6.08.2026 · Von Christian Jansen

Kartenzahlung im Verein: Vereinsfest und Beiträge ohne Bargeld-Kasse

Kurz zusammengefasst:

  • Ein eingetragener Verein kann problemlos ein Kartenterminal anmelden: Üblich sind Vereinsregisterauszug, Unterschrift eines vertretungsberechtigten Vorstands nach § 26 BGB und ein Vereinskonto für die Auszahlungen, die Details unterscheiden sich je nach Anbieter. Kartenumsätze gehören nie auf das Privatkonto des Kassenwarts.
  • Zum Vereins-Profil mit wenigen Einsatz-Wochenenden im Jahr passt ein Kauf-Gerät ohne Grundgebühr: Der Zettle Reader 2 kostet einmalig 29 €, das SumUp Solo Lite 39 €, beide rechnen 1,39 % pro Zahlung ab und kosten im Schrank exakt null Euro. Ein Mietterminal für 12,50 € im Monat liefe dagegen mit 150 € im Jahr auch in den zehn Monaten ohne Fest weiter.
  • Das Sommerfest mit 3.000 € Kartenumsatz kostet bei 1,39 % genau 41,70 € Gebühren, ein Aufwandsposten wie Zeltmiete oder GEMA. Ein Vertrag und ein Konto reichen für den ganzen Verein, das Terminal wird zwischen den Ständen einfach weitergereicht; für den zweiten Stand genügt ein Zusatzgerät oder Tap to Pay per Helfer-Smartphone.
  • Vorsicht bei Spenden per Karte: Für Zuwendungsbestätigungen braucht der Verein eine nachvollziehbare Zuordnung von Spender und Betrag, und die steuerliche Sphärenzuordnung hängt vom Einzelfall ab. Kläre das mit Kassenwart und im Zweifel Steuerberater, bevor Ihr Spenden über das Terminal sammelt; der Beitrag ist keine steuerliche Beratung.

Bratwurststand, Getränkebons, Startgeld fürs Turnier: Immer öfter steht jemand ohne Bargeld vor der Vereinskasse. Ein eingetragener Verein kann Kartenzahlung annehmen, und mit einem Kauf-Gerät ohne Grundgebühr kostet das Terminal nur dann etwas, wenn es tatsächlich kassiert. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Anmeldung als e.V. läuft, welches Terminal-Modell zu einem Verein mit drei Einsatz-Wochenenden im Jahr passt und was ein Vereinsfest mit 3.000 € Kartenumsatz an Gebühren kostet. Stand 05.07.2026.

Kostenrechner

Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?

8.000 €
35 €
70 % girocard

Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.

Gerätetyp
Vertragsbindung

    Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.

    Darf ein e.V. überhaupt ein Kartenterminal anmelden?

    Ja. Terminal-Anbieter schließen Verträge mit Geschäftskunden, und ein eingetragener Verein ist als juristische Person genau das. Die gängigen Anbieter akzeptieren e.V. in der Regel ohne Sonderweg, das Onboarding läuft nur etwas formeller ab als bei einem Einzelunternehmer. Üblich sind drei Bausteine: ein aktueller Vereinsregisterauszug, die Unterschrift eines vertretungsberechtigten Vorstands nach § 26 BGB und ein Vereinskonto, auf das die Kartenumsätze ausgezahlt werden. Dazu kommt meist eine Ausweisprüfung der handelnden Person, die schreibt die Geldwäscheprävention vor.

    Der Punkt: Die Details unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, manche fragen zusätzlich nach der Satzung oder nach wirtschaftlich Berechtigten. Prüfe die Anforderungen Deines Anbieters vor der Anmeldung, dann gibt es beim Freischalten keine Überraschung. Und zahle Kartenumsätze nie auf das Privatkonto des Kassenwarts aus, das gibt bei der Kassenprüfung unnötige Diskussionen. Welche Anbieter wir geprüft haben, siehst Du in der Anbieter-Übersicht.

    Das Vereins-Nutzungsprofil: wenige Spitzen statt Dauerbetrieb

    Ein Verein kassiert anders als ein Laden. Statt täglichem Betrieb gibt es wenige Spitzen im Jahr: das Sommerfest, ein Turnier, den Weihnachtsbasar, dazwischen Monate Ruhe. Für dieses Profil sind laufende Fixkosten Gift, denn eine Grundgebühr läuft auch in den zehn Monaten weiter, in denen niemand kassiert. Ein Mietterminal wie das von ZahlungsWERK kostet 12,50 € im Monat, also 150 € im Jahr, selbst wenn das Gerät nur an drei Wochenenden arbeitet. Für Händler mit Dauerbetrieb kann sich so ein Tarif rechnen, für den typischen Verein eher nicht.

    Passender sind zwei Modelle ohne Grundgebühr. Zum einen das Kauf-Gerät: Der Zettle Reader 2 kostet einmalig 29 €, das SumUp Solo Lite 39 €. Beide rechnen 1,39 % pro Kartenzahlung ab, ohne Monatsgebühr und ohne Laufzeit. Das Gerät kann 350 Tage im Schrank des Vereinsheims liegen und kostet in dieser Zeit exakt null Euro. Zum anderen Tap to Pay: Dabei wird ein normales Smartphone per App zum Kartenleser, ganz ohne Hardware. PAYONE bietet das als Tap on Mobile ohne Grundgebühr an, mit 0,89 % auf Debitkarten und 1,9 % auf Kreditkarten (girocard wird bei Tap on Mobile nicht angegeben). Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Handy als Kartenterminal.

    Das Nutzungsprofil ähnelt übrigens dem eines Wochenmarkt-Händlers: draußen kassieren, kleine Beträge, kein fester Stromanschluss. Vieles aus dem Ratgeber Kartenzahlung am Marktstand gilt deshalb eins zu eins fürs Vereinsfest. Weitere Geräte dieser Kategorie vergleichen wir unter Kartenlesegerät ohne Grundgebühr. Zum Anbieter PayPal Zettle

    Mehrere Kassierer beim Fest: ein Konto, ein oder zwei Geräte

    Beim Sommerfest kassieren selten dieselben zwei Hände den ganzen Tag. Die gute Nachricht: Der Verein braucht trotzdem nur einen Vertrag und ein Konto. Das Terminal wird einfach weitergereicht, von der Getränke-Frühschicht ans Kuchenbuffet, alle Umsätze laufen im selben Dashboard auf.

    Erst wenn zwei Stände gleichzeitig kassieren sollen, stellt sich die Frage nach dem Zweitgerät. Bei 29 € für einen zusätzlichen Zettle Reader ist das keine große Investition, und beide Geräte hängen am selben Vereinskonto. Die schlanke Variante: Der zweite Stand kassiert per Tap to Pay über das Smartphone eines Helfers, mit den Zugangsdaten des Vereins. Noch ein Praxispunkt für die Festwiese: Der Zettle Reader koppelt sich mit der App auf einem Handy, draußen reicht dafür der Hotspot. Wer gar nicht auf Handys angewiesen sein will, nimmt das SumUp Solo für 79 €, das mit eigener SIM-Karte selbstständig funkt.

    Die Vereinsfest-Rechnung: 3.000 € Umsatz am Wochenende

    Rechenbeispiel Sommerfest: 3.000 € Kartenumsatz an einem Wochenende, Durchschnittsbon 10 €, also rund 300 Kartenzahlungen. Mit dem SumUp Solo Lite fallen 1,39 % an, macht 41,70 € Gebühren für das ganze Fest. Beim Zettle Reader 2 ist der Satz identisch. Dazu kommt einmalig der Gerätekauf, der sich über alle künftigen Feste verteilt.

    Posten Betrag
    Kartenumsatz Festwochenende 3.000,00 €
    Gebühren 1,39 % (SumUp Solo Lite, Standard-Tarif) 41,70 €
    Auszahlung auf das Vereinskonto 2.958,30 €
    Einmalig: Gerät (Zettle 29 € oder SumUp 39 €) 29,00 bis 39,00 €

    Ordne die 41,70 € im Festbudget als das ein, was sie sind: ein Aufwandsposten wie Zeltmiete oder GEMA, nur kleiner. Zum Vergleich: Auch Bargeld ist nicht kostenlos. Wechselgeld besorgen, Kasse zählen, Bareinzahlung bei der Bank, für die viele Institute Gebühren nehmen, dazu Zählfehler. Kartenzahlung macht die Kosten nur sichtbarer, als es die Bargeld-Kasse je war. Deine eigenen Zahlen rechnet der Tarifrechner oben durch. Zum Anbieter SumUp

    Spenden per Karte: möglich, aber mit Fingerspitzengefühl

    Technisch ist eine Spende per Karte kein Problem: Betrag eintippen, Karte dranhalten, das Geld landet auf dem Vereinskonto. Steuerlich ist das Thema für gemeinnützige Vereine allerdings sensibler, als es aussieht. Für Zuwendungsbestätigungen braucht der Verein eine nachvollziehbare Zuordnung von Spender und Betrag, die reine Terminal-Buchung weist aber nur den Betrag nach. Und ob eine Einnahme dem ideellen Bereich oder einem anderen steuerlichen Bereich des Vereins zuzuordnen ist, hängt vom Einzelfall ab. Der Getränkeverkauf beim Fest ist eben etwas anderes als eine freiwillige Spende ohne Gegenleistung.

    Kurz gesagt: Kläre die Spannungsfelder Zuwendungsbestätigung und Sphärenzuordnung mit Deinem Kassenwart und im Zweifel mit einem Steuerberater, bevor Ihr Spenden über das Terminal sammelt. Dieser Ratgeber ist keine steuerliche Beratung, und gerade bei der Gemeinnützigkeit ist Vorsicht günstiger als eine Nachfrage vom Finanzamt.

    Kassenführung im Verein: Belege und getrennte Töpfe

    Die gute Nachricht für den Kassenwart: Kartenzahlung erzeugt von allein eine lückenlose Belegkette. Jede Transaktion steht mit Datum, Uhrzeit und Betrag im Dashboard des Anbieters, die Monatsabrechnung dient als Beleg für die Vereinsbuchhaltung, und die Auszahlung erscheint nachvollziehbar auf dem Kontoauszug. Das ist deutlich robuster als ein Zettel mit dem gezählten Kassenbestand vom Festsonntag.

    Ein organisatorischer Tipp, der spätere Zuordnungsfragen entschärft: getrennt kassieren. Wenn der Spendenstand ein eigenes Zeitfenster oder ein eigenes Gerät nutzt, lassen sich Verkaufserlöse und Spenden im Export sauber auseinanderhalten. Wie streng Euer Verein die Bereiche trennen muss, hängt wieder vom Einzelfall ab und gehört in das Gespräch mit dem Steuerberater.

    Häufige Fragen zur Kartenzahlung im Verein

    Braucht der Verein ein eigenes Konto für das Kartenterminal?

    Der Anbieter zahlt die Kartenumsätze auf das Konto aus, das beim Onboarding hinterlegt wird, und das sollte immer das Vereinskonto sein. Ein zusätzliches Geschäftskonto ist dafür nicht nötig. Wichtig ist nur die klare Trennung vom Privatvermögen der Vorstandsmitglieder, schon wegen der Kassenprüfung.

    Was kostet Kartenzahlung beim Vereinsfest konkret?

    Mit einem Kauf-Gerät ohne Grundgebühr zahlst Du nur den Prozentsatz auf den Umsatz. Im Beispiel mit 3.000 € Kartenumsatz und 1,39 % sind das 41,70 € für das ganze Wochenende, dazu einmalig 29 € für den Zettle Reader 2 oder 39 € für das SumUp Solo Lite. In Monaten ohne Veranstaltung fallen keinerlei Kosten an.

    Können mehrere Abteilungen dasselbe Terminal nutzen?

    Ja, ein Vertrag und ein Gerät reichen für den ganzen Verein. Fußballabteilung, Tennisabteilung und Förderverein-Stand können nacheinander mit demselben Terminal kassieren, alle Umsätze laufen auf dem Vereinskonto auf. Für die interne Zuordnung hilft es, die Einsätze zeitlich zu trennen und die Transaktionsexporte nach Datum den Veranstaltungen zuzuweisen.

    Funktioniert Kartenzahlung auch auf der Festwiese ohne WLAN?

    Ja, mit der passenden Verbindung. Der Zettle Reader 2 und Tap-to-Pay-Apps nutzen die Datenverbindung eines Smartphones, dafür reicht normaler Mobilfunkempfang. Wer unabhängig von Handys sein will, nimmt ein Gerät mit eigener SIM-Karte wie das SumUp Solo für 79 €. Nur reine WLAN-Geräte ohne Hotspot-Option sind auf der Wiese die falsche Wahl.

    Können wir auch Mitgliedsbeiträge über das Terminal einziehen?

    Für den Regelfall ist das Terminal dafür nicht gedacht, Mitgliedsbeiträge laufen in den meisten Vereinen per SEPA-Lastschrift automatisch und ohne Gebühren pro Zahlung. Praktisch ist das Terminal aber für Sonderfälle: die Aufnahmegebühr bei der Anmeldung im Vereinsheim, den Nachzügler ohne erteiltes Mandat oder Kursgebühren, die direkt vor Ort fällig werden.