5.07.2026 · Von Christian Jansen
Kartenterminal von Sparkasse oder Volksbank: Der ehrliche Vergleich

Kurz zusammengefasst:
- Deine Sparkasse oder Volksbank verkauft Dir kein eigenes Terminal, sondern vermittelt einen Vertrag mit ihrem Payment-Partner: bei den Sparkassen PAYONE, bei den Volksbanken VR Payment. Eine öffentliche Preisliste gibt es dafür nicht, die Konditionen kommen als Individualangebot.
- Als Messlatte fürs Bankgespräch taugen die PAYONE-Listenkonditionen aus dem Direktgeschäft: 0,26 % auf girocard, 1,49 % auf Kreditkarten plus 0,08 € pro Zahlung, bei 36 bis 60 Monaten Laufzeit.
- Bei 8.000 € Kartenumsatz im Monat trennen die Modelle gut 44 € monatlich (PAYONE All Card Flat 66,90 €, ZahlungsWERK 67,70 €, SumUp Standard 111,20 €); unter etwa 2.000 € liegt die Spanne dagegen nur bei rund 7 €, dort zählt die Bindung mehr als der Preis.
- Die Hausbank-Lösung passt, wenn Du stabil hohen Kartenumsatz mit viel girocard hast, einen Ansprechpartner vor Ort willst und mit einer mehrjährigen Laufzeit leben kannst. Sonst fährst Du mit Kauf-Terminal oder Miete ohne Bindung flexibler.
Wenn Du bei Deiner Sparkasse oder Volksbank ein Kartenterminal anfragst, bekommst Du kein Bank-Produkt, sondern ein vermitteltes Angebot des Payment-Partners der jeweiligen Bankengruppe, meist mit Laufzeit und individuell kalkulierten Konditionen. Das kann gut passen, gerade bei hohem girocard-Umsatz. Genauso gut kann es teurer und unflexibler ausfallen als ein Kauf-Terminal für 29 bis 39 € oder ein Miet-Terminal ohne Bindung. Dieser Ratgeber zeigt, wer hinter dem Hausbank-Angebot steckt und ab welchem Umsatz sich welches Modell rechnet. Stand 05.07.2026.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Warum der erste Weg so oft zur Hausbank führt
Die Logik ist nachvollziehbar: Dein Geschäftskonto liegt bei der Sparkasse oder Volksbank, Dein Berater kennt Deinen Betrieb. Wenn er ein Kartenterminal mit anbietet, hast Du scheinbar alles an einem Ort. Dazu kommt Vertrauen, denn die Bank gibt es seit Jahrzehnten in Deiner Stadt, während Du den Payment-Anbieter oft nur aus der Werbung kennst. Für viele kleine Unternehmen ist das Terminal deshalb keine eigene Kaufentscheidung, sondern ein Nebensatz im Kontogespräch.
Genau darin liegt das Problem. Wer das Terminal im Kontogespräch mitnimmt, vergleicht nicht, und das Angebot der Bank ist auf Vergleichsverzicht gebaut. Was Du dort unterschreibst, ist ein klassischer Acquirer-Vertrag mit Laufzeit. Die Konditionen stehen nicht auf einer öffentlichen Preisliste, sondern werden im Individualangebot festgelegt. Das kann fair kalkuliert sein, siehst Du aber nur, wenn Du die Gesamtkosten gegen den Markt hältst.
Wer hinter dem Bank-Terminal steckt: PAYONE und VR Payment
Die Bank selbst betreibt kein Payment-Geschäft. Bei den Sparkassen läuft die Kartenakzeptanz über PAYONE, ein Gemeinschaftsunternehmen von Worldline (60 Prozent der Anteile) und der DSV-Gruppe, dem Deutschen Sparkassenverlag (40 Prozent). Die DSV-Gruppe ist das Kompetenzcenter Payment der Sparkassen-Finanzgruppe, PAYONE damit der feste Payment-Arm hinter dem Sparkassen-Vertrieb. Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken übernimmt VR Payment diese Rolle, nach eigener Beschreibung der Payment-Experte der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Für Dich heißt das konkret: Deine Sparkasse oder Volksbank vermittelt Dir einen Vertrag mit einem Payment-Unternehmen. Vertragspartner für die Kartenabwicklung ist die Bank selbst nicht. Was PAYONE als Anbieter taugt, haben wir im PAYONE-Testbericht im Detail geprüft.
Einen Punkt musst Du dabei kennen: Für das Terminal-Geschäft über Sparkassen und Volksbanken gibt es keine bundesweit einheitliche, öffentliche Preisliste. Sparkasse.de verweist bei den Konditionen ausdrücklich an die eigene Sparkasse vor Ort, und auch für die VR-Payment-Angebote über die Volksbanken haben wir keine belastbare öffentliche Preisübersicht gefunden. Die Konditionen sind Verhandlungssache. Lass Dir deshalb immer die Gesamtkosten für Deinen konkreten Umsatz vorrechnen, mit Grundgebühr, Prozentsätzen je Kartenart, Transaktionsgebühren und Laufzeit in einer Zahl pro Monat zusammengefasst.
Welche Zahlen sich belegen lassen: PAYONE-Listenkonditionen als Anker
Auch ohne Sparkassen-Preisliste gibt es einen brauchbaren Anker, denn PAYONE veröffentlicht Listenkonditionen für sein eigenes Direktgeschäft. Im Classic-Tarif zahlst Du 0,26 Prozent auf girocard-Zahlungen, 1,49 Prozent auf Kreditkarten und zusätzlich 0,08 € pro Transaktion, dazu eine Geräte-Grundgebühr zwischen 8,90 und 20,90 €/Monat je nach Terminal und Laufzeit. Die Laufzeiten liegen bei 36 bis 60 Monaten. Daneben gibt es die All Card Flat, eine Pauschale nach Umsatzstaffel: ab 15,90 €/Monat bis 1.000 € Kartenumsatz und bis zu 108,90 €/Monat in der Stufe bis 20.000 €, bei Laufzeiten von 12 bis 60 Monaten. Zum Anbieter PAYONE
Das Muster dahinter: niedrige Prozentsätze, vor allem auf girocard, dafür Fixkosten und mehrjährige Bindung. Dein Angebot über die Filiale kann davon abweichen, nach oben wie nach unten. Die Listenkonditionen geben Dir aber eine Messlatte für das Gespräch. Liegt das Filialangebot spürbar darüber, solltest Du nachverhandeln oder vergleichen.
Die Alternativen: Kaufen ohne Vertrag oder mieten ohne Bindung
Fintech-Anbieter drehen das Modell um. Bei SumUp kaufst Du das Lesegerät einmalig ab 39 €, bei PayPal Zettle ab 29 €, und zahlst danach 1,39 Prozent auf alle Kartenzahlungen, ohne Grundgebühr und ohne Vertragslaufzeit. In umsatzschwachen Monaten kostet Dich das Terminal schlicht nichts. Dazwischen liegt das Miet-Modell: ZahlungsWERK vermietet Terminals ab 12,50 €/Monat inklusive Gerät, rechnet pauschal 0,69 Prozent auf alle Karten ab und ist monatlich kündbar. Zum Anbieter ZahlungsWERK
Die Grundsatzfrage Kaufen oder Mieten haben wir im Ratgeber EC-Terminal mieten oder kaufen durchgerechnet, den Überblick über alle Geschäftsmodelle findest Du im Kartenzahlung-Anbieter-Vergleich.
| Hausbank (Sparkasse/Volksbank) | Kauf-Terminal (SumUp, Zettle) | Miete ohne Bindung (ZahlungsWERK) | |
|---|---|---|---|
| Anschaffung | individuell, Angebot über die Filiale | 29 bis 39 € einmalig | 0 €, Gerät in der Miete enthalten |
| Grundgebühr | individuell | keine | ab 12,50 €/Monat |
| Kosten pro Zahlung | individuell, typisch niedrige girocard-Sätze | 1,39 % auf alle Karten | 0,69 % auf alle Karten |
| Vertragsbindung | üblich sind mehrjährige Laufzeiten | keine | monatlich kündbar |
| Ansprechpartner | Berater in der Filiale plus Payment-Partner | Online-Support | Online und Telefon |
Zur Einordnung der Hausbank-Spalte: Die PAYONE-Listenkonditionen oben zeigen die erreichbare Größenordnung. Was Deine Bank tatsächlich aufruft, steht erst im Individualangebot.
Die Faustregel-Rechnung: 2.000 € und 8.000 € Kartenumsatz
Rechnen wir die belegbaren Tarife exakt durch. SumUp Standard, ZahlungsWERK und die PAYONE All Card Flat rechnen mit festen Sätzen oder Pauschalen über alle Kartenarten, das Ergebnis hängt also nicht vom Kartenmix ab.
Bei 2.000 € Kartenumsatz im Monat: SumUp Standard kostet 27,80 € (1,39 Prozent), ZahlungsWERK 26,30 € (12,50 € Miete plus 13,80 € Disagio) und die PAYONE All Card Flat 20,90 € in der Umsatzstufe bis 2.000 € beim 60-Monats-Vertrag. Die Spanne liegt bei rund 7 € im Monat, also entscheidet bei so kleinem Umsatz nicht der Preis, sondern die Bindung. Da liegt das bindungsfreie Modell vorn. Fünf Jahre Laufzeit für einen Vorteil von wenigen Euro im Monat sind ein schlechter Tausch, wenn Dein Kartenumsatz noch schwankt.
Bei 8.000 € Kartenumsatz im Monat: SumUp Standard kostet 111,20 €, ZahlungsWERK 67,70 € (12,50 € plus 55,20 €) und die PAYONE All Card Flat 66,90 € in der Stufe bis 9.000 €. Jetzt trennen das Kauf-Terminal und die beiden anderen Modelle gut 44 € im Monat, aufs Jahr über 500 €. Ab dieser Größenordnung lohnt sich das Bank- oder Miet-Modell rechnerisch klar, und zwischen Miete ohne Bindung und Vertrag mit Laufzeit liegt fast nichts mehr. Als Faustregel: Unter etwa 2.000 € Kartenumsatz im Monat fährst Du mit einem Kauf-Terminal entspannter, darüber beginnt die Zone, in der Grundgebühr-Modelle gewinnen. Der Rechner oben nimmt Dir die Rechnung für Deine eigenen Zahlen ab.
Zwei Einwände, die in jedem Beratungsgespräch fallen
„Bei der Bank ist es seriöser.“ Verständlich, aber die Trennlinie verläuft anders. Auch beim Bank-Angebot wickelt nicht die Bank selbst ab, sondern ein Payment-Unternehmen wie PAYONE oder VR Payment. Hinter Kauf- und Miet-Terminals stehen ebenso regulierte, beaufsichtigte Zahlungsdienstleister, Deine Umsätze fließen dort genauso auf Dein Geschäftskonto. Der echte Unterschied liegt nicht in der Seriosität, sondern im Servicemodell: hier Filialberater und persönliche Betreuung, dort Online-Anmeldung und Selbstbedienung.
„Ich will alles aus einer Hand.“ Auch das ist ein Servicewunsch, kein Kostenargument. Und die eine Hand ist genau genommen gar nicht die Bank: Vertrag, Abrechnung und Technik kommen vom Payment-Partner, die Bank bleibt Vermittlerin und erste Anlaufstelle. Wenn Dir dieser kurze Draht den Aufpreis und die Laufzeit wert ist, spricht nichts dagegen, nur solltest Du wissen, wofür Du bezahlst. Für Betreuung, nicht für ein grundsätzlich anderes Produkt.
Häufige Fragen zum Kartenterminal über Sparkasse und Volksbank
Bekomme ich das Kartenterminal direkt von meiner Sparkasse oder Volksbank?
Nein, die Bank vermittelt. Bei den Sparkassen kommt die Kartenakzeptanz von PAYONE, dem Gemeinschaftsunternehmen von Worldline und der DSV-Gruppe aus der Sparkassen-Finanzgruppe. Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken ist VR Payment der Payment-Anbieter der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Deinen Acquiring-Vertrag schließt Du mit dem Payment-Unternehmen, die Bank bleibt Deine Ansprechpartnerin.
Was kostet ein Kartenterminal über die Sparkasse oder Volksbank?
Eine öffentliche Preisliste gibt es dafür nicht, die Konditionen kommen als Individualangebot über Deine Filiale und sind verhandelbar. Als Anker taugen die PAYONE-Listenkonditionen aus dem Direktgeschäft: im Classic-Tarif 0,26 Prozent auf girocard, 1,49 Prozent auf Kreditkarten plus 0,08 € pro Transaktion und Grundgebühr, bei 36 bis 60 Monaten Laufzeit. Lass Dir das Angebot immer als Gesamtkosten pro Monat für Deinen Umsatz vorrechnen und vergleiche diese eine Zahl mit dem Markt.
Ist ein Terminal von der Bank sicherer als SumUp, Zettle und Co.?
Bei der Abwicklung selbst gibt es keinen grundsätzlichen Sicherheitsunterschied. Kartenzahlungen laufen in allen Modellen über regulierte, beaufsichtigte Zahlungsdienstleister, auch bei den Fintech-Anbietern. Unterschiede gibt es beim Servicemodell und bei Details wie Auszahlungsrhythmus oder Support-Wegen. Wenn Dir persönliche Betreuung wichtig ist, liefert das Bank-Modell hier einen echten Mehrwert, mit Sicherheit im aufsichtsrechtlichen Sinn hat das aber wenig zu tun.
Kann ich den Vertrag über die Bank später kündigen und wechseln?
Erst zum Laufzeitende. Acquirer-Verträge wie der PAYONE Classic laufen 36 bis 60 Monate, die All Card Flat je nach Variante 12 bis 60 Monate, und verlängern sich bei verpasster Kündigungsfrist. Prüfe vor der Unterschrift also nicht nur den Preis, sondern auch Laufzeit, Kündigungsfrist und was das Terminal nach einem Wechsel kostet. Zum Vergleich: Kauf-Terminals binden Dich gar nicht, Miet-Modelle wie ZahlungsWERK sind monatlich kündbar.
Für wen lohnt sich die Hausbank-Lösung?
Für Betriebe mit stabilem, eher hohem Kartenumsatz und großem girocard-Anteil, die Wert auf einen Ansprechpartner vor Ort legen und mit einer mehrjährigen Laufzeit leben können. Dann holen die niedrigen girocard-Sätze die Fixkosten schnell wieder herein. Liegt Dein Kartenumsatz unter etwa 2.000 € im Monat oder schwankt er stark, passt ein Kauf-Terminal ohne Bindung meist besser, dazwischen ist die Miete ohne Laufzeit der flexible Mittelweg. Alle geprüften Anbieter findest Du in der Anbieter-Übersicht.