30.07.2026 · Von Christian Jansen

SumUp oder Stripe Terminal: Sofort loslegen gegen integrieren

Kurz zusammengefasst:

  • Zwei Philosophien statt eines Preisduells: SumUp ist das Terminal zum Auspacken (Solo Light 39 €, 1,39 % pro Zahlung, App laden, kassieren), Stripe Terminal ist ein Baustein für integrierte Setups. Ohne Kassensoftware mit Stripe-Anbindung, No-Code-Lösung oder Entwickler-Setup bleibt der Stripe-Reader nutzlos.
  • Der Satz-Vergleich 1,39 % gegen 1,4 % täuscht, denn Stripes 0,10 € pro Transaktion wirken wie ein zweites Disagio: Bei 20 € Durchschnittsbon werden daraus effektiv 1,90 %, im Café-Szenario 38,00 € statt 27,80 € im Monat, gut ein Drittel mehr. Weil Stripes Basissatz schon über SumUps liegt, bleibt SumUp rechnerisch bei jedem Bon vorn, bei großen Bons wird der Abstand aber klein.
  • Bei der girocard geht der Punkt an SumUp: Dort läuft sie auf allen Geräten, bei Stripe nur auf WisePad 3 und Reader S700, das WisePOS E ausdrücklich nicht. Stripes 1,8 Trustpilot-Sterne stammen zudem überwiegend von Online-Payment-Kunden mit Sperr-Beschwerden und taugen eher als Warnsignal für die Risikopolitik als als Urteil über die Terminal-Hardware.
  • Stripe Terminal passt, wenn Deine Kassensoftware Stripe schon integriert hat, ein Online-Shop über Stripe läuft oder eine eigene Lösung per SDK entsteht; für alle, die einfach nur kassieren wollen, ist SumUp der direktere Weg.

Gegensätzlicher können zwei Kartenzahlungs-Anbieter kaum sein. SumUp ist das Terminal zum Auspacken: 39 € für den Reader, 1,39 % pro Zahlung, App laden, kassieren. Stripe Terminal ist ein Baustein für integrierte Kassen-Setups: 1,4 % + 0,10 € pro Zahlung, aber ohne POS-Software mit Stripe-Anbindung oder Entwickler-Ressourcen bleibt das Gerät nutzlos. Die Frage ist also weniger, wer günstiger ist, sondern welches Modell zu Deinem Betrieb passt. Beim Preis täuscht der erste Blick zudem gewaltig: Die 0,10 € pro Transaktion machen Stripe bei kleinen Bons deutlich teurer, als der Prozentsatz vermuten lässt. Wir haben beide Modelle durchgerechnet, Stand 05.07.2026.

Kostenrechner

Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?

8.000 €
35 €
70 % girocard

Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.

Gerätetyp
Vertragsbindung

    Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.

    Zwei Philosophien: auspacken gegen integrieren

    SumUp verkauft Dir ein fertiges Produkt. Das Einstiegsgerät SumUp Solo Light kostet 39 € einmalig, das größere SumUp Solo mit SIM-Karte 79 €, dazu kommen im Standard-Tarif weder Grundgebühr noch Vertragsbindung. Jede Kartenzahlung kostet pauschal 1,39 %, egal ob girocard, Visa oder Mastercard. Konto anlegen, App installieren, loslegen, mehr braucht es nicht: Zwischen Paketannahme und erster Kartenzahlung liegt bei SumUp typischerweise weniger als eine Stunde.

    Stripe Terminal verkauft Dir dagegen einen Baustein. Die Kartenleser WisePad 3 (59 € netto) und Reader S700 (259 € netto) sind allein nicht lauffähig, sie brauchen eine Kassensoftware mit Stripe-Integration, die No-Code-Lösung von Stripe oder ein eigenes Entwickler-Setup über die SDKs. Dafür gibt es auch hier keine Grundgebühr und keine Vertragsbindung, abgerechnet wird pro Zahlung mit 1,4 % + 0,10 € bei EWR-Karten. Was Stripe im Detail kann und wo die Integrations-Hürde konkret liegt, liest Du in unserem Stripe-Terminal-Test.

    SumUp gegen Stripe Terminal: die Zahlen im Überblick

      SumUp (Standard) Stripe Terminal
    Gebühr pro Zahlung 1,39 % 1,4 % + 0,10 € (EWR-Karten)
    Grundgebühr 0 € 0 €
    Einstiegsgerät Solo Light: 39 € WisePad 3: 59 € zzgl. MwSt. (rund 70 € brutto)
    Smart-Terminal Solo: 79 €, mit Drucker 139 € Reader S700: 259 € zzgl. MwSt. (rund 308 € brutto)
    girocard Ja, auf allen Geräten Nur WisePad 3 und Reader S700, WisePOS E nicht
    Betriebsbereit ohne Kassensoftware Ja, per SumUp-App Nein, Integration erforderlich
    Vertragsbindung Keine Keine
    Trustpilot 4,2 von 5 (über 44.000 Bewertungen) 1,8 von 5 (rund 17.200 Bewertungen)

    Zu den Trustpilot-Werten gehört etwas Kontext, sonst führen sie in die Irre. SumUps 4,2 Sterne aus über 44.000 Bewertungen bilden die Händler-Perspektive einigermaßen gut ab, wobei SumUp aktiv zu Bewertungen einlädt und dadurch viele 5-Sterne-Kurzreviews einsammelt. Stripes 1,8 Sterne stammen dagegen überwiegend von Online-Payment-Kunden, die sich über Kontosperrungen und einbehaltene Auszahlungen beschweren; die Terminal-Händler-Perspektive ist darin kaum abgebildet. Als Warnsignal für die Risikopolitik der Plattform taugt der Wert, als Urteil über die Terminal-Hardware eher nicht.

    Warum der Satz-Vergleich täuscht

    1,39 % gegen 1,4 % sieht nach einem Unentschieden aus, ist es aber nicht. Bei Stripe kommen 0,10 € pro Transaktion obendrauf, und die wirken wie ein zweites Disagio, dessen Gewicht von Deinem Durchschnittsbon abhängt. Bei einem Durchschnittsbon von 20 € entsprechen die 0,10 € genau 0,5 Prozentpunkten: Aus den beworbenen 1,4 % werden effektiv 1,9 %. Bei 60 € Bon schrumpft derselbe Fixbetrag auf rund 0,17 Prozentpunkte, effektiv etwa 1,57 %. Die Schere öffnet sich also, je kleiner der Bon ausfällt. Wie Disagio und Transaktionsgebühren generell zusammenspielen, erklärt unser Ratgeber zu den Gebühren bei Kartenzahlung.

    Szenario 1: Café mit 2.000 € Kartenumsatz, Durchschnittsbon 20 €

    2.000 € bei 20 € Bon bedeuten 100 Transaktionen im Monat. SumUp berechnet 1,39 % auf den Umsatz, also 27,80 €. Stripe berechnet 1,4 % Disagio (28,00 €) plus 100 mal 0,10 € (10,00 €), zusammen 38,00 €. Das sind effektiv 1,90 % vom Umsatz und gut ein Drittel mehr als bei SumUp, allein wegen der Transaktionsgebühr. Für Klein-Bon-Geschäfte wie Cafés, Bäckereien oder Kioske ist das der entscheidende Kostenfaktor im Stripe-Modell.

    Szenario 2: Laden mit 8.000 € Kartenumsatz, Durchschnittsbon 60 €

    8.000 € bei 60 € Bon ergeben rund 133 Transaktionen. SumUp: 1,39 % von 8.000 €, also 111,20 €. Stripe: 112,00 € Disagio plus 13,30 € Transaktionsgebühren, zusammen 125,30 €, effektiv rund 1,57 %. Der Abstand schrumpft von einem Drittel auf etwa 13 %. Ganz dreht sich das Bild beim reinen Satz allerdings nie: Weil Stripes Basissatz mit 1,4 % schon über SumUps 1,39 % liegt, bleibt SumUp rechnerisch bei jedem Bon vorn. Bei großen Bons wird der Unterschied nur so klein, dass andere Kriterien die Entscheidung tragen sollten: Hardware-Kosten, girocard-Abdeckung und vor allem die Frage der Integration.

    girocard: klarer Punkt für SumUp

    In Deutschland läuft ein Großteil der Kartenzahlungen über girocard, und hier unterscheiden sich beide Anbieter spürbar. SumUp nimmt girocard auf allen Geräten an, vom Solo Light bis zum Solo mit Drucker, ohne Zusatzbedingungen. Bei Stripe unterstützen nur das WisePad 3 (mit Mindest-Firmware und aktuellen SDK-Versionen) und der Reader S700 girocard, das dritte Stripe-Gerät WisePOS E ausdrücklich nicht. Wer Stripe mit girocard nutzen will, muss also bei der Hardware-Wahl aufpassen. Wie andere Anbieter das lösen, zeigt unsere Anbieter-Übersicht.

    Nimm SumUp, wenn …

    Alle Details zu Tarifen und Geräten stehen in unserem SumUp-Test, die aktuellen Konditionen direkt bei SumUp.

    Nimm Stripe Terminal, wenn …

    Passt dieses Profil, findest Du Geräte und Konditionen direkt bei Stripe.

    Häufige Fragen zu SumUp und Stripe Terminal

    Ist Stripe Terminal günstiger als SumUp?

    Beim reinen Zahlungssatz nicht. SumUp berechnet im Standard-Tarif 1,39 % flat, Stripe 1,4 % + 0,10 € pro EWR-Kartenzahlung. Durch die Transaktionsgebühr liegt Stripe bei 20 € Durchschnittsbon effektiv bei 1,90 %, bei 60 € Bon noch bei rund 1,57 %. SumUp bleibt rechnerisch bei jedem Bon knapp vorn; bei großen Bons ist der Unterschied allerdings gering.

    Kann ich Stripe Terminal wie ein SumUp-Gerät einfach auspacken und loslegen?

    Nein. Die Stripe-Kartenleser sind Zubehör für eine Software-Umgebung mit Stripe-Anbindung: eine POS-Software mit Stripe-Integration, die No-Code-Lösung von Stripe oder ein Entwickler-Setup über die SDKs. SumUp funktioniert dagegen standalone mit der eigenen App und einem Konto, ganz ohne Kassensystem.

    Wie sieht es bei beiden mit girocard aus?

    SumUp unterstützt girocard auf allen Geräten. Bei Stripe können nur das WisePad 3 und der Reader S700 girocard annehmen, das WisePOS E laut Stripe-Doku ausdrücklich nicht. Für Deutschland mit seinem hohen girocard-Anteil ist das ein relevanter Unterschied bei der Gerätewahl.

    Was kosten die Geräte im Vergleich?

    SumUp nennt Bruttopreise: Solo Light 39 €, Solo 79 €, Solo mit Drucker 139 €. Stripe weist netto aus: WisePad 3 für 59 € (rund 70 € brutto), Reader S700 für 259 € (rund 308 € brutto). Grundgebühren fallen bei beiden im Pay-as-you-go-Modell nicht an, Vertragsbindung gibt es ebenfalls keine.