2.07.2026 · Von Christian Jansen
Mobile Kartenlesegeräte im Vergleich: Kartenzahlung unterwegs annehmen

Kurz zusammengefasst:
- Ob ein mobiles Gerät auf dem Wochenmarkt durchhält, hängt an der Verbindungsart und nicht am Preis: eigene SIM, WLAN/Hotspot oder das Smartphone als Terminal.
- SIM-Geräte wie SumUp Solo (79 € einmalig, 1,39 % pro Zahlung) oder speedy pay A920 (ab 79,95 €, mit Belegdrucker) funktionieren überall dort, wo Handyempfang besteht.
- WLAN-Geräte wie der Zettle Reader 2 (29 €) hängen dagegen am Hotspot und Handy-Akku.
- Am Wochenmarkt oder Foodtruck kommst Du kaum am SIM-Gerät vorbei, für gelegentliche Vor-Ort-Zahlungen reicht PAYONE Tap on Mobile mit 0 € Fixkosten und 0,89 % auf girocard.
Mobil ist nicht gleich mobil. Viele Kartenlesegeräte tragen dieses Etikett, funktionieren aber nur dort, wo stabiles WLAN vorhanden ist. Auf dem Wochenmarkt, im Lieferwagen oder beim Kunden zu Hause entscheidet eine einzige Frage über reibungslose Kartenzahlung oder Frust an der Kasse: Wie kommt das Gerät ins Internet? Dieser Vergleich sortiert mobile Kartenlesegeräte konsequent nach Verbindungsart: eigene SIM-Karte, WLAN mit Hotspot-Option oder dein Smartphone als Terminal. So findest du das Gerät, das an deinem Einsatzort zuverlässig funktioniert.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren, Gerätepreis anteilig auf 24 Monate umgelegt. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
SIM, WLAN oder Smartphone: Die drei Arten mobiler Kartenzahlung
Jedes Kartenlesegerät braucht eine Datenverbindung, um Zahlungen zu autorisieren. Wie diese Verbindung zustande kommt, ist das wichtigste Kriterium für den mobilen Einsatz. Ob ein Gerät auf dem Wochenmarkt durchhält oder schon am Stadtrand aussteigt, hängt fast immer an der Verbindungsart, nicht am Preis.
Am Markt haben sich drei Varianten etabliert:
- Geräte mit eigener SIM-Karte: Das Terminal hat eine integrierte Mobilfunkverbindung und funkt selbstständig ins Netz. Es funktioniert überall dort, wo dein Handy Empfang hat: auf dem Marktplatz, im Lieferwagen, auf der Baustelle, beim Kunden im vierten Stock. Kein WLAN nötig, keine Abhängigkeit vom Smartphone.
- Geräte über WLAN oder Hotspot: Das Terminal braucht ein lokales Netzwerk. Unterwegs lässt es sich über den Hotspot deines Smartphones mobil machen. Das spart Geld, bedeutet aber eine zusätzliche Fehlerquelle: Bricht der Hotspot ab oder ist der Handy-Akku leer, steht die Kartenzahlung.
- Dein Smartphone als Terminal: Bei Tap-on-Mobile-Lösungen wird das Handy selbst zum Kartenleser. Kunden halten ihre Karte direkt ans Smartphone, die Datenverbindung kommt vom Mobilfunkvertrag des Handys. Kaum Zusatzhardware, dafür kein Display für den Kunden und kein Belegdruck vor Ort.
Die Faustregel für die Auswahl: Je weiter weg von fester Infrastruktur du kassierst, desto eher lohnt sich ein Gerät mit eigener SIM. Wer nur gelegentlich den Hof oder die Terrasse bedient, kommt mit WLAN-Geräten aus. Und wer selten und spontan kassiert, fährt mit dem Smartphone als Terminal am schlanksten.
Mobile Kartenlesegeräte mit SIM-Karte
Diese Geräte bringen ihre eigene Mobilfunkverbindung mit und sind damit die verlässlichste Lösung für alle Einsatzorte ohne WLAN. Ein Terminal mit integrierter SIM ist die einzige Gerätekategorie, die komplett ohne fremde Infrastruktur auskommt.
| Gerät | Kosten einmalig | Laufende Kosten | Disagio girocard | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| SumUp Solo | 79 € (mit Drucker 139 €) | 0 €/Monat | 1,39 % | Ohne Grundgebühr, optional mit Bon-Drucker |
| speedy pay start (A920) | ab 79,95 € | 0 €/Monat | 1,39 % | A920 mit eingebautem Belegdrucker |
| ready2order readyMini | 279 € | je nach Kassentarif, kläre beim Anbieter | 1,23 % | Kasse und Terminal in einem Gerät, integrierte SIM |
| Nexi SmartPOS A77 | 49 € Bereitstellung | 15 €/Monat plus 2,99 € Pauschale, 48 Monate Laufzeit | 0,99 % (Aktionstarif, buchbar bis 31.07.2026) | Aktionssatz gilt für girocard, Visa und Mastercard; Mindest-Transaktionsentgelt 0,40 € |
| PAYONE CCV Mobile Premium (SIM) | ab 50 € | 14,90 bis 20,90 €/Monat je Laufzeit (Classic-Tarif) | 0,26 % + 0,08 €/Transaktion | Kreditkarten 1,49 %; bei All Card Flat kostet die SIM-Variante 8 €/Monat Aufpreis |
| PAYONE Tap on Mobile | 0 € | 0 €/Monat | 0,89 % | Dein Smartphone wird zum Terminal, Kreditkarten 1,9 % |
Der SumUp Solo ist der Klassiker unter den SIM-Terminals ohne Fixkosten: 79 € einmalig, danach zahlst du nur die 1,39 % pro Zahlung. Wer Papierbelege braucht, nimmt die Drucker-Variante für 139 €. Für Händler mit unregelmäßigem Umsatz rechnet sich das Modell schnell, weil in schwachen Monaten schlicht nichts anfällt.
Ähnlich positioniert ist speedy pay start: Das A920-Terminal kostet laut aktueller Anbieter-Preisliste ab 79,95 €, läuft ebenfalls ohne Grundgebühr und druckt Belege direkt am Gerät. Beim Disagio liegt es mit 1,39 % gleichauf mit SumUp. Für den Marktstand mit Stammkunden, die einen Papierbon erwarten, ist das eine schlanke Kombination.
Das ready2order readyMini geht einen anderen Weg: Für 279 € bekommst du Kassensystem und Kartenterminal in einem Gerät, inklusive SIM. Das Disagio von 1,23 % liegt unter dem der reinen Zahlungsanbieter. Die laufenden Kosten hängen vom gewählten Kassentarif ab, das musst du vor dem Kauf beim Anbieter klären. Interessant ist das Gerät vor allem, wenn du ohnehin eine TSE-konforme Kasse brauchst.
Das Nexi SmartPOS A77 läuft aktuell über einen Aktionstarif, der bis zum 31.07.2026 buchbar ist: 0,99 % auf girocard, Visa und Mastercard, 15 € Monatsmiete inklusive Terminal plus 2,99 € Monatspauschale, dazu 49 € Bereitstellung und 48 Monate Laufzeit. Der Aktionssatz liegt damit unter den 1,39 % von SumUp und speedy pay. Rechne aber das Mindest-Transaktionsentgelt von 0,40 € pro Zahlung ein: Bei kleinen Bons wird daraus schnell ein deutlich höherer effektiver Satz. Und vier Jahre Bindung wollen zum Geschäft passen.
PAYONE bedient mit dem CCV Mobile Premium die umsatzstarke Seite: Im Classic-Tarif kostet die SIM-Variante je nach Laufzeit 14,90 bis 20,90 €/Monat plus einmalig ab 50 €, dafür liegt das girocard-Disagio bei 0,26 % + 0,08 €. Wer viel girocard-Umsatz über das Gerät schiebt, spart hier deutlich gegenüber den 1,39-Prozent-Anbietern. In der All Card Flat kostet die SIM-Variante 8 €/Monat Aufpreis auf die Flatrate.
Und dann ist da noch PAYONE Tap on Mobile: Dein Android-Smartphone wird per App zum Kartenleser und nutzt dessen Datenverbindung. Ohne Fixkosten und mit 0,89 % auf girocard ist das eine der günstigsten Arten, unterwegs Karten anzunehmen, solange du auf ein Kundendisplay und Papierbelege verzichten kannst. Kreditkarten kosten 1,9 %.
Mobile Geräte über WLAN oder Hotspot
Diese Geräte sind auf ein vorhandenes Netz angewiesen, lassen sich aber über den Hotspot deines Smartphones auch draußen betreiben. Die Hotspot-Lösung spart Anschaffungskosten, macht deine Kartenzahlung aber vom Handy-Akku und vom Mobilfunkempfang zweier Geräte gleichzeitig abhängig.
| Gerät | Kosten einmalig | Laufende Kosten | Disagio girocard | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| SumUp Solo Lite | 39 € | 0 €/Monat | 1,39 % | Abgespeckter Solo ohne eigene SIM, Hotspot-fähig |
| PayPal Zettle Reader 2 | 29 € | 0 €/Monat | 1,39 % | Einheitssatz 1,39 % auf alle Karten, koppelt sich mit der Zettle-App |
| Future Payments Move 5000 (WLAN) | 24,95 € | 16,95 €/Monat, 24 Monate Laufzeit | 0,24 % (Mindestgebühr 0,04 €/Transaktion) | Kreditkarten 0,85 %; mobile Variante für 16,00 €/Monat erhältlich |
Der SumUp Solo Lite ist mit 39 € der günstige Einstieg in die SumUp-Welt, verzichtet aber auf die integrierte SIM des großen Solo. Der PayPal Zettle Reader 2 kostet 29 € in der Anschaffung und rechnet mit einheitlich 1,39 % auf alle Karten ab. Beim Satz liegt er damit gleichauf mit SumUp, beim Gerätepreis knapp darunter, und du musst den Kartenmix deiner Kundschaft nicht durchrechnen.
Das Future Payments Move 5000 ist das Vertragsmodell in dieser Gruppe: 24,95 € einmalig, 16,95 €/Monat über 24 Monate, dafür nur 0,24 % auf girocard mit einer Mindestgebühr von 0,04 € pro Transaktion, die nur bei sehr kleinen Beträgen greift. Kreditkarten liegen bei 0,85 %. Praktisch: Wer später merkt, dass WLAN am Einsatzort doch nicht reicht, kann die mobile Variante für 16,00 €/Monat wählen und ist unabhängig vom Hotspot.
Ehrlich gesagt funktioniert die Hotspot-Konstruktion an vielen Standorten ordentlich. Zwei wunde Punkte bleiben trotzdem: Der Hotspot zieht spürbar am Handy-Akku, und nach jedem Neustart oder Funkloch müssen sich Terminal und Smartphone erst wieder finden. Genau in der Samstagmorgen-Schlange am Stand ist das der Moment, in dem du dir ein SIM-Gerät herbeisehnst.
Der Praxis-Check für unterwegs
Preise und Disagio stehen in jeder Tabelle. Über einen langen Markttag entscheiden andere Dinge. Im mobilen Einsatz schlagen Akku, Belegdruck und ein Plan B für Funklöcher jede Nachkommastelle beim Disagio.
Akku: Ein Terminal, das mittags schlappmacht, kostet dich bare Einnahmen. Wie lange der Akku real durchhält, hängt stark von Zahlungsfrequenz, Display-Nutzung und Temperatur ab. Plane für volle Markttage lieber eine Powerbank oder eine Lademöglichkeit am Stand ein, egal welches Gerät du nutzt. Bei Hotspot-Lösungen brauchst du die Reserve doppelt, für Terminal und Smartphone.
Belegdruck: Auf Wochenmärkten fragen Kunden häufiger nach einem Papierbon als im Ladengeschäft. Das A920 von speedy pay und der SumUp Solo in der Drucker-Variante drucken direkt am Gerät. Alle anderen Geräte im Vergleich setzen auf digitale Belege per Mail, SMS oder QR-Code. Das funktioniert meistens, setzt aber voraus, dass dein Kunde mitspielt und sein Handy zückt.
Wetter und Handschuhe: Touchscreens und Winterhandschuhe vertragen sich schlecht, Regen und Displays auch nicht. Wenn du bei jedem Wetter draußen stehst, achte auf physische Tasten oder plane einen wettergeschützten Platz für das Terminal ein. Teste die Bedienung ruhig einmal mit klammen Fingern, bevor die Saison losgeht.
Das Ausfall-Szenario: Was passiert, wenn auf dem Marktgelände das Netz überlastet ist? Einige Anbieter können Zahlungen zeitverzögert verarbeiten, die Regeln dafür unterscheiden sich aber deutlich und ändern sich hin und wieder. Kläre vor dem Kauf, ob und wie dein Wunschgerät mit schlechtem Empfang umgeht, und halte für den Ernstfall eine Rückfalloption bereit: Bargeld annehmen oder eine Tap-on-Mobile-App als Zweitlösung auf dem Handy.
Empfehlungen nach Einsatzort
Welches Gerät passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Frage, wo und wie oft du kassierst. Für jeden Einsatzort gibt es eine Gerätekategorie, die dort ihre Stärken ausspielt, das eine Gerät für alle Fälle gibt es nicht.
Wochenmarkt und Foodtruck
Hier führt kaum ein Weg an einem SIM-Gerät vorbei: kein WLAN weit und breit, viele Zahlungen in kurzer Zeit, Kunden mit Bon-Wunsch. Der speedy pay A920 kombiniert eigene SIM und Belegdrucker für einmalig ab 79,95 €, der SumUp Solo mit Drucker ist für 139 € die Alternative, beide ohne Vertragsbindung. Bei hohem girocard-Umsatz lohnt sich der Blick auf die Konditionsmodelle mit Grundgebühr, eine Übersicht dazu findest du in unserem Ratgeber zu den Gebühren bei Kartenzahlung.
Mobile Dienstleister und Handwerker
Beim Kunden vor Ort zählt vor allem wenig Gepäck und keine Abhängigkeit vom Kunden-WLAN. Wer nur gelegentlich Rechnungen direkt kassiert, ist mit PAYONE Tap on Mobile ohne Fixkosten gut bedient, das Smartphone hast du ohnehin dabei. Wie das Handy als vollwertiges Terminal funktioniert und wo die Grenzen liegen, zeigt unser Artikel zum Handy als Kartenterminal. Bei regelmäßigen Vor-Ort-Zahlungen wirkt ein dediziertes SIM-Terminal wie der SumUp Solo professioneller und gibt dem Kunden ein vertrautes Gerät in die Hand.
Gastro mit Außenbereich
Terrasse, Biergarten, Hof: Hier gibt es meist WLAN im Haus, das draußen schwächelt. Ein WLAN-Terminal wie das Move 5000 funktioniert, solange das Netz bis zum letzten Tisch reicht. Wenn nicht, ist die mobile Variante für 16,00 €/Monat die sauberere Lösung als ein Hotspot-Provisorium. Wer parallel eine Kasse sucht, sollte sich das readyMini ansehen, das beides vereint. Einen breiteren Marktüberblick über alle stationären und mobilen Geräte bietet unser EC-Kartenlesegerät-Vergleich, und wie wir bewerten, liest du unter So vergleichen wir.
Häufige Fragen zu mobilen Kartenlesegeräten
Kurz gesagt: Die meisten Fragen drehen sich um genau einen Punkt, nämlich die Verbindung.
Welches mobile Kartenlesegerät funktioniert ohne WLAN?
Alle Geräte mit integrierter SIM-Karte: SumUp Solo, speedy pay start (A920), ready2order readyMini, Nexi SmartPOS A77 und das PAYONE CCV Mobile Premium in der SIM-Variante. Sie bauen ihre eigene Mobilfunkverbindung auf und brauchen weder Router noch Hotspot. Auch PAYONE Tap on Mobile kommt ohne WLAN aus, weil es die Datenverbindung deines Smartphones nutzt.
Was kostet ein mobiles Kartenlesegerät?
Die Spanne ist groß. Kaufgeräte ohne Grundgebühr starten bei 29 € (Zettle Reader 2, WLAN) beziehungsweise 79 € mit eigener SIM (SumUp Solo). Mietmodelle wie das Nexi SmartPOS A77 kosten im aktuellen Aktionstarif 15 €/Monat plus 2,99 € Monatspauschale inklusive Gerät. Dazu kommt bei jeder Zahlung das Disagio, je nach Anbieter zwischen 0,24 % und 1,39 % auf girocard, bei Kreditkarten bis 1,9 %. Als Faustregel gilt: wenig Umsatz spricht für Kaufgeräte ohne Grundgebühr, viel Umsatz für Vertragsmodelle mit niedrigem Disagio.
Brauche ich einen extra SIM-Vertrag?
Nein. Bei den hier verglichenen SIM-Geräten schließt du keinen eigenen Mobilfunkvertrag ab, die Karte steckt schon im Terminal und die Verbindung läuft über den Anbieter. Bei Geräten ohne Grundgebühr wie SumUp Solo und speedy pay fallen dafür keine gesonderten monatlichen Kosten an, bei Mietmodellen steckt die Konnektivität im Tarif. Ob es Einschränkungen beim Datenvolumen oder bei der Netzabdeckung gibt, kläre vor dem Kauf beim Anbieter.
Funktioniert Kartenzahlung auf dem Wochenmarkt?
Ja, zuverlässig sogar, wenn du das passende Gerät wählst. Ein Terminal mit eigener SIM funktioniert überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht, also auf den allermeisten Marktplätzen. Kritisch wird es nur in echten Funklöchern oder bei überlastetem Netz auf Großveranstaltungen. Prüfe vorab den Empfang an deinem Standplatz, kläre die Offline-Regeln deines Anbieters und halte eine Rückfalloption bereit. Mit dieser Vorbereitung ist Kartenzahlung am Marktstand heute Alltag, kein Wagnis mehr.