22.07.2026 · Von Tobias Rehermann

ZahlungsWERK oder PAYONE: Miete ohne Bindung gegen den Sparkassen-Riesen

Kurz zusammengefasst:

  • ZahlungsWERK und PAYONE stehen für zwei entgegengesetzte Miet-Welten: hier ein einziger Tarif mit 0,69 % auf alle Karten und monatlicher Kündbarkeit, dort ein Tarif-Baukasten mit niedrigen girocard-Sätzen, Transaktionsgebühren und 12 bis 60 Monaten Laufzeit.
  • Über Sieg oder Niederlage entscheidet das PAYONE-Mindest-Disagio von 0,25 € pro Zahlung: Der beworbene girocard-Satz von 0,26 % greift rechnerisch erst ab etwa 96 € Bon-Höhe. Im Café-Szenario mit 25-€-Bons ist ZahlungsWERK deshalb rund 33 € im Monat günstiger, etwa 400 € im Jahr.
  • Erst beim Fachgeschäft mit 9.000 € girocard-lastigem Umsatz und großen Bons gewinnt PAYONE, allerdings knapper als erwartet: 3,60 bis 7,60 € Vorsprung im Monat, dem beim 36-Monats-Vertrag knapp 100 € Einmalkosten und die mehrjährige Bindung gegenüberstehen.
  • Zur Vertrauensfrage sagt die Datenlage wenig: ZahlungsWERK hat als junger Anbieter noch keine belastbare öffentliche Bewertungshistorie, das Risiko begrenzt die monatliche Kündbarkeit. PAYONE steht bei Trustpilot bei 3,6 aus rund 1.300 Bewertungen, stark polarisiert zwischen gelösten Support-Fällen und Beschwerden über Warteschleifen und verschleppte Kündigungen.

ZahlungsWERK und PAYONE stehen für zwei entgegengesetzte Miet-Welten: hier ein einziger Tarif mit 0,69 Prozent auf alle Karten und monatlicher Kündbarkeit, dort ein Tarif-Baukasten mit niedrigen girocard-Sätzen, Transaktionsgebühren und 12 bis 60 Monaten Laufzeit. Welches Modell günstiger ist, hängt weniger vom beworbenen Prozentsatz ab als von Deinem Kartenmix und Deiner Bonhöhe. Vor allem eine Klausel entscheidet mit: das Mindest-Disagio von 0,25 € pro Zahlung, das den PAYONE-Satz von 0,26 Prozent bei kleinen Bons vervielfacht. Wir rechnen beide Anbieter in zwei realistischen Szenarien exakt durch. Stand 05.07.2026.

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    ZahlungsWERK und PAYONE im Head-to-Head

    Beide vermieten Terminals. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon fast auf. ZahlungsWERK ist ein junger Miet-Anbieter mit genau einem Preismodell. PAYONE dagegen ist der Payment-Konzern hinter dem Sparkassen-Vertrieb, mit einem Baukasten aus Tarifen, Laufzeiten und Staffeln, der entsprechend mehr Rechenarbeit verlangt. Die Details zu beiden findest Du im ZahlungsWERK-Testbericht und im PAYONE-Testbericht.

    ZahlungsWERK PAYONE
    Modell Miete, ein Tarif Miete, Tarif-Baukasten (Classic, All Card Flat, Tap on Mobile)
    girocard 0,69 % Classic: 0,26 % + 0,08 €/Transaktion
    Kreditkarten 0,69 % Classic: 1,49 % + 0,08 €/Transaktion
    Mindest-Disagio keines 0,25 € pro Transaktion
    Firmenkarten / Nicht-EWR im Pauschalsatz enthalten Aufschlag +1,30 %
    Grundgebühr stationär ab 12,50 €/Monat Classic: 8,90 bis 12,90 €/Monat je nach Laufzeit
    Gerät einmalig 0 € 50 € (Classic), dazu 49,95 € Akzeptanzaufschaltung bei Laufzeiten unter 48 Monaten
    Laufzeit keine, monatlich kündbar Classic 36 bis 60 Monate, All Card Flat 12 bis 60 Monate
    Bewertungslage keine belastbare (kaum öffentliche Bewertungen) Trustpilot 3,6 bei rund 1.300 Bewertungen, stark polarisiert

    Kurz gesagt: ZahlungsWERK verkauft Einfachheit, PAYONE verkauft niedrige girocard-Sätze und verlangt dafür Bindung und Kleingedrucktes. Ob sich das Kleingedruckte rechnet, entscheiden Deine Bonhöhe und Dein girocard-Anteil.

    Zwei Vertragswelten: ein Tarif gegen den Baukasten

    Bei ZahlungsWERK ist die Entscheidung in fünf Minuten getroffen. Terminal aussuchen (stationär ab 12,50 €/Monat, mobil mit SIM 15,50 € oder 17,95 €), 0,69 Prozent auf alle Karten inklusive Interchange- und Scheme-Gebühren, keine Transaktionsgebühr, monatlich kündbar. Der Haken dabei: Bei hohem girocard-Umsatz zahlst Du mehr als nötig, denn 0,69 Prozent liegen deutlich über den girocard-Sätzen der Acquirer. Zum Anbieter ZahlungsWERK

    Bei PAYONE beginnt die Entscheidung erst: Classic-Tarif mit 0,26 Prozent girocard, 1,49 Prozent Kreditkarte und 0,08 € pro Transaktion, dazu Grundgebühr je nach Laufzeit von 36, 48 oder 60 Monaten. Oder die All Card Flat, eine Monatspauschale nach Umsatzstaffel von 15,90 bis 117,90 €, je nach Stufe und Laufzeit von 12 bis 60 Monaten. Dazu kommen die Positionen aus dem Preisverzeichnis, die in keiner Werbung stehen: 0,25 € Mindest-Disagio pro Transaktion, 1,30 Prozent Aufschlag auf Firmen- und Nicht-EWR-Karten, 49,95 € Akzeptanzaufschaltung bei Laufzeiten unter 48 Monaten. Der beworbene Satz ist bei PAYONE der Startpunkt der Kalkulation, nicht ihr Ergebnis. Zum Anbieter PAYONE

    Szenario 1: 4.000 € gemischter Kartenumsatz, kleine Bons

    Ein Café oder kleiner Laden: 4.000 € Kartenumsatz im Monat, durchschnittlicher Bon 25 €, davon 60 Prozent girocard (2.400 €, 96 Zahlungen) und 40 Prozent Kreditkarte (1.600 €, 64 Zahlungen).

    ZahlungsWERK: 4.000 € mal 0,69 Prozent sind 27,60 €, plus 12,50 € Miete: 40,10 € im Monat.

    PAYONE Classic (36 Monate, stationär, 12,90 €/Monat): Hier schlägt das Mindest-Disagio zu. 0,26 Prozent von einem 25-€-Bon sind rechnerisch 6,5 Cent, abgerechnet werden aber mindestens 25 Cent. Jede girocard-Zahlung kostet also 0,25 € plus 0,08 € Transaktionsgebühr, macht 0,33 € mal 96 Zahlungen: 31,68 €. Das sind effektiv 1,32 Prozent auf den girocard-Umsatz, gut das Fünffache des beworbenen Satzes. Die Kreditkarten liegen mit 37,25 Cent Disagio pro Bon über der Mindestschwelle: 0,4525 € mal 64 Zahlungen sind 28,96 €. Zusammen mit der Grundgebühr: 73,54 € im Monat, dazu einmalig 50 € fürs Gerät und 49,95 € Aufschaltung, weil 36 Monate unter der 48-Monats-Schwelle liegen. Auch die All Card Flat rettet das Szenario nicht: Die Stufe bis 6.000 € kostet je nach Laufzeit 51,90 bis 58,90 € pauschal.

    Bei kleinen Bons ist ZahlungsWERK also rund 33 € im Monat günstiger, etwa 400 € im Jahr. Der girocard-Vorteil von PAYONE existiert bei 25-€-Bons schlicht nicht, das Mindest-Disagio frisst ihn komplett auf.

    Szenario 2: 9.000 € girocard-lastig mit großen Bons

    Jetzt das Terrain, für das der Classic-Tarif gebaut ist: ein Fachgeschäft mit 9.000 € Kartenumsatz, großen Bons und 80 Prozent girocard-Anteil. Konkret: 7.200 € girocard in 90 Zahlungen à 80 € und 1.800 € Kreditkarte in 20 Zahlungen à 90 €.

    ZahlungsWERK: 9.000 € mal 0,69 Prozent sind 62,10 €, plus 12,50 € Miete: 74,60 € im Monat.

    PAYONE Classic (36 Monate, stationär): Selbst beim 80-€-Bon greift das Mindest-Disagio noch, denn 0,26 Prozent von 80 € sind nur 20,8 Cent. Erst ab etwa 96 € Bonhöhe zahlst Du wirklich den Prozentsatz. Also: 90 girocard-Zahlungen à 0,33 € sind 29,70 €, effektiv 0,41 Prozent statt 0,26. Die 20 Kreditkarten-Zahlungen kosten 1,421 € pro Stück, zusammen 28,42 €. Mit 12,90 € Grundgebühr: 71,02 € im Monat. Beim 60-Monats-Vertrag mit 8,90 € Grundgebühr sinkt das auf 67,02 €, und die All Card Flat liegt in der Stufe bis 9.000 € bei 66,90 € (60 Monate).

    Hier gewinnt PAYONE, aber knapper als man erwarten würde: rund 3,60 € Vorsprung im Monat beim 36-Monats-Vertrag, etwa 7,60 € beim 60-Monats-Vertrag. Aufs Jahr macht das 43 bis 91 €, denen bei ZahlungsWERK die jederzeitige Ausstiegsmöglichkeit gegenübersteht. Erst bei noch größeren Bons oder einem nahezu reinen girocard-Geschäft zieht der Baukasten spürbar davon. Ob Mieten für Dich überhaupt das richtige Modell ist, klärt der Ratgeber EC-Terminal mieten oder kaufen.

    Nimm ZahlungsWERK, wenn…

    …Deine Bons klein sind (unter etwa 50 €), Dein Kartenmix viele Kreditkarten enthält oder Dein Umsatz schwankt. Auch als Gründer fährst Du mit dem Modell entspannter, weil nur eine einzige Zahl zum Kalkulieren bleibt und keine Laufzeit oder Einmalkosten dazukommen. Den Nachteil solltest Du trotzdem kennen: ZahlungsWERK ist ein junger Anbieter, eine belastbare öffentliche Bewertungshistorie gibt es schlicht noch nicht. Wer hier mietet, verlässt sich auf die Vertragskonditionen statt auf Reputation, kann dank monatlicher Kündbarkeit aber auch jederzeit wieder aussteigen.

    Nimm PAYONE, wenn…

    …Du stabil hohen Umsatz mit großen Bons (Richtung 96 € aufwärts) und dominantem girocard-Anteil hast, eine mehrjährige Laufzeit für Dich kein Risiko darstellt und Du den etablierten Konzern hinter dem Sparkassen-Netzwerk schätzt. Dann spielt der Classic-Tarif seine niedrigen Sätze tatsächlich aus. Rechne vorher mit Deinen eigenen Zahlen nach, inklusive Mindest-Disagio und Firmenkarten-Aufschlag, und wirf einen Blick auf die Bewertungslage: Trustpilot zeigt 3,6 von 5 bei rund 1.300 Bewertungen, allerdings stark polarisiert zwischen gelösten Support-Fällen und Beschwerden über Warteschleifen und verschleppte Kündigungen.

    Häufige Fragen zu ZahlungsWERK und PAYONE

    Was bedeutet das Mindest-Disagio bei PAYONE konkret?

    PAYONE rechnet pro Kartenzahlung mindestens 0,25 € Disagio ab, auch wenn der Prozentsatz rechnerisch weniger ergäbe. Bei girocard mit 0,26 Prozent greift das bei allen Bons unter etwa 96 €. Ein 10-€-Bon kostet damit 0,25 € plus 0,08 € Transaktionsgebühr, effektiv 3,3 Prozent. Je kleiner Deine Bons, desto weiter entfernt sich Dein realer Satz vom beworbenen. ZahlungsWERK kennt kein Mindestentgelt, dort bleiben es immer 0,69 Prozent.

    Ist ZahlungsWERK trotz fehlender Bewertungen vertrauenswürdig?

    Die Datenlage gibt schlicht kein Urteil her. Auf Trustpilot und ProvenExpert finden sich praktisch keine Bewertungen, das ist kein Warnsignal, aber eben auch kein Beleg. Wichtiger ist, dass die Vertragskonditionen Dein Risiko begrenzen: monatliche Kündbarkeit, keine Einmalkosten, ein transparenter Pauschalsatz. Überzeugt der Service nicht, bist Du zum Monatsende wieder raus.

    Bekomme ich PAYONE auch über meine Sparkasse, und ist das dasselbe?

    PAYONE ist der Payment-Partner der Sparkassen-Finanzgruppe, viele Betriebe bekommen den Vertrag über ihre Filiale vermittelt. Die Konditionen dort sind Individualangebote und können von den Listenpreisen abweichen, nach oben wie nach unten. Nutze die hier gerechneten Listenkonditionen als Messlatte fürs Gespräch. Was hinter dem Hausbank-Angebot steckt, zeigt der Ratgeber Kartenterminal über Sparkasse und Volksbank.

    Welche Einmalkosten fallen bei den beiden an?

    Bei ZahlungsWERK keine, das Gerät ist in der Miete enthalten. Bei PAYONE Classic zahlst Du einmalig 50 € für das Terminal und bei Laufzeiten unter 48 Monaten zusätzlich 49,95 € Akzeptanzaufschaltung. Wer den kurzen 36-Monats-Vertrag wählt, startet also mit knapp 100 € Einmalkosten, die in einer ehrlichen Vergleichsrechnung auf die Laufzeit umgelegt gehören.