1.09.2026 · Von Tobias Rehermann

flatpay im Check: Terminal für 0 Euro, Vertrag über 36 Monate

Kurz zusammengefasst:

  • flatpay gibt Dir das Terminal für 0 € und rechnet 1,39 % auf jede Kartenzahlung ab, gleicher Satz für alle Kartenarten. Keine Miete, keine Grundgebühr.
  • Der Haken steht nicht auf der Website, sondern in den AGB: 36 Monate Bindung. Die Produktseiten werben mit „ohne Miete, ohne Abo, ohne Haken“ und „keine Vertragsbindung“. Ziffer 12.2 sagt etwas anderes.
  • Und es gibt eine Umsatzschwelle. Rutscht der Umsatz über einem Terminal unter 2.000 € im Monat, kommen 50 € oben drauf. Bei 1.500 € Kartenumsatz kostet flatpay damit 70,85 € im Monat statt 20,85.
  • Oberhalb der Schwelle ist das Angebot solide: Bei 4.000 € zahlst Du 55,60 € und liegst damit unter einem Kauf-Gerät mit demselben Prozentsatz.
  • Zwei Dinge bleiben offen: Wer die Zahlungen tatsächlich abwickelt, steht nirgends, und die Chargeback-Gebühr ist nicht beziffert.

Ein Terminal, das nichts kostet, und ein einziger Prozentsatz für alles: Das Angebot von flatpay ist so einfach beschrieben, wie ein Zahlungsvertrag nur sein kann. Der dänische Anbieter (FLATPAY ApS, CVR 42718033) ist inzwischen auch in Deutschland aktiv und wirbt damit, dass Du für jeden Kartentyp dieselbe Rate zahlst. Das stimmt. Was auf den Produktseiten fehlt, steht in den AGB, und es sind zwei Punkte, die den Preis und Deine Freiheit spürbar verändern. Konditionen geprüft am 27.08.2026.

Was flatpay kostet

Position Kondition
Terminal PAX A920Pro, 0 € einmalig, 0 € Miete
Grundgebühr 0 €
Transaktionsrate 1,39 % auf alle Kartenarten
Ab 200.000 € Jahresumsatz 0,99 %, individuell verhandelt
Vertragslaufzeit 36 Monate laut AGB Ziffer 12.2
Mindestumsatz 50 € pro Monat und Terminal, wenn der Umsatz darunter unter 2.000 € liegt

Der Satz von 1,39 % ist ein sogenanntes Disagio, also der Anteil vom Umsatz, den der Zahlungsanbieter einbehält. Bei flatpay gilt er für Debit- wie für Kreditkarten gleichermaßen. Du musst also beim Kalkulieren nicht unterscheiden, womit Deine Kundschaft zahlt, und das ist im Vergleich tatsächlich die Ausnahme.

Neben dem Terminal bietet flatpay zwei Kassensysteme an, Basic POS und Premium POS, beide mit 1,79 % und einer einmaligen Bereitstellung von 1.999 beziehungsweise 2.999 €. Die stehen hier nicht im Vergleich: Das sind Kassen, keine reinen Kartenlesegeräte.

Was zahlst Du bei Deinem Umsatz? Der Rechner nimmt Deine Zahlen und stellt flatpay neben die übrigen geprüften Anbieter.

Kostenrechner

Was kostet Kartenzahlung bei deinem Umsatz?

8.000 €
35 €
70 % girocard

Der Rest läuft als Kreditkarte. Im deutschen Handel sind 60–80 % girocard typisch.

Gerätetyp
Vertragsbindung
Feineinstellungen
Ich rechne über 24 Monate

Legt fest, über wie viele Monate Geräte- und Anschlussgebühren umgelegt werden.

Angenommene Kundenstruktur

Eine Annahme, keine Messung deines tatsächlichen Kartenmix: Sie verteilt nur den Nicht-girocard-Anteil auf Kreditkarte, Firmenkarte und Karten von außerhalb des EWR. Details auf der Methodik-Seite.

    Steht „ab" vor dem Preis, fehlt uns eine Angabe, die ins Gewicht fällt. Am häufigsten ist das die Mindestgebühr je Kartenzahlung oder pro Monat, dazu kommen der Aufschlag für Firmenkarten und der Aufschlag für Karten von außerhalb des EWR. Diese Angaben veröffentlicht längst nicht jeder Anbieter. Wir schätzen sie nicht, sondern fragen bei den Anbietern nach; wie wir damit umgehen, steht unter So vergleichen wir.

    Gesamtkosten pro Monat = Grundgebühr + Disagio auf deinen Kartenmix + Transaktionsgebühren + feste Monats- und Jahresgebühren, dazu Gerätepreis und Anschlussgebühr anteilig auf den gewählten Betrachtungszeitraum umgelegt (Vorgabe 24 Monate, einstellbar unter Feineinstellungen). Bleibt dein Umsatz unter dem Mindestumsatz eines Tarifs, rechnen wir die Gebühr dafür anteilig mit. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand der Konditionen siehe Anbieterseite.

    Ein Widerspruch auf den eigenen Seiten

    Beim Nachrechnen fällt eine Kleinigkeit auf, die für Deinen Vertrag keine Kleinigkeit ist. Die Preisseite von flatpay nennt 1,39 %, die Seite zum Zahlungsterminal nennt „1,29 % an pauschalen Transaktionsgebühren“. Für dasselbe Produkt, beide Seiten am 27.08.2026 online.

    Wir haben nachgefragt: Es gelten die 1,39 %. Das hat flatpay uns am 28.08.2026 auf Anfrage bestätigt, und mit diesem Satz rechnen wir. Für Dich heißt das trotzdem: Lass Dir den Satz im Angebot schriftlich geben, bevor Du unterschreibst. Ein Zehntel Prozentpunkt klingt nach nichts und macht bei 4.000 € Monatsumsatz vier Euro aus, aufs Jahr also knapp fünfzig. Solange auf zwei Seiten zwei Zahlen stehen, ist die schriftliche Zusage die einzige, die zählt.

    Was flatpay gut macht

    Die ehrlichen Grenzen

    Vier Punkte solltest Du kennen, bevor Du unterschreibst. Drei davon stehen auf keiner Produktseite.

    36 Monate, obwohl die Website etwas anderes sagt

    Auf den Produktseiten von flatpay liest Du „ohne Miete, ohne Abo, ohne Haken“, „kein Abonnement“ und „benötigen keine Vertragsbindung“. Die deutschen AGB sagen in Ziffer 12.2:

    „Die Vereinbarung hat eine anfängliche Kündigungssperrfrist/Bindungsfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots, während der die Vereinbarung nicht kündbar ist, was bedeutet, dass der Kunde während dieser Zeit an die Vereinbarung gebunden ist.“

    Verbindlich ist, was Du unterschreibst, und das sind die AGB. Nach Ablauf der Sperrfrist kannst Du mit einem Monat zum Monatsende kündigen (Ziffer 12.3). Drei Jahre sind für ein kleines Geschäft eine lange Zeit, und ein Terminal, das nichts kostet, ist eben nicht dasselbe wie ein Vertrag, der nichts bindet.

    Die Umsatzschwelle, die den Preis umdreht

    Ziffer 10.2.1 der AGB verlangt einen Mindestumsatz. Läuft über ein Terminal in einem Monat weniger als 2.000 €, werden 50 € für diesen Monat berechnet. Auf keiner Marketing-Seite steht diese Bedingung, in der Preisliste taucht sie auf.

    Für einen Betrieb mit schwankendem Geschäft ist das der entscheidende Satz im ganzen Vertrag. Wer im Sommer 5.000 € über die Karte macht und im Februar 1.200, zahlt in den schwachen Monaten 50 € für ein Gerät, das angeblich nichts kostet.

    Zurückgeben, und zwar schnell

    Kündigst Du, muss das Gerät binnen zehn Geschäftstagen zurück. Sonst wird es Dir laut Preisliste berechnet: 495 € für das Zahlungsterminal, 1.000 € für ein Basic POS, bis zu 2.000 € für ein Premium POS. Dazu kommt eine Wiedereröffnungsgebühr von 150 €, falls der Vertrag wegen Nichtzahlung stillgelegt und später wieder aufgenommen wird (Ziffer 11.1). Und die Geräte können laut Ziffer 5 einem Leasinggeber gehören, der ihre Rückgabe verlangen kann, wenn sein Vertrag mit flatpay endet.

    Wer wickelt eigentlich ab?

    flatpay verarbeitet die Kartenzahlungen nicht selbst. Ziffer 6.1 der AGB sagt, es gebe „Partnerschaftsvereinbarungen mit einem oder mehreren Zahlungsverarbeitern“, ohne einen davon zu nennen. Weder Impressum noch Produktseiten liefern den Namen nach. Auch die Chargeback-Gebühr, also was eine zurückgebuchte Zahlung kostet, ist nirgends beziffert. Beides haben wir beim Anbieter angefragt.

    Was flatpay bei Deinem Umsatz kostet

    Zwei Rechnungen, beide mit dem Terminal für 0 € und 1,39 %. Zum Vergleich stehen daneben ein Kauf-Gerät ohne Grundgebühr und ein Miet-Modell mit niedrigerem Prozentsatz. Gerätepreise sind auf 24 Monate umgelegt, damit die Zahlen vergleichbar sind.

    1.500 € Kartenumsatz im Monat

    Das ist der Fall, in dem die Umsatzschwelle greift. Die Rechnung: 1.500 € mal 1,39 % sind 20,85 €. Weil der Umsatz unter 2.000 € liegt, kommen 50 € dazu. Macht 70,85 € im Monat.

    Zum Einordnen: Das SumUp Solo Lite kostet bei demselben Umsatz und demselben Prozentsatz 22,27 € (20,85 € Disagio plus 1,42 € umgelegter Gerätepreis für 34 € netto). ZahlungsWERK kommt mit 0,69 % und 12,50 € Miete auf 22,85 €. flatpay ist hier gut dreimal so teuer wie beide. Der Unterschied liegt nicht am Prozentsatz, er steckt in einer einzigen Zeile der AGB.

    4.000 € Kartenumsatz im Monat

    Oberhalb der Schwelle dreht sich das Bild. 4.000 € mal 1,39 % sind 55,60 € im Monat, mehr kommt nicht dazu. Das SumUp Solo Lite liegt mit demselben Satz bei 57,02 €, weil der Gerätepreis mitläuft. ready2order kommt mit 1,23 % auf 49,20 € Disagio, plus 11,63 € für das readyMini zu 279 €, also 60,83 €.

    ZahlungsWERK bleibt mit 27,60 € Disagio plus 12,50 € Miete bei 40,10 € und damit deutlich darunter, bindet Dich laut seinen AGB allerdings 48 Monate.

    Die Schwelle liegt exakt bei 2.000 € Kartenumsatz. Darunter ist flatpay eines der teuersten Angebote im Vergleich, darüber eines der einfacheren. Rechne deshalb mit Deinem schwachen Monat, nicht mit dem guten.

    Für wen flatpay passt

    flatpay passt zu Dir, wenn:

    flatpay passt eher nicht zu Dir, wenn:

    Wie sich flatpay gegen die übrigen Anbieter schlägt, siehst Du gesammelt in unserer Anbieter-Übersicht. Die Grundsatzfrage hinter dem Vertrag beleuchten wir im Ratgeber EC-Terminal mieten oder kaufen, und wie sich Disagio, Grundgebühr und Transaktionsgebühren generell zusammensetzen, erklären wir unter Kartenzahlung-Gebühren. Wie wir rechnen und warum wir keinen Testsieger küren, steht unter So vergleichen wir. Passt das Profil, holst Du Dir Dein Angebot direkt bei flatpay.

    Häufige Fragen zu flatpay

    Was kostet flatpay im Monat?

    Das Terminal kostet nichts, weder Kaufpreis noch Miete, und es gibt keine Grundgebühr. Du zahlst 1,39 % auf jede Kartenzahlung. Bei 4.000 € Kartenumsatz sind das 55,60 € im Monat. Liegt Dein Umsatz unter 2.000 €, kommen laut AGB 50 € für diesen Monat dazu.

    Hat flatpay eine Vertragslaufzeit?

    Ja, 36 Monate. Die Produktseiten werben zwar mit „keine Vertragsbindung“, die deutschen AGB nennen in Ziffer 12.2 aber eine Kündigungssperrfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots. Danach kannst Du mit einem Monat zum Monatsende kündigen. Lass Dir die Laufzeit im Angebot ausdrücklich bestätigen.

    Was passiert, wenn ich wenig Umsatz mache?

    Dann greift Ziffer 10.2.1 der AGB: Für jeden Monat, in dem über ein Terminal weniger als 2.000 € laufen, werden 50 € berechnet. Diese Bedingung steht auf keiner Marketing-Seite. Saisonbetriebe sollten sie genauer lesen als jede andere Zeile im Vertrag.

    Muss ich das Terminal zurückgeben?

    Ja, binnen zehn Geschäftstagen nach Ende der Kündigungsfrist. Kommt es nicht rechtzeitig zurück, wird es Dir berechnet: 495 € für das Zahlungsterminal, bis zu 2.000 € für ein Premium-Kassensystem.

    Fällt auf die Gebühren Umsatzsteuer an?

    Auf die Zahlungsabwicklung selbst nicht, sie ist als Finanzdienstleistung umsatzsteuerfrei. Die 1,39 % sind also ein Endpreis. Für die übrigen Positionen in der Preisliste gilt der Hinweis von flatpay: „Alle Preise sind exklusive Mehrwertsteuer.“