auf den Cent identisch, und zwar bei jedem Kartenmix, weil beide denselben Satz auf alle Kartenarten anwenden. In diesem Szenario entscheidet nicht die Gebühr, sondern das Drumherum: Zettle spart Dir 10 € beim Gerätekauf und bringt die PayPal-Anbindung mit, SumUp bietet den Weg zu SIM-Gerät, Bondrucker und eigener Kasse, falls Dein Betrieb wächst. Dazu kommt die Option, später ins One-Abo zu wechseln, ohne das Terminal zu tauschen.
Szenario 2: 6.000 € Kartenumsatz, girocard-lastig, mit SumUp One
Jetzt ein girocard-lastiger Betrieb mit 6.000 € Kartenumsatz im Monat, davon 80 % über girocard und Debitkarten (4.800 €) und 20 % über Premium-, Firmen- und Nicht-EU-Karten (1.200 €). Zettle rechnet wie immer pauschal ab:
- Zettle: 6.000 € × 1,39 % = 83,40 € im Monat
SumUp One mit 19 € Monatsgebühr (monatlich kündbar) rechnet so:
- 4.800 € girocard/Debit × 0,79 % = 37,92 €
- 1.200 € Premium-, Firmen-, Nicht-EU-Karten × 1,39 % = 16,68 €
- plus 19,00 € Abo-Gebühr = 73,60 € im Monat
SumUp One spart in diesem Szenario 9,80 € im Monat gegenüber Zettle, aufs Jahr gerechnet 117,60 €. Mit der 12-Monats-Bindung für 14,92 € sinken die Gesamtkosten auf 69,52 €, die Ersparnis wächst auf 13,88 € im Monat oder 166,56 € im Jahr. Und das ist konservativ gerechnet: Der 0-%-Bonus auf Zahlungen bis 10 € ist hier noch gar nicht eingepreist. Kassierst Du viele Kleinbeträge, etwa im Café oder am Kiosk, fällt der Abstand noch größer aus. Zur Einordnung der Schwelle: Die 19 € Abo-Gebühr amortisieren sich ab rund 3.200 € girocard-Umsatz im Monat (3.200 € × 0,60 Prozentpunkte Ersparnis = 19,20 €). Mit 4.800 € girocard-Umsatz liegt dieses Szenario klar darüber.
Nimm SumUp, wenn …
- Dein Kartenumsatz stabil über etwa 3.000 € im Monat liegt und ein hoher girocard-Anteil dabei ist, denn dann rechnet sich SumUp One, eine Option, die es bei Zettle schlicht nicht gibt
- Du viele Zahlungen unter 10 € kassierst und der 0-%-Bonus im One-Abo bei Dir voll durchschlägt
- Ein Gerät mit eigener SIM, ein Bondrucker oder eine ausbaufähige Kasse aus einem Guss für Dich perspektivisch infrage kommt
- Die Bewertungsbasis für Dich zählt: 4,2 bei über 44.000 Trustpilot-Reviews ist ein breiteres Polster als bei Zettle
Passt das zu Deinem Profil, kannst Du Dir die aktuellen Konditionen direkt bei SumUp ansehen.
Nimm Zettle, wenn …
- Der Einstiegspreis zählt: 29 € für den Reader 2 sind 10 € weniger als beim günstigsten SumUp-Gerät
- Dein Kartenumsatz unter etwa 2.000 € im Monat bleibt, wodurch der Kartenmix ohnehin keine Rolle mehr spielt
- Du bereits im PayPal-Umfeld arbeitest und Terminal, Konto und Zahlungsabwicklung lieber an einem Ort bündelst
- Die kostenlosen Grundfunktionen der Zettle-Kassen-App für den Anfang schon reichen
Dann findest Du die Konditionen direkt bei PayPal Zettle. Falls keiner der beiden so richtig passt, lohnt ein Blick auf unsere SumUp-Alternativen oder die komplette Anbieter-Übersicht.
Häufige Fragen zu SumUp vs. PayPal Zettle
Sind die Gebühren bei SumUp und Zettle wirklich identisch?
Im Standard-Tarif ja: Beide berechnen 1,39 % auf alle Kartenarten, ohne Monatsgebühr und ohne Vertragsbindung. Bei identischem Umsatz zahlst Du bei beiden auf den Cent dasselbe. Der Unterschied entsteht erst durch das SumUp-One-Abo, das den girocard-Satz auf 0,79 % senkt und Zahlungen bis 10 € gebührenfrei macht. Eine vergleichbare Option gibt es bei Zettle nicht.
Ab wann lohnt sich SumUp One gegenüber Zettle?
Die 19 € Monatsgebühr holst Du über die 0,60 Prozentpunkte Ersparnis auf girocard- und Debit-Umsatz ab etwa 3.200 € girocard-Umsatz im Monat wieder herein. Mit der 12-Monats-Bindung für 14,92 € liegt die Schwelle bei rund 2.500 €. Kassierst Du zusätzlich viele Beträge unter 10 €, sinkt die Schwelle weiter, weil diese Zahlungen im One-Abo komplett gebührenfrei sind.
Welches Terminal ist besser für unterwegs?
Zettle Reader 2 und SumUp Solo Lite brauchen beide WLAN oder den Hotspot Deines Smartphones, hier nehmen sich die beiden nichts. Wer eine vom Handy unabhängige Verbindung will, wird nur bei SumUp fündig: Das Solo für 79 € bringt eine eigene SIM-Karte mit. Für Märkte, Lieferdienste oder Standorte mit wackligem Empfang ist das der belastbarere Aufbau.
Brauche ich für Zettle ein PayPal-Konto?
Zettle gehört zu PayPal, Anmeldung und Zahlungsabwicklung sind eng mit dem PayPal-Ökosystem verzahnt. Ganz ohne Berührung mit der PayPal-Welt kommst Du bei Zettle nicht aus. Wie die Konto-Anbindung konkret abläuft, klärst Du am besten direkt beim Anbieter. Beachte auch: Ein Teil der kritischen Zettle-Bewertungen dreht sich um PayPal-Kontosperren und Auszahlungsverzögerungen, nicht um das Terminal selbst.