22.07.2026 · Von Tobias Rehermann
ZahlungsWERK versus PAYONE: Beide binden, welcher rechnet sich?

Kurz zusammengefasst:
- Beide binden Dich mehrjährig. Das war lange anders dargestellt: ZahlungsWERK wirbt mit Flexibilität, die AGB nennen aber 48 Monate Mindestlaufzeit. Bei PAYONE bindet die All Card Flat 36 oder 60 Monate, beim Classic-Tarif nennt PAYONE öffentlich nur „variable Vertragslaufzeiten“. Die Wahl ist also keine zwischen Freiheit und Bindung, sondern eine reine Kostenfrage.
- Entscheidend ist das PAYONE-Mindest-Disagio von 0,15 € pro Zahlung: Der beworbene girocard-Satz von 0,26 % greift rechnerisch erst ab etwa 58 € Bon-Höhe. Im Café-Szenario mit 25-€-Bons ist ZahlungsWERK deshalb rund 29 € im Monat günstiger, knapp 350 € im Jahr.
- Beim Fachgeschäft mit 9.000 € girocard-lastigem Umsatz und großen Bons liegt PAYONE im laufenden Monat nur rund 2,30 € vorn. Die rund 120 € Einmalkosten holt das in 36 Monaten nicht herein: Umgelegt ist es ein Patt, mit rund 1 € Vorteil für ZahlungsWERK.
- PAYONE hat zwei Kostenblöcke, die auf keiner Produktseite stehen: eine Monatspauschale von 2,95 € pro Standort und 69,95 € Akzeptanzaufschaltung bei Laufzeiten unter 48 Monaten. Dazu kommen laut Preisverzeichnis 25 € im Jahr für den Kryptoschlüsselwechsel.
- Zur Vertrauensfrage sagt die Datenlage wenig: ZahlungsWERK hat als junger Anbieter keine belastbare Bewertungshistorie. PAYONE steht bei Trustpilot bei 3,6 aus rund 1.300 Bewertungen, stark polarisiert.
Auf den Produktseiten sieht es nach einer Grundsatzentscheidung aus: hier ein einziger Tarif mit 0,69 Prozent auf alle Karten, dort ein Tarif-Baukasten mit niedrigen girocard-Sätzen und mehrjähriger Laufzeit. Beim Blick in die Vertragswerke schrumpft der Unterschied. Auch ZahlungsWERK bindet, nämlich 48 Monate. Was bleibt, ist eine Rechenfrage: Welches Modell ist bei Deinem Kartenmix und Deiner Bonhöhe günstiger? Eine Klausel entscheidet dabei mit, das Mindest-Disagio von 0,15 € pro Zahlung. Wir rechnen beide Anbieter in zwei realistischen Szenarien durch. PAYONE-Konditionen geprüft am 17.09.2026, das Preis- und Leistungsverzeichnis und die ZahlungsWERK-Angaben am 26.08.2026.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Feineinstellungen
Legt fest, über wie viele Monate Geräte- und Anschlussgebühren umgelegt werden.
Steht „ab" vor dem Preis, fehlt uns eine Angabe, die ins Gewicht fällt. Am häufigsten ist das die Mindestgebühr je Kartenzahlung oder pro Monat, dazu kommen der Aufschlag für Firmenkarten und der Aufschlag für Karten von außerhalb des EWR. Diese Angaben veröffentlicht längst nicht jeder Anbieter. Wir schätzen sie nicht, sondern fragen bei den Anbietern nach; wie wir damit umgehen, steht unter So vergleichen wir.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren + feste Monats- und Jahresgebühren, dazu Gerätepreis und Anschlussgebühr anteilig auf den gewählten Betrachtungszeitraum umgelegt (Vorgabe 24 Monate, einstellbar unter Feineinstellungen). Bleibt dein Umsatz unter dem Mindestumsatz eines Tarifs, rechnen wir die Gebühr dafür anteilig mit. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
ZahlungsWERK und PAYONE im Head-to-Head
Beide vermieten Terminals, beide binden mehrjährig. ZahlungsWERK ist ein junger Miet-Anbieter mit genau einem Preismodell. PAYONE dagegen ist der Payment-Konzern hinter dem Sparkassen-Vertrieb, mit einem Baukasten aus Tarifen, Laufzeiten und Staffeln, der entsprechend mehr Rechenarbeit verlangt. Die Details zu beiden findest Du im ZahlungsWERK-Check und im PAYONE-Check.
| ZahlungsWERK | PAYONE | |
|---|---|---|
| Modell | Miete, ein Tarif | Miete, Tarif-Baukasten (Classic, All Card Flat, Tap on Mobile) |
| girocard | 0,69 % | Classic: 0,26 % + 0,08 €/Transaktion |
| Kreditkarten | 0,69 % | Classic: 1,49 % + 0,08 €/Transaktion |
| Mindest-Disagio | keines | 0,15 € pro Transaktion |
| Firmenkarten | im Pauschalsatz enthalten | Classic: Aufschlag 1,59 %; All Card Flat: im Bundlepreis enthalten |
| Nicht-EWR-Karten | im Pauschalsatz enthalten | Classic: Aufschlag 1,79 %; All Card Flat: kein Aufschlag, im Bundlepreis enthalten |
| Grundgebühr stationär | ab 12,50 €/Monat | Classic: ab 12,90 € Miete plus 2,95 € Monatspauschale je Standort und 25 € im Jahr Kryptoschlüsselwechsel |
| Gerät einmalig | 0 € | 50 € (Classic), dazu 69,95 € Akzeptanzaufschaltung bei Laufzeiten unter 48 Monaten |
| Laufzeit | 48 Monate laut AGB | Classic laut PAYONE „variabel“ (keine öffentliche Staffel), All Card Flat 36 oder 60 Monate |
| Bewertungslage | keine belastbare (kaum öffentliche Bewertungen) | Trustpilot 3,6 bei rund 1.300 Bewertungen, stark polarisiert |
Kurz gesagt: ZahlungsWERK verkauft Einfachheit, PAYONE verkauft niedrige girocard-Sätze und verlangt dafür Kleingedrucktes. Ob sich das Kleingedruckte rechnet, entscheiden Deine Bonhöhe und Dein girocard-Anteil.
Zwei Vertragswelten: Tarif versus Baukasten
Bei ZahlungsWERK ist die Kalkulation in fünf Minuten erledigt. Terminal aussuchen (stationär ab 12,50 €/Monat, mobil 15,50 € oder 17,95 €), 0,69 Prozent auf alle Karten inklusive Interchange- und Scheme-Gebühren, keine Transaktionsgebühr. Zwei Haken solltest Du kennen: Bei hohem girocard-Umsatz zahlst Du mehr als nötig, denn 0,69 Prozent liegen deutlich über den girocard-Sätzen der Acquirer. Und die Einfachheit gilt nur für den Preis, nicht für den Vertrag, denn die AGB binden Dich 48 Monate. Zum Anbieter ZahlungsWERK
Bei PAYONE beginnt die Rechnung erst: Classic-Tarif mit 0,26 Prozent girocard, 1,49 Prozent Kreditkarte und 0,08 € pro Transaktion, dazu Miete ab 12,90 € für ein stationäres Terminal; die Laufzeit nennt PAYONE öffentlich nur „variabel“, eine Mietstaffel nach Laufzeit veröffentlicht der Anbieter nicht. Oder die All Card Flat, eine Monatspauschale nach Umsatzstaffel, die PAYONE in Stufen bis 20.000 € Umsatz ausweist: 29,90 bis 153,90 € bei 60 Monaten, 34,90 bis 157,90 € bei 36 Monaten. Dazu kommen im Classic Tarif die Positionen aus dem Preisverzeichnis, die in keiner Werbung stehen: 0,15 € Mindest-Disagio pro Transaktion, 2,95 € Monatspauschale je Standort, 25 € im Jahr für den Kryptoschlüsselwechsel, 1,59 Prozent Aufschlag auf Firmenkarten, 1,79 Prozent auf Nicht-EWR-Karten und 69,95 € Akzeptanzaufschaltung bei Laufzeiten unter 48 Monaten. In der All Card Flat liegt das Mindest-Disagio bei 0,25 €, Firmenkarten sind im Bundlepreis enthalten, und die Anschlussgebühr unter 48 Monaten Laufzeit beträgt einmalig 69,95 €. Der beworbene Satz ist bei PAYONE der Startpunkt der Kalkulation, nicht ihr Ergebnis. Zum Anbieter PAYONE
Zahlen aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis „Debit- und Kreditkarten/Terminal“ der PAYONE GmbH, Stand 03/2026, abgerufen am 26.08.2026, sowie aus den AGB der ZahlungsWERK-Rahmenvertragsvereinbarung (Ziffer 9.2.1). PAYONE-Mieten und Laufzeitangaben laut payone.com, geprüft am 17.09.2026.
Szenario 1: 4.000 € gemischter Kartenumsatz, kleine Bons
Ein Café oder kleiner Laden: 4.000 € Kartenumsatz im Monat, durchschnittlicher Bon 25 €, davon 60 Prozent girocard (2.400 €, 96 Zahlungen) und 40 Prozent Kreditkarte (1.600 €, 64 Zahlungen).
ZahlungsWERK: 4.000 € mal 0,69 Prozent sind 27,60 €, plus 12,50 € Miete: 40,10 € im Monat.
PAYONE Classic (36 Monate, stationär, 12,90 € Miete): Hier schlägt das Mindest-Disagio zu. 0,26 Prozent von einem 25-€-Bon sind rechnerisch 6,5 Cent, abgerechnet werden aber mindestens 15 Cent. Jede girocard-Zahlung kostet also 0,15 € plus 0,08 € Transaktionsgebühr, macht 0,23 € mal 96 Zahlungen: 22,08 €. Das sind effektiv 0,92 Prozent auf den girocard-Umsatz, mehr als das Dreifache des beworbenen Satzes. Die Kreditkarten liegen mit 37,25 Cent Disagio pro Bon über der Mindestschwelle: 0,4525 € mal 64 Zahlungen sind 28,96 €. Dazu 12,90 € Miete, 2,95 € Monatspauschale und 2,08 € für den Kryptoschlüsselwechsel (25 € im Jahr): 68,97 € im Monat, plus einmalig 50 € fürs Gerät und 69,95 € Aufschaltung, weil 36 Monate unter der 48-Monats-Schwelle liegen.
Bei kleinen Bons ist ZahlungsWERK also rund 29 € im Monat günstiger, knapp 350 € im Jahr. Der girocard-Vorteil von PAYONE existiert bei 25-€-Bons schlicht nicht, das Mindest-Disagio frisst ihn auf.
Szenario 2: 9.000 € girocard-lastig mit großen Bons
Jetzt das Terrain, für das der Classic-Tarif gebaut ist: ein Fachgeschäft mit 9.000 € Kartenumsatz, großen Bons und 80 Prozent girocard-Anteil. Konkret: 7.200 € girocard in 90 Zahlungen à 80 € und 1.800 € Kreditkarte in 20 Zahlungen à 90 €.
ZahlungsWERK: 9.000 € mal 0,69 Prozent sind 62,10 €, plus 12,50 € Miete: 74,60 € im Monat.
PAYONE Classic (36 Monate, stationär): Beim 80-€-Bon greift das Mindest-Disagio nicht mehr, denn 0,26 Prozent von 80 € sind 20,8 Cent und liegen damit über den 15 Cent. Ab etwa 58 € Bonhöhe zahlst Du also wirklich den Prozentsatz. Gerechnet: 90 girocard-Zahlungen à 0,288 € sind 25,92 €. Die 20 Kreditkarten-Zahlungen kosten 1,421 € pro Stück, zusammen 28,42 €. Mit 12,90 € Miete, 2,95 € Monatspauschale und 2,08 € Kryptoschlüsselwechsel: 72,27 € im Monat.
Im laufenden Monat liegt PAYONE vorn, aber nur um rund 2,30 €, aufs Jahr knapp 28 €. Dem stehen rund 120 € Einmalkosten gegenüber, und die holt dieser Vorsprung in 36 Monaten nicht herein (2,33 € mal 36 sind 83,88 €). Auf die Laufzeit umgelegt kostet PAYONE rund 75,60 € im Monat, ZahlungsWERK liegt damit sogar rund 1 € vorn: praktisch ein Patt. Steht im Angebot eine Laufzeit ab 48 Monaten, entfällt die Aufschaltung, und PAYONE läge umgelegt wieder knapp vorn, mit rund 1,30 € im Monat. Eine günstigere Miete für längere Laufzeiten weist PAYONE öffentlich nicht aus. Erst bei noch größeren Bons oder einem nahezu reinen girocard-Geschäft zieht der Baukasten spürbar davon. Ob Mieten für Dich überhaupt das richtige Modell ist, klärt der Ratgeber EC-Terminal mieten oder kaufen.
Nimm ZahlungsWERK, wenn…
…Deine Bons klein sind (unter etwa 58 €), Dein Kartenmix viele Kreditkarten enthält oder Du eine einzige Zahl zum Kalkulieren willst. Es gibt keine Einmalkosten, keine Staffeln und keine Kartenarten-Unterscheidung. Zwei Dinge trüben das Bild trotzdem: ZahlungsWERK ist ein junger Anbieter ohne belastbare öffentliche Bewertungshistorie, und die 48-Monats-Bindung steht nicht auf den Produktseiten, sondern nur in den AGB im Kundenportal. Wer hier mietet, verlässt sich auf die Konditionen statt auf Reputation und legt sich dabei vier Jahre fest.
Nimm PAYONE, wenn…
…Du stabil hohen Umsatz mit großen Bons (ab etwa 58 € aufwärts) und dominantem girocard-Anteil hast und den etablierten Konzern hinter dem Sparkassen-Netzwerk schätzt. Dann spielt der Classic-Tarif seine niedrigen Sätze aus, spürbar allerdings erst bei höherem Umsatz oder noch größeren Bons als in Szenario 2, wo es auf die Laufzeit gerechnet ein Patt ist. Rechne vorher mit Deinen eigenen Zahlen nach, inklusive Mindest-Disagio, Monatspauschale, Kryptoschlüsselwechsel und Firmenkarten-Aufschlag, und wirf einen Blick auf die Bewertungslage: Trustpilot zeigt 3,6 von 5 bei rund 1.300 Bewertungen, allerdings stark polarisiert zwischen gelösten Support-Fällen und Beschwerden über Warteschleifen und verschleppte Kündigungen.
Häufige Fragen zu ZahlungsWERK und PAYONE
Was bedeutet das Mindest-Disagio bei PAYONE konkret?
PAYONE rechnet pro Kartenzahlung mindestens 0,15 € Disagio ab, auch wenn der Prozentsatz rechnerisch weniger ergäbe. Bei girocard mit 0,26 Prozent greift das bei allen Bons unter etwa 58 €. Ein 10-€-Bon kostet damit 0,15 € plus 0,08 € Transaktionsgebühr, effektiv 2,3 Prozent. Je kleiner Deine Bons, desto weiter entfernt sich Dein realer Satz vom beworbenen. ZahlungsWERK kennt kein Mindestentgelt, dort bleiben es immer 0,69 Prozent.
Binden mich beide Anbieter mehrjährig?
Ja. Bei PAYONE nennt die Produktseite der All Card Flat 36 oder 60 Monate, beim Classic-Tarif spricht PAYONE öffentlich nur von „variablen Vertragslaufzeiten“, die konkrete Laufzeit steht im Angebot. Bei ZahlungsWERK ist es weniger sichtbar. Die Website wirbt mit Flexibilität, die AGB der Rahmenvertragsvereinbarung nennen in Ziffer 9.2.1 aber 48 Monate Mindestlaufzeit, mit automatischer Verlängerung um zwölf Monate und drei Monaten Kündigungsfrist. Monatlich kündbar ist bei ZahlungsWERK nur die SoftPOS-App ohne Terminal.
Bekomme ich PAYONE auch über meine Sparkasse, und ist das dasselbe?
PAYONE ist der Payment-Partner der Sparkassen-Finanzgruppe, viele Betriebe bekommen den Vertrag über ihre Filiale vermittelt. Die Konditionen dort sind Individualangebote und können von den Listenpreisen abweichen, nach oben wie nach unten. Nutze die hier gerechneten Listenkonditionen als Messlatte fürs Gespräch. Was hinter dem Hausbank-Angebot steckt, zeigt der Ratgeber Kartenterminal über Sparkasse und Volksbank.
Welche Einmalkosten fallen bei den beiden an?
Bei ZahlungsWERK keine, das Gerät ist in der Miete enthalten. Bei PAYONE Classic zahlst Du einmalig 50 € für das Terminal und bei Laufzeiten unter 48 Monaten zusätzlich 69,95 € Akzeptanzaufschaltung. Wer eine Laufzeit unter 48 Monaten unterschreibt, etwa 36 Monate, startet also mit rund 120 € Einmalkosten, die in einer ehrlichen Vergleichsrechnung auf die Laufzeit umgelegt gehören.