8.09.2026 · Von
Tobias Rehermann
flatpay versus SumUp: Zwei Umsatzschwellen entscheiden

Kurz zusammengefasst:
- Oberhalb von 2.000 € Kartenumsatz kosten flatpay und der SumUp Standard-Tarif pro Zahlung exakt dasselbe: 1,39 %, keine Grundgebühr. Bei 4.000 € sind das bei beiden 55,60 € im Monat.
- Der Unterschied liegt also nicht im Prozentsatz, sondern in zwei Dingen: flatpay gibt Dir das Terminal umsonst und bindet Dich dafür laut AGB 36 Monate. SumUp lässt Dich 34 bis 109 € netto für das Gerät zahlen und bindet Dich gar nicht.
- Unter 2.000 € kippt das Bild komplett. Dann verlangt flatpay 50 € Mindestgebühr für den Monat. Bei 1.200 € Kartenumsatz kostet flatpay 66,68 €, SumUp 16,68 €.
- Ab rund 3.200 € Umsatz mit inländischen Karten wird das Abo Zahlungen Plus zur günstigsten der drei Varianten, weil es den Satz auf 0,79 % senkt.
- Kurz gesagt: Die Entscheidung hängt an Deinem schwächsten Monat, nicht an Deinem besten.
Zwei Anbieter, ein und derselbe Prozentsatz, und trotzdem können am Ende von drei Jahren 1.800 € Unterschied stehen. flatpay und SumUp verlangen beide 1,39 % auf die Kartenzahlung, beide ohne Grundgebühr, beide mit einem Terminal, das Du auspackst und benutzt. Wer nur auf diese Zahl schaut, findet keinen Unterschied. Er steckt an zwei anderen Stellen, und beide haben mit Deinem Umsatz zu tun. Konditionen von flatpay geprüft am 27.08.2026, die von SumUp am 17.09.2026.
Die Konditionen nebeneinander
| Position | flatpay | SumUp Standard | SumUp Zahlungen Plus |
|---|---|---|---|
| Gerät einmalig | 0 € | 34 € bis 109 € netto | 34 € bis 109 € netto |
| Grundgebühr | 0 € | 0 € | 19 € im Monat, 199 € im Jahr |
| Inländische EC-Karten | 1,39 % | 1,39 % | 0,79 % |
| Inländische Kreditkarten | 1,39 % | 1,39 % | 0,79 % |
| Premium-Karten, American Express, internationale Karten | 1,39 % | 1,39 % | 1,39 % |
| Mindestumsatz | 2.000 € im Monat je Terminal, sonst 50 € | keiner | keiner |
| Vertragslaufzeit | 36 Monate laut AGB Ziffer 12.2 | keine | keine |
Die Geräte unterscheiden sich in der Ausstattung, nicht in der Grundfunktion. flatpay liefert ein PAX A920Pro, ein Android-Terminal mit Bondrucker und eigener Mobilfunkverbindung. Bei SumUp bekommst Du dieselbe Kombination aus Drucker und SIM erst im Set Solo und Mobildrucker für 109 € netto. Das kleine Solo Lite für 34 € netto braucht WLAN und druckt nicht.
Der Satz von 1,39 % ist in beiden Fällen ein Disagio, also der Anteil vom Umsatz, den der Zahlungsanbieter einbehält. Auf die Zahlungsabwicklung selbst fällt keine Umsatzsteuer an, sie ist als Finanzdienstleistung steuerfrei. Was Du siehst, ist der Endpreis.
Oberhalb von 2.000 € kosten beide dasselbe
Das ist der Befund, um den man nicht herumkommt, und er macht den halben Vergleich überflüssig. flatpay und der SumUp Standard-Tarif rechnen denselben Prozentsatz auf dieselben Kartenarten ab, und keiner von beiden verlangt eine Grundgebühr. Bei 4.000 € Kartenumsatz zahlst Du hier wie dort 55,60 € im Monat. Bei 6.000 € sind es 83,40 €. Die Beträge sind nicht ähnlich, sie sind identisch.
Was danach noch übrig bleibt, sind zwei Posten, die mit dem laufenden Betrieb nichts zu tun haben.
Das Gerät: einmal 109 € gegen 36 Monate Bindung
flatpay gibt das Terminal für 0 € heraus. Bei SumUp kaufst Du es. Rechnet man das teuerste SumUp-Gerät auf drei Jahre um, also auf genau die Zeit, die Du bei flatpay ohnehin gebunden bist, sind das 3,03 € im Monat. Für diese 3,03 € kaufst Du Dir bei SumUp die Freiheit, jederzeit aufzuhören. Das ist der ganze Handel, und ob er sich lohnt, hängt davon ab, wie sicher Du weißt, dass Du in drei Jahren noch denselben Laden hast.
Dass flatpay bindet, steht übrigens nicht auf den Produktseiten. Die werben mit „ohne Miete, ohne Abo, ohne Haken“ und „keine Vertragsbindung“. Die deutschen AGB nennen in Ziffer 12.2 eine Kündigungssperrfrist von 36 Monaten. Verbindlich ist, was Du unterschreibst.
Die Rückgabe
Ein Gerät, das Dir nicht gehört, musst Du zurückgeben. Bei flatpay hast Du dafür zehn Geschäftstage nach der Kündigung, danach berechnet flatpay 495 € für das Terminal. Das SumUp-Gerät ist gekauft und bleibt Dir. Für einen Betrieb, der schließt oder verkauft wird, ist das ein Unterschied, an den beim Unterschreiben niemand denkt.
Was zahlst Du bei Deinem eigenen Umsatz? Der Rechner nimmt Deine Zahlen und stellt beide Anbieter neben die übrigen geprüften.
Kostenrechner
Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?
Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.
Feineinstellungen
Legt fest, über wie viele Monate Geräte- und Anschlussgebühren umgelegt werden.
Steht „ab" vor dem Preis, fehlt uns eine Angabe, die ins Gewicht fällt. Am häufigsten ist das die Mindestgebühr je Kartenzahlung oder pro Monat, dazu kommen der Aufschlag für Firmenkarten und der Aufschlag für Karten von außerhalb des EWR. Diese Angaben veröffentlicht längst nicht jeder Anbieter. Wir schätzen sie nicht, sondern fragen bei den Anbietern nach; wie wir damit umgehen, steht unter So vergleichen wir.
Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren + feste Monats- und Jahresgebühren, dazu Gerätepreis und Anschlussgebühr anteilig auf den gewählten Betrachtungszeitraum umgelegt (Vorgabe 24 Monate, einstellbar unter Feineinstellungen). Bleibt dein Umsatz unter dem Mindestumsatz eines Tarifs, rechnen wir die Gebühr dafür anteilig mit. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.
Die erste Schwelle: 2.000 € im Monat
Ziffer 10.2.1 der flatpay-AGB verlangt einen Mindestumsatz. Laufen über ein Terminal in einem Monat weniger als 2.000 € inklusive Mehrwertsteuer, berechnet flatpay für diesen Monat 50 €. Auf keiner Marketing-Seite steht diese Bedingung.
Damit dreht sich der Vergleich unterhalb der Schwelle ins Gegenteil. Bei 1.200 € Kartenumsatz zahlst Du bei flatpay 16,68 € Disagio plus 50 €, also 66,68 €. Bei SumUp sind es dieselben 16,68 € und sonst nichts. Über drei Jahre gerechnet, wenn jeder Monat so aussieht, sind das 1.800 € Unterschied für dieselbe Leistung.
Der Punkt: Die Schwelle gilt pro Monat und pro Terminal, nicht im Jahresschnitt. Ein Eiscafé mit 6.000 € im Juli und 900 € im Januar zahlt in den schwachen Monaten trotzdem. SumUp kennt keinen Mindestumsatz, in keinem Tarif.
Die zweite Schwelle: rund 3.200 €
Nach oben hin gibt es einen zweiten Punkt, an dem sich etwas ändert, und dort verliert flatpay gegen SumUp selbst. Das Abo Zahlungen Plus (früher SumUp One) kostet 19 € im Monat und senkt den Satz für inländische EC- und Kreditkarten von 1,39 % auf 0,79 %. Du sparst also 0,60 Prozentpunkte und zahlst dafür eine Grundgebühr.
Die Rechnung ist einfach: 19 € geteilt durch 0,60 % ergibt rund 3.200 € Kartenumsatz im Monat. Darüber ist Zahlungen Plus günstiger als jeder Tarif mit 1,39 %, also auch günstiger als flatpay. Zahlst Du die 199 € für ein ganzes Jahr im Voraus, sind es 16,58 € im Monat und die Schwelle rutscht auf rund 2.800 €.
Eine Einschränkung gehört dazu, sonst rechnest Du Dich reich. Die 0,79 % gelten für inländische Karten. Premium-Karten, American Express und internationale Karten kosten auch bei Zahlungen Plus 1,39 %. Hast Du viele Kunden mit Premium-Karte oder American Express oder viel Laufkundschaft aus dem Ausland, sparst Du auf diesem Anteil nichts, und die Schwelle wandert entsprechend nach oben.
Vier Umsätze, drei Tarife
Alle Zahlen sind reine Monatskosten aus Disagio und Grundgebühr, ohne Gerät. Für Zahlungen Plus ist der günstige Fall gerechnet, also ausschließlich inländische Karten.
| Kartenumsatz im Monat | flatpay | SumUp Standard | SumUp Zahlungen Plus |
|---|---|---|---|
| 1.200 € | 66,68 € | 16,68 € | 28,48 € |
| 2.500 € | 34,75 € | 34,75 € | 38,75 € |
| 4.000 € | 55,60 € | 55,60 € | 50,60 € |
| 6.000 € | 83,40 € | 83,40 € | 66,40 € |
Die mittlere Zeile ist die interessante. Bei 2.500 € steht in beiden Spalten derselbe Betrag, und die Entscheidung fällt allein über das Gerät und die Laufzeit. Du sparst bei flatpay einmalig bis zu 109 € netto und bindest Dich dafür 36 Monate an einen Vertrag, der Dir in jedem schwachen Monat 50 € berechnet.
Was in keiner Tabelle steht
Drei Dinge lassen sich nicht in Prozent ausdrücken und gehören dennoch in die Entscheidung.
flatpay richtet vor Ort ein. Bei den meisten Anbietern kommt das Gerät per Post mit einer Anleitung dabei. Wer mit Technik fremdelt, merkt den Unterschied am ersten Tag. Bei der Auszahlung gibt es dagegen keinen Vorsprung: Auf Nachfrage nennt flatpay drei Bankarbeitstage bis zur Gutschrift, obwohl die Preisseite mit „täglichen Auszahlungen“ wirbt.
Bei flatpay bleiben zwei Fragen offen. An keiner Stelle steht, wer die Zahlungen tatsächlich abwickelt: Die AGB sprechen in Ziffer 6.1 von „Partnerschaftsvereinbarungen mit einem oder mehreren Zahlungsverarbeitern“, ohne einen Namen zu nennen. Und was eine zurückgebuchte Zahlung kostet, ist nicht beziffert. Dazu kommt ein Widerspruch im eigenen Auftritt: Die Preisseite nennt 1,39 %, die Seite zum Zahlungsterminal nennt 1,29 % für dasselbe Produkt. Auf Anfrage hat flatpay uns am 28.08.2026 die 1,39 % bestätigt, und damit rechnen wir. Lass Dir Deinen Satz trotzdem im Angebot schriftlich geben.
SumUp ist der weit größere Anbieter, und das ist messbar. Auf Trustpilot stehen 57.290 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,2 von 5 Punkten, abgerufen am 18.09.2026. Für flatpay in Deutschland liegt keine belastbare Bewertungslage vor. Eine große Zahl an Bewertungen ist kein Qualitätsbeweis, aber sie macht Muster sichtbar, die man bei einem jungen Anbieter erst nach dem Unterschreiben kennenlernt.
Bewertungslage SumUp: Trustpilot, 57.290 Bewertungen, Schnitt 4,2 von 5, abgerufen am 18.09.2026.
Für wen flatpay, für wen SumUp
flatpay passt, wenn
- Dein Kartenumsatz auch im schwächsten Monat sicher über 2.000 € liegt
- Du einen festen Standort hast und drei Jahre Bindung Dich nicht schrecken
- Du ein Terminal mit Drucker und Mobilfunk brauchst, aber nichts dafür ausgeben willst
- Dir die Einrichtung vor Ort etwas wert ist
Trifft das zu, holst Du Dir Dein Angebot direkt bei flatpay.
SumUp passt, wenn
- Dein Umsatz schwankt, saisonal einbricht oder Du gerade erst anfängst
- Du Dich nicht binden willst, aus welchem Grund auch immer
- Du über 3.200 € im Monat kommst und mit Zahlungen Plus unter beide Tarife mit 1,39 % rutschst
- Du wissen willst, mit wem Du es zu tun hast, bevor Du unterschreibst
Klingt das nach Deinem Betrieb, findest Du die Geräte und Tarife bei SumUp.
Beide Anbieter im Einzelnen findest Du im flatpay-Check und im SumUp-Check. Wenn Du noch grundsätzlich zwischen Kaufen und Mieten schwankst, hilft EC-Terminal mieten oder kaufen. Alle geprüften Anbieter nebeneinander stehen in der Anbieter-Übersicht. Wie wir rechnen und warum wir keinen Testsieger küren, steht unter So vergleichen wir.
Häufige Fragen zu flatpay und SumUp
Ist flatpay günstiger als SumUp?
Oberhalb von 2.000 € Kartenumsatz im Monat kosten beide pro Zahlung genau gleich viel, nämlich 1,39 % ohne Grundgebühr. flatpay spart Dir nur den einmaligen Gerätepreis von 34 bis 109 € netto. Unterhalb von 2.000 € ist flatpay deutlich teurer, weil dann 50 € Mindestgebühr dazukommen.
Hat flatpay wirklich keine Vertragsbindung?
Doch, und zwar eine lange. Die Produktseiten werben mit „keine Vertragsbindung“, die deutschen AGB nennen in Ziffer 12.2 aber eine Kündigungssperrfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots. Danach kannst Du mit einem Monat zum Monatsende kündigen. SumUp bindet in keinem Tarif.
Ab wann lohnt sich SumUp Zahlungen Plus im Vergleich zu flatpay?
Ab rund 3.200 € Kartenumsatz im Monat, gerechnet mit inländischen Karten. Das Abo kostet 19 € und senkt den Satz um 0,60 Prozentpunkte, das rechnet sich ab diesem Umsatz. Bei Jahreszahlung von 199 € liegt die Schwelle bei rund 2.800 €. Für Premium-Karten, American Express und internationale Karten bleibt es auch dort bei 1,39 %.
Was passiert bei flatpay in einem umsatzschwachen Monat?
Läuft über ein Terminal weniger als 2.000 € im Monat, berechnet flatpay laut AGB Ziffer 10.2.1 für diesen Monat 50 €. Die Schwelle gilt monatlich, nicht im Jahresschnitt. Saisonbetriebe sollten diese Zeile genauer lesen als jede andere im Vertrag.
Welches Gerät entspricht dem flatpay-Terminal bei SumUp?
Das Set SumUp Solo und Mobildrucker für 109 € netto. Es hat wie das PAX A920Pro von flatpay einen Bondrucker, hier als separates Gerät, und eine eigene Mobilfunkverbindung. Das Solo Lite für 34 € netto ist günstiger, braucht aber WLAN und druckt nicht.