5.07.2026 · Von Tobias Rehermann
Mollie Terminal im Check: Transparente Preise, aber ohne girocard

Kurz zusammengefasst:
- Mollie legt seine Terminal-Preise komplett offen, akzeptiert laut offizieller Akzeptanzliste aber keine girocard, und über genau diese Karte laufen im deutschen Handel je nach Branche 60 bis 80 Prozent der Kartenzahlungen. Deshalb fehlt Mollie auch in unserem Rechner.
- Der Einstieg kostet 95 € fürs Tap-Terminal; im vertragsfreien Pay-as-you-go-Modell zahlst Du 1,50 % auf inländische Verbraucherkarten, im Pro-Tarif (20 €/Monat, 1 Jahr Bindung) 0,10 € + 0,85 %. Pro rechnet sich grob ab 3.100 € Kartenumsatz im Monat, bei kleinen Bons eher ab 4.400 €.
- Neben der girocard-Lücke stört, dass Mollie die Chargeback-Gebühr öffentlich nicht beziffert; auf Trustpilot stehen etwa 4,0 von 5 bei rund 12.290 Bewertungen, polarisiert durch etwa 11 Prozent 1-Sterne-Wertungen zu Auszahlungs- und Verifikationsthemen.
- Zahlt Deine Kundschaft überwiegend international, etwa in Gastronomie und Tourismus, oder nutzt Du Mollie schon im Online-Shop, kann das Modell passen; für den typisch deutschen Laden mit girocard-Stammkundschaft bleibt es ein Ausschlusskriterium.
Mollie kennen viele Händler aus dem Online-Geschäft: Der Payment-Anbieter aus Amsterdam wickelt für zehntausende Shops in Europa die Bezahlung ab. Seit einiger Zeit verkauft Mollie auch Kartenterminals für den Laden, mit Preisen, die vollständig öffentlich auf der Website stehen. In dieser Branche ist das keine Selbstverständlichkeit. Trotzdem gibt es einen Punkt, der für viele deutsche Geschäfte schwerer wiegt als jede Preistabelle: Mollie-Terminals akzeptieren laut offizieller Akzeptanzliste keine girocard. Dieser Check ordnet Geräte, Gebühren und genau diese Lücke ein, auf Basis unserer Konditionsdaten mit Stand 05.07.2026.
Vorab ein Hinweis in eigener Sache: In unserem Rechner findest Du Mollie bewusst nicht. Unser Kostenmodell rechnet mit einem girocard-Anteil an Deinem Kartenumsatz, weil die girocard in deutschen Läden die dominierende Kartenart ist. Ein Anbieter, der girocard gar nicht verarbeitet, würde in diesem Modell systematisch zu günstig erscheinen. Die girocard-fähigen Anbieter kannst Du hier direkt auf Deine eigenen Zahlen rechnen:
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Geräte und Preise: Was Mollie fürs Terminal verlangt
Mollie bietet drei Geräte an, alle zum Kauf statt zur Miete:
| Gerät | Einmalpreis | Einsatz |
|---|---|---|
| Tap-Terminal (Mollie Tap) | 95 € | Kompaktgerät ohne Bondrucker, für Einsteiger und unterwegs |
| Mobiles Terminal (PAX A920Pro) | 350 € | Android-Terminal mit Display und Bondrucker, mobil einsetzbar |
| Stationäres Terminal (PAX A35) | 350 € | Festes POS-Terminal für den Tresen |
Die beiden PAX-Geräte bewirbt Mollie derzeit als dauerhaft reduziert, der durchgestrichene Listenpreis liegt jeweils bei 550 €. Eine Pflicht-Miete für die Hardware gibt es nicht, Du kaufst einmal und bist fertig.
Die zwei Tarifmodelle: Pay as you go und Pro
Bei den Transaktionsgebühren am Terminal unterscheidet Mollie nicht nach EWR- und Nicht-EWR-Karten, sondern nach Kartentyp. Zur Wahl stehen zwei Modelle:
| Kartentyp | Pay as you go (0 €/Monat, kein Vertrag) | Pro (20 €/Monat, 1 Jahr Laufzeit) |
|---|---|---|
| Inländische Verbraucher-Debit- und Kreditkarten | 1,50 % | 0,10 € + 0,85 % |
| Sonstige Verbraucherkarten | 1,80 % | 0,10 € + 1,50 % |
| American Express | 2,10 % | 0,10 € + 1,80 % |
| Geschäftskarten | 2,90 % | 0,10 € + 2,50 % |
Pay as you go kommt ohne Monatsgebühr und ohne Vertragsbindung aus, ist allerdings auf ein einzelnes Hardware-Terminal begrenzt. Pro kostet 20 € im Monat, bindet Dich für ein Jahr und enthält eine Terminal-Lizenz. Jedes weitere Terminal schlägt mit zusätzlichen 20 € monatlich zu Buche, und Amex- sowie Geschäftskarten sind in beiden Modellen spürbar teurer als inländische Verbraucherkarten. Ausgezahlt wird täglich oder wöchentlich, je nach Einstellung; bis zu fünf Auszahlungen im Monat sind kostenlos, danach kostet jede weitere 0,25 €. Wie solche Sätze im Markt einzuordnen sind, liest Du unter Kartenzahlung-Gebühren.
Ein Posten fehlt in der öffentlichen Preisliste: die Gebühr für Rückbuchungen (Chargebacks). Mollie bestätigt im Hilfebereich zwar, dass bei einer Rückbuchung neben dem Transaktionsbetrag auch Kosten abgezogen werden, die konkrete Höhe zeigt der Anbieter aber nur im Händler-Dashboard. Ehrliche Antwort: Wir kennen den Betrag nicht und tun auch nicht so, als ob.
Der Haken: keine girocard-Akzeptanz
Jetzt zum entscheidenden Punkt. Die offizielle Akzeptanzliste für Mollie-Terminals nennt Maestro, Visa, Visa Electron, V Pay, JCB, UnionPay, Discover, Diners Club und American Express, dazu Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay. Die girocard taucht in dieser Liste nicht auf. Im deutschen Handel läuft aber je nach Branche mit etwa 60 bis 80 Prozent der Großteil der Kartenzahlungen über genau diese Karte.
In der Praxis heißt das: Deutsche Bankkarten mit internationalem Co-Badge, also mit zusätzlichem V Pay-, Maestro- oder Debit-Mastercard-Logo, funktionieren am Mollie-Terminal, laufen dann aber über das internationale Zahlungsnetz und nicht über die girocard-Schiene. Karten ohne solches Co-Badge gehen schlicht nicht durch. Für einen Bäcker, einen Kiosk oder eine Arztpraxis mit Stammkundschaft, die klassisch mit Bankkarte zahlt, ist das kein Schönheitsfehler. Es ist ein Ausschlusskriterium.
Genau deshalb führen wir Mollie nicht in unserem Kostenrechner. Wir müssten entweder den girocard-Anteil ignorieren oder Annahmen erfinden, und beides machen wir nicht. Wenn girocard-Akzeptanz für Dich Pflicht ist, und das ist sie für die meisten stationären Läden in Deutschland, wirst Du eher bei Anbietern wie PayPal Zettle fündig; einen Überblick über alle geprüften Anbieter gibt unsere Anbieter-Übersicht.
Pay as you go oder Pro: Ab wann sich der Wechsel rechnet
Falls Mollie für Dein Geschäft trotz allem infrage kommt, lohnt ein Blick auf die Tarifwahl. Bei inländischen Verbraucherkarten spart Pro gegenüber Pay as you go 0,65 Prozentpunkte (0,85 % statt 1,50 %). Dem stehen 20 € Monatsgebühr gegenüber. Grob gerechnet gleichen sich die 20 € ab etwa 3.100 € monatlichem Kartenumsatz mit inländischen Verbraucherkarten aus (20 € geteilt durch 0,0065). Diese Faustformel lässt den Fixbetrag von 0,10 € pro Zahlung außen vor, den nur Pro berechnet. Je kleiner Deine Bons, desto stärker frisst er die Ersparnis auf: Bei 50 € Durchschnittsbon entsprechen die 0,10 € weiteren 0,2 Prozentpunkten, die reale Schwelle liegt dann eher bei rund 4.400 € Monatsumsatz. Bei vielen Kleinbeträgen kann Pay as you go trotz des höheren Prozentsatzes das passendere Modell bleiben.
Stärken und Schwächen im Überblick
Was für Mollie spricht:
- Vollständig öffentliche Preisliste für Geräte und Transaktionsgebühren, ohne Sales-Gespräch
- Pay as you go ohne Monatsgebühr und ohne Vertragsbindung, Einstieg ab 95 € fürs Tap-Terminal
- Pro-Tarif mit 0,10 € + 0,85 % auf inländische Verbraucherkarten für umsatzstärkere Betriebe
- Ein Backend für Online-Shop und Laden, wenn Du Mollie ohnehin schon im E-Commerce nutzt
- Tägliche oder wöchentliche Auszahlung nach Wahl
Was gegen Mollie spricht:
- Keine girocard-Akzeptanz, für viele deutsche Läden das K.-o.-Kriterium
- Amex (2,10 % bzw. 0,10 € + 1,80 %) und Geschäftskarten (2,90 % bzw. 0,10 € + 2,50 %) deutlich teurer
- Chargeback-Gebühr öffentlich nicht beziffert, erst im Dashboard sichtbar
- Pro bindet ein Jahr und kostet je weiterem Terminal zusätzliche 20 € im Monat
- Trustpilot-Bild polarisiert: etwa 4,0 von 5 bei rund 12.290 Bewertungen, darunter etwa 11 Prozent 1-Sterne-Wertungen, häufig zu Auszahlungs- und Verifikationsthemen
Wie sich Mollie damit gegen die girocard-fähige Konkurrenz schlägt, zeigt unser Kartenzahlung-Anbieter-Vergleich im Detail.
Für wen Mollie passt und für wen nicht
Mollie passt zu Dir, wenn:
- Deine Kundschaft überwiegend international zahlt, etwa in Gastronomie und Tourismus, wo Visa, Mastercard und Wallets den Ton angeben
- Du bereits einen Online-Shop über Mollie abwickelst und Laden plus Web in einem Backend zusammenführen willst
- Du transparente, öffentlich einsehbare Konditionen ohne Vertriebsgespräch schätzt
- Du ohne Vertragsbindung starten willst und das Pay-as-you-go-Modell mit einem Terminal ausreicht
Mollie passt eher nicht zu Dir, wenn:
- Deine Stammkundschaft mit der klassischen Bankkarte zahlt, denn reine girocard-Karten funktionieren am Mollie-Terminal nicht
- Du einen typisch deutschen Laden mit hohem girocard-Anteil führst, vom Bäcker bis zum Friseursalon
- Du häufig Geschäftskarten akzeptierst, die mit 2,90 % bzw. 0,10 € + 2,50 % spürbar teurer abgerechnet werden
- Du alle Gebühren vorab schwarz auf weiß brauchst, inklusive Rückbuchungskosten
Gehörst Du zur ersten Gruppe, kannst Du Dir die Terminals und Konditionen direkt bei Mollie ansehen. Für alle anderen bleibt die girocard-fähige Konkurrenz aus unserem Rechner die naheliegendere Wahl.
Häufige Fragen zum Mollie Terminal
Akzeptiert das Mollie Terminal girocard?
Nein, die girocard fehlt in der offiziellen Akzeptanzliste. Deutsche Bankkarten mit Co-Badge laufen über V Pay, Maestro oder Debit Mastercard, Karten ohne internationales Co-Badge werden nicht akzeptiert. Für Läden mit hohem girocard-Anteil ist das der zentrale Grund, sich woanders umzusehen.
Was kostet das Mollie Terminal?
Das Tap-Terminal kostet einmalig 95 €, das mobile PAX A920Pro und das stationäre PAX A35 jeweils 350 € (Listenpreis 550 €, derzeit dauerhaft reduziert beworben). Dazu kommen die Transaktionsgebühren: im vertragsfreien Pay-as-you-go-Modell 1,50 % auf inländische Verbraucherkarten, im Pro-Tarif für 20 € im Monat 0,10 € + 0,85 %. Stand der Daten: 05.07.2026.
Lohnt sich Mollie Pro gegenüber Pay as you go?
Als Faustformel: ab etwa 3.100 € monatlichem Kartenumsatz mit inländischen Verbraucherkarten. Ab dieser Schwelle spart der um 0,65 Prozentpunkte niedrigere Satz mehr ein, als die 20 € Monatsgebühr kosten. Der Fixbetrag von 0,10 € pro Zahlung im Pro-Tarif verschiebt die Grenze allerdings nach oben, je kleiner Deine Durchschnittsbons sind. Bei vielen Kleinbeträgen fährt mancher Betrieb mit Pay as you go besser, trotz des höheren Prozentsatzes.
Für wen ist Mollie trotz der girocard-Lücke sinnvoll?
Vor allem für Betriebe mit internationaler Kundschaft, etwa in Gastronomie und Tourismus, wo Visa, Mastercard und Smartphone-Wallets den Großteil der Zahlungen ausmachen. Und für Online-Händler, die Mollie bereits im Shop einsetzen: Sie bekommen Laden- und Online-Zahlungen in einem gemeinsamen Backend, mit einer Auszahlung und einer Abrechnung.
Wie wird Mollie von Kunden bewertet?
Auf Trustpilot steht Mollie bei etwa 4,0 von 5 Sternen aus rund 12.290 Bewertungen (Stand 05.07.2026). Die Verteilung ist polarisiert: einer großen Mehrheit an 5-Sterne-Wertungen stehen etwa 11 Prozent 1-Sterne-Wertungen gegenüber, häufig zu verzögerten Auszahlungen und Verifikationsprozessen. Solche Muster sind bei Payment-Dienstleistern verbreitet, weshalb der Score allein kein verlässliches Qualitätsurteil ist.